Steuerberatung | 20.12.2017

Jetzt Voraussetzungen für Befreiung überprüfen

Sind Landwirtschaftsbetriebe von der MwSt.-Registerführung befreit, müssen sie jetzt prüfen, ob sie die Voraussetzungen noch erfüllen. Andernfalls müssen sie die Registerführung nachholen und die anfallenden Steuern zahlen.

Landwirtschaftsbetriebe, die von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit sind, genießen zahlreiche Erleichterungen: Befreiung von Rechnungslegung und von Registrierung der Verkaufsrechnungen, Tageseinnahmen und Eingangsrechnungen, Befreiung von der Abfassung der Mehrwertsteuer-Jahreserklärung und der Einzahlung der Mehrwertsteuer.

Voraussetzungen für die Befreiung 2018

Befreite Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei Verkäufen eine Eigenrechnung und müssen diese Eigenrechnung zusammen mit den erhaltenen Einkaufsrechnungen fortlaufend nummerieren und aufbewahren.
Damit ein Landwirtschaftsbetrieb von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit ist, muss zum einen der Vorjahresumsatz (2017) unter 7000 Euro liegen.
Zum anderen muss der Vorjahresumsatz zu zwei Dritteln aus dem Verkauf von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten bestehen. Das sind Produkte, die einen Kompensierungssatz aufweisen (wie z.B. der Verkauf von einem Rind oder Milchlieferungen an die Genossenschaft).

Kontrollen zum Jahresende

Damit die Befreiung für 2017 nicht rückwirkend verloren geht, muss der Betrieb überprüfen, ob sämtliche Verkäufe im laufenden Jahr (einschließlich der Veräußerung von Anlagegütern) zu zwei Dritteln aus dem Verkauf von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten bestehen. Andernfalls müssen die Mehrwertsteuerregister nachgeholt und die geschuldete Mehrwertsteuer auf nicht-landwirtschaftliche Produkte eingezahlt werden. Es fällt in diesem Falle auch die Nettowertschöpfungssteuer IRAP an.

Was zählt zum Umsatz?

Folgende Operationen zählen zum Umsatz:

  • Verkauf landwirtschaftlicher Produkte,
  • Verkauf nicht-landwirtschaftlicher Produkte,
  • Anlieferungen an die Genossenschaften,
  • Verkäufe an befreite Landwirtschaftsbetriebe,
  • Dienstleistungen,
  • Tageseinnahmen bei Verkäufen an Endverbraucher.



    Nicht zum Umsatz zählen:

  • die Mehrwertsteuer (IVA),
  • Anlagegüter,
  • Umsätze aus anderen Tätigkeiten (z.B. UaB).