Arbeitsberatung, Südtiroler Landwirt, Steuerberatung | 18.01.2018

Viel Kontinuität im Bilanzgesetz

Mehrere erwartete und erfreuliche Verlängerungen, eine Erleichterung für die Imker, das Verbot der Lohn­zahlung mit Bargeld … Das sind einige der aus Sicht der Landwirtschaft wichtigen Punkte aus dem vom ­italie­nischen Parlament Ende Dezember verabschiedeten Bilanzgesetz. von Florian Rauter und Thomas Wieser, SBB

Wer Wohnraum saniert oder dort Energiesparmaßnahmen umsetzt, kann auch heuer Absetzbeträge in Anspruch nehmen.

Wer Wohnraum saniert oder dort Energiesparmaßnahmen umsetzt, kann auch heuer Absetzbeträge in Anspruch nehmen.

Wenn das italienische Parlament gegen Jahresende das Bilanzgesetz verabschiedet, wirkt sich das auch auf bäuerliche Betriebe und Familien aus. Die Steuerberatung und die Abteilung Arbeitsberatung/Löhne des Südtiroler Bauernbundes haben die für die Landwirtschaft wichtigsten Punkte zum Jahresende zusammengefasst.

Aufwertung Baugrund
Die Aufwertung von Baugrund und Bauerwartungsland sowie für Beteiligungen wurde neu aufgelegt. Es gilt eine einheitliche Ersatzsteuer von acht Prozent. Bis spätestens 2. Juli muss ein Ingenieur, Geometer, Architekt oder Agronom eine beeidigte Schätzung des Grundwertes zum 1. Jänner 2018 vornehmen. Innerhalb 2. Juli 2018 ist die Ersatzsteuer zu bezahlen, die auf drei Raten mit einem Zins­aufschlag von drei Prozent aufgeteilt werden kann (Fälligkeiten: 2.7.2018, 30.6.2019 und 30.6.2020).

Sanierung und Energiesparen
Folgende Steuerabsetzbeträge für die Einkommenssteuer wurden um ein weiteres Jahr verlängert: in Höhe von 50 Prozent für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie für den Ankauf von Möbeln und Elektrogeräten für sanierte Wohneinheiten; in Höhe von 65 Prozent für Energiesparmaßnahmen. Diese Steuerabsetzbeträge gelten nun bis zum 31. Dezember 2018.
Von 65 Prozent auf 50 Prozent reduziert wird der Absetzbetrag für Energiesparmaßnahmen hingegen beim Austausch von Fenstern, von bestimmten Heizanlagen und bei der Installation von Sonnenschutzsystemen. Für die Anlage und Pflege von Gärten und Grünanlagen sowie für die Anlage von ­Brunnen und Bewässerungsanlagen an Wohngebäuden und deren Nebeneinheiten ist für das Jahr 2018 ein neuer Steuerabsetzbetrag in Höhe von 36 Prozent bis maximal 5000 Euro vorgesehen.

Kompensierungssatz für Rinder und Schweine
Die Möglichkeit für einen erhöhten Kompensierungssatz bis zu 7,7 Prozent für Rinder und bis zu acht Prozent für Schweine wird für die Steuerjahre 2018, 2019 und 2020 verlängert.
Dazu muss bis 31. Jänner des jeweiligen Jahres ein entsprechendes Ministerialdekret erlassen werden. In den Jahren 2016 und 2017 wurde mit Dekret ein Kompensierungssatz von 7,65 Prozent für Rinder und von 7,95 Prozent für Schweine beschlossen.

Einkommenssteuer-Befreiung für Imker
Ab dem Steuerjahr 2018 sind die Imker mit bis zu 20 Bienenvölkern in Gemeinden im Berggebiet für die erzielten Einkommen aus der Imkertätigkeit von der Einkommenssteuer befreit.

„Zu Lasten“ lebende Kinder
Damit ein Familienmitglied als steuerlich „zu Lasten“ gilt, gab es bisher eine einheitliche Einkommenshöchstgrenze von 2.840.51 Euro. Ab dem Steuerjahr 2019 wird diese Grenze für Kinder unter 24 Jahren auf 4000 Euro erhöht. Für die übrigen Familienmitglieder bleibt die Grenze bei 2.840,51 Euro.

Lohnzahlungen in bar verboten
Ab 1. Juli 2018 müssen alle Lohnzahlungen über rückverfolgbare Zahlungssysteme gemacht werden. Für die Lohnzahlung gibt es somit drei Möglichkeiten: Erstens per Banküberweisung (an den vom Arbeitnehmer angegebenen IBAN), zweitens mit einem direkt auf den Arbeitnehmer lautenden Zirkularscheck oder drittens mit anderen elektronischen Bezahlsystemen (z. B. aufladbare Karten). Eine Zahlung in bar ist nicht mehr zulässig. Bei Nichteinhaltung der Bestimmung ist eine Strafe von 1000 bis 5000 Euro vorgesehen. Ausgenommen von der Bestimmung sind die Arbeitsverhältnisse mit Hausangestellten.

Bonus 80 Euro (Bonus Renzi)
Mit 1. Jänner 2018 werden die Einkommensgrenzen für die Inanspruchnahme des Bonus durch die Arbeitnehmer erhöht. Der volle Bonus von 960 Euro pro Jahr (80 Euro pro Monat) wird nun bis zu einer Steuergrundlage von 24.600 Euro gewährt. Bisher lag die Grenze bei 24.000 Euro. Der Bonus nimmt dann bis 26.600 Euro ab, und ab dieser Grenze steht kein Bonus mehr zu.