Südtiroler Landwirt, Produktion | 15.02.2018

Neue Regeln für die Neupflanzung

Die staatliche Zuweisung von Pflanzgenehmigungen für Neupflanzungen im Weinbau ist seit 1. Jänner neu geregelt. Vor allem kann jeder Antragsteller nur mehr um maximal 3000 Quadratmeter neue Fläche ansuchen. Ansuchen sind von 15. Februar bis 15. März möglich.

Neuanlagen dürfen nicht vor der Genehmigung gepflanzt werden. Auch danach gelten Fristen. (Foto: Landesamt für Obst- und Weinbau)

Neuanlagen dürfen nicht vor der Genehmigung gepflanzt werden. Auch danach gelten Fristen. (Foto: Landesamt für Obst- und Weinbau)

Gleich bleibt auch heuer der Schlüssel für die dem Land Südtirol maximal zuweisbare Fläche: Er liegt weiterhin bei einem Prozent der in Südtirol bestehenden Weinbaufläche – das sind etwa 54,5 Hektar.
Für die Zuteilung werden nur jene Anträge zugelassen, die im LAFIS zum Zeitpunkt der Gesuchstellung über eine landwirtschaftliche Fläche im Ausmaß der anzusuchenden Fläche verfügen. Sie muss im Bauleitplan als Landwirtschaftsgebiet eingetragen sein. Sie darf keine unproduktive Flächen oder Brache sein und muss laut agronomischer Formel die weinbauliche Eignung des Standortes zur Erzeugung von Stillwein oder Sektgrundwein aufweisen.

Standorteignung vom PC aus prüfen
Um die Anbaueignung eines Standortes zu prüfen, gibt es seit Kurzem eine neue Möglichkeit: Über eine neue Anwendung als GIS-Browser (unter: http://bit.ly/gis-browser-wein) kann man weinbaurelevante Zonenabgrenzungen über Luftbilder von zu Hause aus über den PC abfragen. Wer also eine neue Rebanlage plant und um Zuteilung einer entsprechenden Genehmigung ansuchen will, kann so im Vorfeld selbst bewerten, ob die betreffende Fläche für den Anbau von Stillwein bzw. Sektgrundwein agronomisch geeignet ist. Entsprechende Zonen sind in der Anwendung farblich gekennzeichnet: dunkelgrün für Stillwein, hellgrün für Sektgrundwein.
Jeder Interessierte kann somit eine Parzelle auf Anbaueignung überprüfen, indem er zuerst die Katastralgemeinde (z. B. Jenesien) und dann die Parzellennummer (z. B. 5897/1) eingibt. Bei der Parzelle muss er zudem zwischen Grundparzelle bzw. eventueller Bauparzelle auswählen.

Ansuchen und Vergabe
Sollte die Anzahl der gestellten Ansuchen das beantragte Ausmaß von 54,5 Hektar nicht überschreiten, können auch heuer wieder jedem Antragssteller grundsätzlich mindestens 1000 Quadratmeter an beantragter Fläche zugewiesen werden. Weitere eventuell verfügbare Restflächen werden – falls effektiv vorhanden – wie bisher im Pro-Rata-System zugeteilt, also proportional zum Bedarf der jeweils angesuchten Fläche.

Maximal 3000 Quadratmeter pro Antragsteller
Neu ist, dass jeder Antragssteller ab dem Jahr 2018 nur mehr um eine Höchstfläche von 3000 Quadratmetern ansuchen darf.
Ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung muss die Pflanzung innerhalb von drei Jahren verwirklicht werden. Zudem muss die zugewiesene Fläche für mindestens fünf Jahre als Weinbau bewirtschaftet werden. Nur in Fällen höherer Gewalt und bei Rebflächen mit phytosanitären Problemen gilt die Verpflichtung, die Rebkultur beizubehalten, nicht.
Die zugewiesene Fläche darf ausschließlich in jener Region bzw. autonomen Provinz mit Reben gepflanzt werden, für die angesucht wurde. Eine Verlegung auch innerhalb des Betriebes in eine andere Region bzw. Provinz ist nicht zulässig.
Nach Abschluss eines Pachtverhältnisses von Weinbauflächen in einer anderen Region bzw. Provinz kann zukünftig frühestens nach sechs Jahren eine Verlegung des Wiederbepflanzungsrechtes aufgrund einer entsprechenden Rodung der Rebanlage in eine andere Region bzw. Provinz gestattet werden. Dies soll Verschiebungen von Wiederbepflanzungsrechten durch Scheinpachtverhältnisse in andere Regionen erschweren.
Die Anträge um unentgeltliche Zuweisung aus dem nationalen Topf sind in Südtirol vom 15. Februar bis 15. März möglich.
Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass die definitive Zuweisung erst ab Ende Juni 2018 abgeschlossen sein muss. Erst danach ist mit einer Genehmigung durch das Amt zu rechnen. Vor Erteilung derselben darf nicht gepflanzt werden!
Sollten Antragsteller weniger als 50 Prozent der beantragten Fläche zugewiesen bekommen, können sie innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Genehmigung eine Verzichtserklärung einreichen. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Genehmigung als angenommen und unterliegt – falls nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit realisiert – entsprechenden Sank­tionen.
Sanktionen werden außerdem verhängt, wenn der Antragsteller vor Erteilung der Genehmigung pflanzt, wenn er ohne Genehmigung eine widerrechtliche Pflanzung vornimmt, wenn er eine größere Fläche bepflanzt, als ihm zugeteilt wird, oder wenn er nicht zugelassene Keltertraubensorten pflanzt. Auskünfte erteilen die Mitarbeiter des Landesamtes für Obst- und Weinbau unter den Telefonnummern 0471 415056 und 0471 415048.

Förderungen im Weinbau
Die Förderung für die Umstrukturierung der Rebanlagen läuft 2018 aus. Für diese bereits eingereichten Gesuche ist die Abrechnung bis spätestens 10. Juni abzugeben, damit die entsprechende Beihilfe ausbezahlt werden kann. Für das Jahr 2019 können für die Umstrukturierung keine Gesuche mehr entgegengenommen werden. Aufgrund der knappen Geldmittel werden über die Weinmarktordnung schwerpunktmäßig nur mehr die Investitionen in Kellereien für Maschinen und Behälter sowie die Absatzförderung in Drittländern gefördert.