Produktion | 26.03.2018

Weniger Wasser, mehr Hunger

Zwei wenig erfreuliche Nachrichten kommen vom Sitz der Welternährungsorganisation FAO in Rom. Zunehmende Trockenheit stellt viele Menschen – vor allem in Afrika – ebenso an den Rand ihrer Existenz wie akuter Hunger. von AgraEurope

Wasserknappheit und Hunger werden laut FAO auch in den kommenden Jahren für zusätzlichen Migrationsdruck sorgen. (Foto: www.pixabay.com)

Wasserknappheit und Hunger werden laut FAO auch in den kommenden Jahren für zusätzlichen Migrationsdruck sorgen. (Foto: www.pixabay.com)

Der Klimawandel wird in den kommenden Jahren in Indien, Zentralasien und dem Mittleren Osten für Wasserknappheit und in der Folge auch für zusätzlichen Migrationsdruck sorgen. Darauf hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am Dienstag vergangener Woche (20.3.) anlässlich der Veröffentlichung einer neuen Metastudie hingewiesen. Diese Länder gehörten zusammen mit der Sahelzone zu den Regionen, in denen die Oberflächentemperatur in den kommenden 30 Jahren am schnellsten zulegen werde. In Süd- und Südostafrika ist die Datenlage laut FAO bislang mager. In Südamerika und Nordasien falle der Wassermangel weniger deutlich aus; entsprechend gebe es dort auch weniger Migrationsdruck. Der für Land und Wasser zuständige Direktor bei der FAO, Eduardo Mansur, verwies auf die Notwendigkeit zur Entwicklung landwirtschaftlicher Anpassungsstrategien, um den kommenden Herausforderungen zu begegnen. Die Entwicklung der Wasserverfügbarkeit müsse im Auge behalten werden, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Akuter Hunger nimmt weltweit zu
Die Zahl akut an Hunger leidender Menschen hat 2017 im Vorjahresvergleich weiter zugenommen. Wie aus dem jüngsten Bericht zu globalen Ernährungskrisen hervorgeht, der am vergangenen Donnerstag (22.3.) von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Welternährungsprogramm (WFP) vorgelegt wurde, waren im vergangenen Jahr global rund 124 Millionen Menschen von einer derartigen Nahrungsmittelknappheit betroffen, die ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen unmittelbar bedrohte; verglichen mit 2016 entspricht das einem Zuwachs von fast zehn. Grund für diesen Anstieg waren laut FAO-Bericht vor allem Konflikte und der Klimawandel. Neue und intensivere gewaltsame Auseinandersetzungen und die Unsicherheiten in Myanmar, Nord-Ost Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, dem Jemen und dem Südsudan zählen die Autoren der Studie zu den Hauptursachen. Insgesamt 74 Millionen Menschen oder 60 Prozent aller Betroffenen lebten in Konfliktgebieten. Anhaltende Dürren hätten zudem wiederholt zu schlechten Ernten in ost- und südafrikanischen Ländern geführt, die ohnehin stark unter Hunger und Mangelernährung litten. Auch 2018 dürfte sich an der Konfliktlage und der andauernden Trockenheit mit ihren Auswirkungen auf die Landwirtschaft nach Einschätzung der Beobachter nichts ändern, heißt es in der Studie.