Südtiroler Landwirt, Produktion | 18.01.2018

Mit Düngeplanung zum Erfolg

Eine optimale Düngung der Wiesen und Äcker legt neben deren Pflege den Grundstein für angemessene Erträge und gute Futterqualitäten. Der Beratungsring Berglandwirtschaft bietet seinen Mitgliedern seit etwa einem Jahr die Erstellung eines Düngeplanes an. von Hannes Klocker, BRING

Damit Ertrag und Qualität stimmen, brauchen Wiesen und Äcker eine gezielte und bedarfsgerechte Düngung.

Damit Ertrag und Qualität stimmen, brauchen Wiesen und Äcker eine gezielte und bedarfsgerechte Düngung.

Besonders bei größeren Viehbetrieben mit vielen Feldstücken kann eine gezielte Düngungsplanung dazu beitragen, die wertvollen Betriebsmittel Gülle, Festmist oder Jauche entsprechend der Nutzungsintensität und Ertragslage bestmöglich zu verteilen.
Bei der Erstellung des Düngeplanes werden zunächst die Flächen- und Tierbesatzdaten anhand des LAFIS-Bogens in das System eingetragen. Anhand des durchschnittlichen Tierbestandes wird eine Jahres-Anfallmenge an Wirtschaftsdünger auf dem Betrieb geschätzt. Besser ist es natürlich, wenn der Betriebsleiter in Kenntnis der Mengen der produzierten Wirtschaftsdünger am Betrieb ist. Dies steigert die Genauigkeit der Düngeplanung und berücksichtigt beispielsweise auch den Wasseranteil der Gülle (Melkstandreinigung, Regenwasser usw.).

Untersuchung bringt genauere Daten
Um die Genauigkeit noch zu verbessern, können die Nährstoffgehalte der Dünger mittels Laboruntersuchung ähnlich wie bei Futtermitteln untersucht werden. Liegt keine Untersuchung vor, so wird mit einem durchschnittlichen Tabellenwert der in der Laimburg analysierten Wirtschaftsdünger gearbeitet.
Bei der Düngung gilt der Grundsatz „Komme oft – bringe wenig“. Gemäß diesem Grundsatz ist es besser, mehrmals kleine Gaben zu düngen als beispielsweise hohe Einzelgaben im Frühjahr und Herbst auszubringen. Die Anzahl der Düngergaben und deren Menge orientieren sich natürlich am Viehbesatz am Betrieb. Im Grünland sollten Einzelgaben von über 20 Kubikmeter unverdünnter Gülle pro Hektar vermieden werden, da sie einerseits zu Abdeckschäden führen können und andererseits die hohe Nährstofffracht von der Grasnarbe nicht aufgenommen werden kann. 15 bis maximal 18 Kubikmeter pro Hektar sind ideal. Dies entspricht beispielsweise bei einer Fassgröße von 3000 Litern fünf bis sechs Fuhren je Hektar.
Liegen am Betrieb Bodenanalysen der verschiedenen Feldstücke vor, so können auch diese bei der Erstellung des Düngeplanes berücksichtigt werden. Schlechter versorgte Böden können somit stärker gedüngt werden als die gut versorgten Böden am Betrieb.

Zwischenfrucht auf Maisäckern
Auf Maisäckern sollte im Herbst grundsätzlich eine Zwischenfrucht wie Winterroggen gesät werden, welche imstande ist, die Nährstoffe der Herbstdüngung aufzunehmen.
Die Düngung sollte möglichst zeitnahe zum Auflaufen der Zwischenfrucht oder evtl. auch erst nachher erfolgen, um Stickstoffauswaschungen in das Grundwasser zu vermeiden. Erfolgt die Düngung auf warmem Boden ohne Pflanzendecke, wird der Ammoniumstickstoff von den Bodenbakterien rasch in Nitrat umgewandelt. Dieses wird im Gegensatz zu Ammoniumstickstoff im Boden nicht gebunden und ist somit leicht auswaschbar.

Nitratauswaschung vermeiden
Bei der Frühjahrsdüngung von Maisäckern gilt es zu beachten, dass zwischen Düngung und Auflaufen der Pflanzen mitunter viel Zeit verstreicht. Auch hier kann es aufgrund der warmen Bodentemperaturen zur Umwandlung des Ammoniums in Nitrat mit darauffolgender Auswaschung kommen.
Um einerseits das Grundwasser zu schützen und andererseits die Nährstoffe möglichst für die Kulturpflanze verfügbar zu machen, kann es sinnvoll sein, sogenannte Nitrifikationshemmer einzusetzen, die ebendiese Umwandlung von Ammonium in Nitrat verzögern. Nicht zuletzt sollten die Grubenräume ausreichend groß sein, um eine pflanzenbaulich sinnvolle Düngung zu gewährleisten.
Für Fragen zur Düngung im Futterbau oder zur Erstellung von Düngeplänen stehen die Grünlandberater des Beratungsringes gerne zur Verfügung.

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