Technische Beratung | 13.03.2018

Neue Regeln für mobile Tankstellen

Der Staat hat das Betreiben mobiler Tankstellen neu und detaillierter geregelt. Das Ministerialdekret ist seit Jahresbeginn in Kraft – hier die Details. von Hermann Stuppner, SBB-Betriebsberatung

Wer am Hof eine mobile Tankstelle hat, muss sich seit Jahresbeginn an neue Regeln halten. (Foto: www.pixabay.com)

Wer am Hof eine mobile Tankstelle hat, muss sich seit Jahresbeginn an neue Regeln halten. (Foto: www.pixabay.com)

Treibstofflager im Freien sind meistens als mobile Tankstellen ausgeführt. Dabei handelt es sich um bewegliche Tankstellen mit einer Typengenehmigung des Innenministeriums. Bisher hatte ein Ministerialdekret vom 19. März 1990 das Betreiben mobiler Tankstellen geregelt. Seit 1. Jänner ist nun ein neues Ministerialdekret in Kraft. Es regelt den Bereich neu und detaillierter – sowohl für neue als auch bestehende mobile Tankstellen. Fixe Tankstellen sind davon nicht betroffen.
Mobile Tankstellen dürfen über eine maximale Lagerkapazität von 9000 Litern verfügen und müssen mobil, d. h. ohne fixe Montage und ohne Verankerung aufgestellt werden. Aus der Zulassungsbescheinigung der Anlage muss eindeutig hervorgehen, dass die Bauweise dem entsprechenden Ministerialdekret entspricht. Die Tank- und Fördervorrichtung stellen dabei eine Einheit dar und sind als solche definiert.

Vereinfachte Regeln bis 6000 Liter
Für landwirtschaftliche Tankstellen bis zu einer maximalen Lagerkapazität von 6000 Litern gelten seit 2014 vereinfachte Bestimmungen des Brandschutzes. Ein Brandschutzprojekt und eine Brandschutzabnahme sind erst ab 6000 Liter vorgeschrieben. Dies betrifft sowohl fixe als auch ortsgebundene (wenn immer am selben Standort am Hof aufgestellt) mobile Tankstellen.
Mobile Tankstellen können ein- oder doppelwandig ausgeführt sein. Ist der Behälter einwandig, so ist für neue mobile Tankstellen ein Auffangbecken vorgeschrieben, das 110 Prozent des Fassinhaltes auffängt. Bisher waren nur 50 Prozent notwendig. Für bestehende mobile Tankstellen ist eine Anpassung nur bei einem Volumen von mehr als 6000 Litern notwendig und sofern kein Brandschutzprojekt vorliegt. Zudem ist für einwandige Behälter wie bisher eine Überdachung aus nicht brennbarem Material sowie eine leitfähige Verbindung mit dem Erdboden vorgesehen.

Sicherheitsabstände
Für bestehende (nur für jene mit mehr als 6000 und weniger als 9000 Litern und sofern kein Brandschutzprojekt und keine Brandschutzabnahme vorliegen) und neue mobile landwirtschaftliche Tankstellen sieht das neue Ministerialdekret im Vergleich zum bisherigen größere Sicherheitsabstände vor. War bisher ein allgemeiner Abstand von drei Metern hin zu Gebäuden vorgesehen, so wurde dieser nun auf folgende Abstände angehoben: zehn Meter hin zu Wohngebäuden, 15 Meter hin zu Eisenbahnlinien und fünf Meter hin zu anderen Gebäuden und brennbaren Mate­rialien. Diese Maße können bis auf die Hälfte reduziert werden, wenn sich dazwischen ein Trennelement (z. B. eine Betonwand) befindet. Sie muss 0,5 Meter höher und länger als die mobile Tankstelle selbst sein und einen Feuerwiderstand von REI 60 aufweisen. Im Umkreis von drei Metern zur mobilen Tankstelle dürfen sich keine brennbaren Materialien sowie kein entflammbarer Bodenbewuchs befinden. Hin zu Grundstücksgrenzen ist nach wie vor ein Mindestabstand von drei Metern vorgesehen.

Feuerlöscher
Bei neuen und alten mobilen Tankstellen bis zu 9000 Liter müssen wie bisher zwei Feuerlöscher (Löschkapazität mindestens 21A-89B) und ab 6000 Liter ein weiterer Feuerlöscher (Löschkapazität mindestens B3) vorhanden sein. Für mobile Tankstellen gilt nach wie vor das Verbot des Transportes in befülltem Zustand.

Auskünfte zu den neuen regeln gibt es beim Technischen Büro der Bauernbund-­Betriebsberatung in Bozen unter betriebsberatung@sbb.it oder Tel. 0471 999439
Alle weiteren Informationen zu fixen und mobilen Tankstellen gibt es in der SBB-Broschüre Nr. 19 „Treibstofflager und Tankstellen am Hof“, die in allen Bezirksbüros erhältlich ist.