Südtiroler Landwirt, Südtiroler Gärtnervereinigung | 01.03.2018

Gärtnerische Ausbildung als Basis

Wie man mit wenig Geld viel für sein Image und mit vereinigten Kräften, Leidenschaft und Ehrgeiz Spitzenleistungen hervorbringt, machte die Südtiroler Gärtnervereinigung auch im letzten Jahr wieder vor. Das wurde bei ihrer Vollversammlung in Vahrn deutlich. von Renate Anna Rubner

Valtl Raffeiner: „Um solche Leistungen hervorzubringen, braucht es super Lehrbetriebe, eine super Schule, und es braucht super Lehrer.“

Valtl Raffeiner: „Um solche Leistungen hervorzubringen, braucht es super Lehrbetriebe, eine super Schule, und es braucht super Lehrer.“

„Dass die landwirtschaftliche Berufsbildung ins Bildungsressort umgesiedelt wurde, wurde anfänglich zwar kritisiert, inzwischen hat sich dieser Schritt aber als richtig herausgestellt“, stellte Landesrat Arnold Schuler bei der Vollversammlung der Südtiroler Gärtner in der Erlebnisgärtnerei Reifer fest. Er lobte die Gärtner für den wertvollen Beitrag, den sie tagtäglich leisten: Nicht nur für das Südtiroler Landschaftsbild, das von Pflanzen und Gärten geprägt sei, sondern auch für ihre konstruktive Mitarbeit, wenn es darum gehe, Herausforderungen für die Landwirtschaft anzugehen und Probleme zu lösen.

Prägende Meilensteine
Gärtnerobmann Valtl Raffeiner freute sich über diese lobenden Worte. Er machte auch wenig Hehl daraus zu zeigen, wie stolz er selber über die Erfolge und prägenden Meilensteine des abgelaufenen Jahres ist: So sei die Schüleraktion wieder sehr erfolgreich über die Bühne gegangen. Mit einer großen Resonanz vonseiten der Medien. „Besonders die Schülerzeitung ist sehr gut angekommen“, berichtete er.
Auch die Aktion „Schenken mit Sinn“, die gemeinsam mit der Caritas nun schon seit mehreren Jahren realisiert wird, erfährt viel Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und in den Medien. „Seitdem wir bei dieser Aktion mit dabei sind, fehlen die negativen Meldungen zum Valentinstag völlig“, freute sich Raffeiner. Zudem sei es ein gutes Gefühl, notleidenden Menschen in Äthiopien helfen zu können. Immerhin habe man im Laufe der Jahre bereits 4000 Obstbäume finanzieren können.
Das Projekt „Blühende Sprache“, in dessen Rahmen geflüchteten Personen eine – wenn auch rudimentäre – Einführung in gartenbauliche Kenntnisse, verknüpft mit entsprechendem Deutschsprachkurs, geboten werden konnte, war für das Image der Gärtner, aber auch für die einzelnen Betriebe sehr positiv. „Leider war das Betriebspraktikum etwas zu kurz“, bemängelte Raffeiner. „In diesem Jahr wird es zwar keine Wiederholung geben. Dafür aber im nächsten Jahr, und dann auch länger.“
Zur „Pflanze des Jahres“ hatte man im letzten Jahr die Geranie „Fantasia“ gekürt. Ihre Patin war die Sportlerin Lisa Fissneider, die Berichterstattung in den Medien sehr gut und die Resonanz aus der Bevölkerung entsprechend. Auch heuer wird es wieder eine Pflanze des Jahres geben, die Wahl wurde bereits getroffen: Es ist die Begonie „Summerwings“ aus dem Hause Psenner, wie Valtl Raffeiner bereits verriet. „Sie ist zwar keine richtige Neuheit mehr, aber wenig bekannt, dabei pflegeleicht, blühwillig und sehr ansprechend.“

Wieder Weltmeister
Höhepunkt des Jahres war aber, das wurde schnell deutlich, der Weltmeistertitel der beiden jungen Gärtner Toni Mittermair und Hannes Kofler bei den World Skills in Abu Dhabi. Valtl Raffeiner war, wie schon zwei Jahre davor in Brasilien, mit dabei und fieberte gemeinsam mit weiteren Gärtnerkollegen, den Trainern, Fachlehrern und mit Landesrat Philipp Achammer mit, und sie ließen die Sieger schon vor Ort hochleben.
Fachlehrerin Anna Gantioler schilderte anhand von Bildern kurz die Etappen des Duos auf ihrem Weg zum Sieg und lobte die beiden Buben für ihre unerschrockene, ruhige Art, mit den vielen Herausforderungen und Problemen des Wettbewerbes umzugehen. „Wenn ich sehe, wie diese beiden jungen, talentierten und ehrgeizigen Burschen mit­einander und ineinandergreifend arbeiten, mache ich mir um unsere (Gärtner-)Zukunft keine Sorgen“, strahlte die Lehrerin.

Kein Abschluss ohne Anschluss
Valtl Raffeiner unterstrich in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der gärtnerischen Ausbildung: „Um solche Leistungen hervorzubringen, braucht es natürlich talentierte junge Menschen, deren Familien ganz hinter ihnen stehen. Aber es braucht auch super Lehrbetriebe, eine super Schule wie die Fachschule Laimburg, und es braucht super Lehrer.“
Landesrat Philipp Achammer gab seinem Stolz Ausdruck, für die Ausbildung in den Fachschulen zuständig zu sein. Und brach eine Lanze für die Ausbildung zu praktischen Berufen: „Es muss nicht immer zuerst die Matura gemacht werden“, sagte er, „vielmehr müssen wir junge Menschen dazu ermutigen, solche Wege einzuschlagen.“ Sein Credo laute „kein Abschluss ohne Anschluss“, was bereits mit dem maturaführenden Jahr in den Fachschulen praktiziert werde.