Produktion | 17.01.2018

Anleitung zum Baumschnitt

Der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau beschäftigt sich in seiner neuesten Publikation mit dem Schnitt und der Erziehung von Apfelbäumen.

Der perfekte Schnitt des Apfelbaumes in der Detailaufnahme. (Foto: Beratungsring)

Der perfekte Schnitt des Apfelbaumes in der Detailaufnahme. (Foto: Beratungsring)

Für den Schnitt der Apfelbäume investieren die Bauern jedes Jahr sehr viele Arbeitsstunden. Lediglich die Ernte und die Handausdünnung sind noch zeitaufwändiger. Allein daraus ist ersichtlich, dass es sich dabei um eine besonders wichtige Tätigkeit handelt.
Robert Wiedmer, Koordinator des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau, erklärt: „Die wichtigsten Ziele im Apfelanbau sind regelmäßige Erträge und eine gute Fruchtqualität. Dies gelingt nur, wenn die Bäume ruhig wachsen und sich in einem physiologischen Gleichgewicht befinden. Maßgebliche Bedeutung hat hierbei der Baumschnitt.“

Hohe schlanke Spindel ist Standard
Das vorherrschende Erziehungssystem im Südtiroler Apfelanbau ist die hohe schlanke Spindel. Die Bäume werden an einem Stützgerüst befestigt und können mit dessen Hilfe etwa 3,5 Meter hoch wachsen. Ein kegelförmiger Aufbau der Äste begünstigt eine optimale Ausnutzung des einfallenden Sonnenlichts, eine der wichtigsten Voraussetzungen, um die Fruchtbarkeit der Pflanzen zu erhalten und eine optimale Ausfärbung und Qualität der Früchte zu gewährleisten.
 
Baumschnitt ist vorwiegend Handarbeit
Geschnitten werden die Bäume vorwiegend im Winter. Zum einen, weil es arbeitstechnisch leichter durchführbar ist, zum anderen aber auch weil ohne Blätter die Bauform besser sichtbar ist und die Schnitteingriffe gezielter erfolgen können.
Nach wie vor erfolgt der Baumschnitt in Südtirol in erster Linie in Handarbeit. Beobachtungen der vergangenen Jahre haben aber auch gezeigt, dass der maschinelle Schnitt unter gewissen Voraussetzungen eine interessante Alternative darstellt.  
 
Broschüre beim Beratungsring erhältlich
Auf 77 Seiten erfahren Interessierte Wissenswertes über den Schnitt von Jung- und Ertragsanlagen, aber auch über das Pflanzsystem, die Pflanzdichte und das notwendige Stützgerüst. Weitere Kapitel sind der Wachstumsberuhigung und der Wachstumsförderung gewidmet. Die Themen sind anhand von Bildern und Grafiken leicht verständlich und anschaulich dargestellt. Interessierte erhalten die Broschüre in den Büros des Südtiroler Beratungsringes für Obst- und Weinbau.