Wirtschaft | 22.01.2018

Modernste Veranstaltung

Mit folkloristischen Klängen und Tänzen und in den bunten Farben des diesjährigen Partnerlandes Bulgariens wurde am vergangenen Donnerstag im City Cube der Messe Berlin die Eröffnung der Internationalen Grünen Woche 2018 gefeiert. Eine Messe des Austauschs und Kennenlernens, wie bei der Eröffnung mehrmals betont wurde. von Renate Anna Rubner

Auch eine Abordnung aus Südtirol war vergangene Woche zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin und traf sich am Südtirol-Stand.

Auch eine Abordnung aus Südtirol war vergangene Woche zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin und traf sich am Südtirol-Stand.

Als modernste Veranstaltung der Messe Berlin beschrieb Direktor Christian Göke die Internationale Grüne Woche:  „Mit 1660 Ausstellern aus 66 Ländern ist die diesjährige 83. Grüne Woche eine einmalige Gelegenheit, Neues zu entdecken und kennenzulernen.“ In den knapp zehn Messetagen erwartet man rund 400.000 Besucher, die mehr als 100.000 landwirtschaftliche Produkte aus aller Welt verkosten können.
Die Grüne Woche sei aber mehr als Essen und Trinken, wie Göke gleich klarstellte: Mit 300 Fachveranstaltungen, die rund um die Messe stattfinden werden, allen voran das Global Forum for Food and Agriculture, ist die Messe eine Plattform für enormen fachlichen Austausch, kritische Diskussionen, denen man sich in Landwirtschaft und Ernährungssektor stellen müsse.

Herausforderungen auf Bundes- und europäischer Ebene
Dies bestätigte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und unterstrich die großen Herausforderungen, denen man sich auf Bundes- und europäischer  Ebene zu stellen habe um die Landwirtschaft ökonomisch tragfähig und gleichzeitig ökologisch nachhaltig zu gestalten: Neben der Reduktion des Flächenverbrauchs und einer verstärkten Förderung der Biodiversität, stehe das Tierwohl zuoberst in der Prioritätenliste. Wie auch die deutliche Verminderung des Einsatzes von Glyphosat.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, sprach sich für eine gute Politik für ländliche Räume aus und sagte in Richtung Phil Hogan: „Ihre Vorschläge für die nächste Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind eine gute Basis. Wir müssen aber gemeinsam daran arbeiten, damit wir im ländlichen Raum jungen Menschen Perspektiven bieten.“ Die Landwirtschaft müsse und wolle ihre Verantwortung gerne wahrnehmen. Das habe sie in der Vergangenheit bereits bewiesen und habe aktiv bei den Themen Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz mitgearbeitet.
Eines kritisierte Joachim Ruckwied allerdings scharf: „Wenn wir Diskussionen künftig so führen wie beim Thema Glyphosat und die Entscheidungen entsprechend getroffen werden, laufen wir Gefahr, von der Champions-League, in der wir uns in Europa heute glücklicherweise befinden, in die Regionalliga abzusteigen!“

Bulgarien als Partnerland
Bulgarien ist in diesem Jahr das Partnerland der Grünen Woche. Mit folkloristischer Musik und farbenfrohen Trachten stellte sich bei der Eröffnungsfeier das Land zunächst von seiner kulturellen Seite vor. Von der bulgarischen Kulinarik konnten sich die Besucher beim anschließenden Buffet ein Bild machen. Bulgariens Landwirtschaftsminister H.E. Rumen Porodzanov unterlegte die sinnlichen Eindrücke mit Fakten und stellte die Bulgarische Landwirtschaft in Zahlen vor. So sei Bulgariens Landwirtschaft in stetem Wachstum begriffen, auch im Bereich des Bioanbaus. Das Klima des Landes sei günstig und die Böden fruchtbar: Es gedeihen Getreide, Obst und Gemüse, Trauben für erlesene Weine, Rosen und Lavendel für international nachgefragte Öle. Auch Fischerei, Tierzucht und Imkerei stellen Standbeine der bulgarischen Landwirtschaft dar. Berühmt sind bulgarischer Joghurt und Käse, die beide zum großen Teil in den Export gehen.