Südtiroler Landwirt, Produktion | 01.03.2018

Start ins Hagelversicherungsjahr 2018

Die Versicherung der Ernte 2018 ist von 5. März bis 31. Mai möglich. Das Hagelschutzkonsortium erklärt die Versicherungsmodelle und was man alles beachten muss. Es handelt sich dabei nicht allein um eine Hagel-, sondern eine umfassendere Ernteversicherung in allen Sektoren. von Hagelschutzkonsortium

Die verschiedenen Versicherungsmodelle schützen nicht nur vor Hagelschäden, sondern auch vor vielen anderen Schadensfällen. (Foto: Shutterstock/Matthias Matscher)

Die verschiedenen Versicherungsmodelle schützen nicht nur vor Hagelschäden, sondern auch vor vielen anderen Schadensfällen. (Foto: Shutterstock/Matthias Matscher)

Versichert werden kann voraussichtlich ab 5. März 2018. Die Polizzen müssen bis zum 31. Mai abgeschlossen werden. Die bisher geltenden Bestimmungen zur Hagelversicherung wurden im Jahr 2017 mit einem „Omnibus-Gesetz“ teils abgeändert.

Vor Abschluss ansuchen!
Demnach stehen den Landwirten ab heuer EU-Fördermittel in der Höhe von maximal 70 Prozent der anerkannten Kosten für alle Versicherungsmodelle zu. Eine Ausnahme bilden die „Strukturen“ mit max. 50 Prozent.
Die diesbezüglichen Gesuche beziehungsweise Interessenerklärungen können beim zuständigen Dienstleistungszentrum (CAA-Büro), sprich dem „Förderungsbüro“ der Bauernbund Service GmbH eingereicht werden. Dies muss vor Versicherungsabschluss geschehen!
Für all jene Mitglieder, die im Jahr 2016 und/oder 2017 eine Hagelversicherung abgeschlossen haben und noch Mitglied beim Hagelschutzkonsortium sind, erstellt das Förderungsbüro des Südtiroler Bauernbundes die Interessenerklärung bereits automatisch.
Landwirte, die nicht Mitglieder des Hagelschutzkonsortiums sind und 2016 oder 2017 keine Hagelversicherung abgeschlossen hatten sowie Hofübernehmer oder Start-up-Betriebe müssen vor Abschluss der Versicherung die Interessenerklärung direkt beim zuständigen Förderungsbüro einreichen und sich mit dem Hagelschutzkonsortium in Verbindung setzten.
Wenn Landwirte ihre Gesuchstellung über ein Dienstleistungszentrum (CAA-Büro) außerhalb der Provinz Bozen abwickeln, müssen sie die Interessenerklärung (Manifestazione d’Interesse) selbst direkt beim CAA-Büro ihres Vertrauens einreichen.

Korrekte Flächeneintragung
Wichtig ist auch, dass die Flächen noch vor Versicherungsabschluss im LAFIS-Flächenbogen und Obstbaukataster korrekt aufscheinen oder aktualisiert werden müssen. Neben den korrekten Flächenangaben im Versicherungszertifikat muss bei der Gesuchstellung dann auch unbedingt eine zertifizierte E-Mail-Adresse (PEC) angegeben werden. Stimmen Flächenangaben in den Versicherungszertifikaten, insbesondere die Information zu den Hagelnetzen, nicht mit den Angaben im LAFIS und Obstbaukataster überein, muss der Versicherte mit Beitragsverlusten rechnen, und die Versicherungsprämie geht zu 100 Prozent zu Lasten des Versicherten.
Die geförderte versicherbare Höchstmenge wird auch heuer dem individuellen Versicherungsplan (PAI) entnommen. Sie setzt sich aus den versicherten Mengen der Jahre 2013/14 und der Erntemengen 2015–2017 zusammen.
Bei den Weintrauben wird die versicherbare Höchstmenge aus den amtlichen Erntemeldungen der vergangenen fünf Jahre errechnet. Eventuelle Fehljahre werden mit den vom Ministerium (ISMEA) errechneten Durchschnittsmengen (Benchmark) kompensiert. Grundsätzlich kann eine höhere Menge versichert werden, als jene, die laut individuellem Versicherungsplan (PAI) gefördert wird. Sollte sie über der zugewiesenen Höchstmenge laut PAI liegen, wird für den darüberliegenden Anteil kein Beitrag gewährt.

Gegen Frost gleich mitversichern
Wenn Landwirte ihre Anlagen auch gegen Frostschäden versichern möchten, können sie dies weiterhin ausschließlich mit der „Globalen Mehrgefahrenversicherung – MULTI“ tun. In diesem Versicherungsmodell „katastrophale Schadensereignisse“ sind neben Frost, Trockenheit und Überschwemmung, auch Hagel, Starkwind, Starkregen, Schneedruck, Sonnenbrand und Temperaturschwankung enthalten.
Da sich aller Voraussicht nach die Deckungszeit bei Frost von sechs auf zwölf Tage erhöhen wird, rät das Hagelschutzkonsortium den Landwirten, die Frostversicherung gleich zu Beginn der Versicherungskampagne abzuschließen. Weiters werden aufgrund des starken Schadensaufkommens im vergangenen Jahr einige Versicherungsgesellschaften nach Erreichen eines gewissen Versicherungsvolumens den Frost nicht mehr in Deckung nehmen. Somit wird es höchstwahrscheinlich schwierig werden, im April noch eine Versicherung gegen Frost abzuschließen.
Das Versicherungsmodell PLURI enthält im Vergleich nur die Risikoabdeckung für Hagel, Starkwind, Starkregen und Schneedruck.

Privater Zusatzvertrag
Der im Apfelanbau mögliche „Private Zusatzvertrag“ für die Absicherung von Schäden unter der Schadensschwelle kann nur für die Risiken Hagel und Starkwind abgeschlossen werden!

Informationen
Detailliertere Informationen erteilt das Südtiroler Hagelschutzkonsortium: bei einem persönlichen Beratungsgespräch im Sitz in Terlan, Jakobistraße 1/A; per Tel. 0471 256028, E-Mail: info@hagelschutzkonsortium.com oder im Internet unter www.hagelschutzkonsortium.com.

Video gegen Bürokratie-Monster
Leider gleicht das Ansuchenverfahren bei der Ernteversicherung einem Kampf gegen ein Büromonster. Hagelschutzkonsortium und Bauernbund wollen das nicht hinnehmen und machen die Öffentlichkeit mit diesem lustig-fordernden Erklärvideo darauf aufmerksam: