Förderungen, Südtiroler Landwirt, Betriebsberatung | 07.12.2017

Zeitfenster für Förderungsansuchen

In den vergangenen Jahren hat die Landesregierung viele Förderungen in Land- und Forstwirtschaft reformiert. Für einige davon kann man nicht mehr das ganze Jahr über ansuchen. Um die Betriebsleiter bei ihrer Terminplanung im Jahr 2018 zu unterstützen, verschafft ihnen die Bauernbund-Betriebsberatung einen Überblick. von Abteilung Betriebsberatung

Für einige Förderungen im Berggebiet – u. a. Hofzufahrten – kann man nur in den ersten zwei Monaten 2018 ansuchen.

Für einige Förderungen im Berggebiet – u. a. Hofzufahrten – kann man nur in den ersten zwei Monaten 2018 ansuchen.

Die Reformen der Beitragsrichtlinien in den letzten Jahren haben mit sich gebracht, dass Bauern bei einigen Förderungen nicht mehr das ganze Jahr über, sondern nur mehr in einem begrenzten Zeitraum ansuchen können. In der Folge werden diese einzelnen Förderungen kurz beschrieben.
Des Weiteren ist zu bedenken, dass mit der Verknappung des Haushaltes es nun in einigen Bereichen Förderungen nur mehr „bis zur Erschöpfung der Geldmittel“ gibt. Dieser Satz bedeutet: Wenn sehr viele ansuchen und das vorgesehene Geld fertig ist, kriegt man nichts mehr, auch wenn man rechtzeitig angesucht hat. Betriebsleiter müssen dies bei ihrer Finanzplanung beachten. Bei der Beschreibung der einzelnen Förderungen steht im Anschluss der Termine der Hinweis, wenn die Gelder begrenzt sind.

Erstniederlassungsprämie für Junglandwirte
Starttermin für diese Förderung ist Anfang Jänner. Ansuchen können Junglandwirte, die einen landwirtschaftlichen Betrieb vor maximal einem Jahr übernommen haben und die zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe nicht älter als 40 Jahre sind. Die Gesuche werden bis Ende Juli angenommen.
Wo? Amt für bäuerliches Eigentum, Tel. 0471 415016, oder Bezirksämter für Landwirtschaft.

Förderungen in Berggebieten
Die Almförderung umfasst Förderungen für die Errichtung von Gebäuden, d. h.Stall, Stadel und Wohnraum, Anlagen für die Wasserversorgung des Weideviehs, Weidezäune, Weideroste, Weideverbesserung, Fütterungseinrichtungen und sonstige Einrichtungen für die Weide­wirtschaft, weiters Anschlusswege und Materialseilbahnen. Die Alm muss für mindestens 60 Tage bewirtschaftet werden.
Unter den Punkt Hofzufahrten fallen auch Seilbahnen, die der Erschließung von Höfen dienen und Trink- und Löschwasserleitungen.
Es gibt auch Förderungen für Forstwege und nicht produktive Investitionen zur Verbesserung des ökologischen Wertes des Waldes. Das sind z. B. waldbauliche Bestandspflege, Läuterung, Durchforstung in Hochwäldern und Reaktivierungsarbeiten in überalterten oder vernachlässigten Niederwäldern. Diese Waldförderungen wurden in einem Artikel im „Südtiroler Landwirt“ Nr. 16 vom 15. September 2017 ab Seite 41 genau beschrieben.
Für alle diese Vorhaben kann von Anfang Jänner bis Ende Februar angesucht werden. Überall dort, wo eine Baukonzession und Genehmigungen verlangt werden, müssen diese bei der Gesucheinreichung bereits vorhanden sein.
Wo? Amt für Bergwirtschaft, Brennerstraße 6, Bozen, Tel. 0471 415360.

Landschaftspflege
Unter diese Förderung fallen Holzdächer, Holzzäune, Trockenmauern, die Instandhaltung von Wegen in Naturparken, die Instandhaltung von Mühlen, Kapellen, Bildstöcken, Wegkreuzen, „Marterlen“, Sägen und Waalen.
Der Gesuchtermin erstreckt sich von Mitte Jänner bis zum 31. März. Wenn die Geldmittel erschöpft sind, werden auch früher keine Gesuche mehr angenommen.
Wo? Innerhalb von Naturparken, Natura-2000-Gebieten, im Landschaftsschutzgebiet Seiser Alm und in Biotopen sowie bei Gesuchen für Waale: Verwaltungsamt für Landschaft und Raumentwicklung, Rittner Straße 4, Bozen, Tel. 0471 417871; in allen übrigen Fällen beim Südtiroler Heimatpflegeverband im Waltherhaus, Schlernstraße 1, Bozen, Tel. 0471 973693.

Verhütung von Wildschäden
Das sind z. B. Wildzäune, Wildroste, Monoschutzsäulen oder Scheuchanlagen.
Interessierte können ab Anfang Jänner bis 31. Mai ansuchen.
Wo? Amt für Jagd und Fischerei, Brennerstraße 6, Bozen, Tel. 0471 415170, und in seinen Dienststellen.

Wohnhaus Energieeinsparung Landesförderungen
Darunter fallen Beiträge für Holzheizungen, Isolierung von Dach und Außenwänden, Fenster bei Gebäuden mit einer Baukonzession vor dem 12. Jänner 2005. Gefördert werden auch Solaranlagen, Wärmepumpen und bei nicht an das Stromnetz angeschlossenen Gebäuden auch Photovoltaik- oder Windkraftanlagen. Ansuchen kann man ab Anfang Jänner bis zum 30. Juni. Bei dieser Förderung ist es auch so, dass keine Beiträge mehr gewährt werden, wenn die vorgesehenen Gelder erschöpft sind.
Wo? Amt für Energieeinsparung, Mendelstraße 33, Bozen, Tel. 0471 414720

Informationen im Internet
Die Landesämter haben im Internet detaillierte Informationen zu den einzelnen Beiträgen veröffentlicht, und man kann auch Gesuchformulare herunterladen und zu Hause ausfüllen. Der Beitragsfinder des Südtiroler Bauernbundes hilft beim Auffinden der gewünschten Internetseite.
Mitglieder mit Login können hier eine Broschüre über Investitionsförderungen herunterladen. Wer kein Internet hat, kann sich diese Broschüre auch im Bauernbund-­Bezirksbüro ausdrucken lassen. In dieser sind die genannten Förderungen genau beschrieben.