Politik | 07.12.2017

Wolfsplan: Einigung nicht in Sicht

Die Staat-Regionen-Konferenz hätte sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Thema Wolf befassen sollen; da aber keine einheitliche Haltung bei den Vertretern der Regionen und Autonomen Provinzen herrscht, wurde beschlossen, das Thema nochmals zu vertiefen und daher aufzuschieben. von LPA

Auf staatlicher Ebene ist weiterhin kein einheitlicher Wolfsplan in Sicht.

Auf staatlicher Ebene ist weiterhin kein einheitlicher Wolfsplan in Sicht.

Forst- und Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler unterstreicht: „Auch die aktuelle Version des italienischen Wolfsplans erlaubt keinen ausreichenden Schutz für die Nutztiere der Bauern. De facto hat sich seit Februar am Vorschlag zum Wolfsplan nichts verändert.“ Es sei jedoch gelungen, die Allianz der Regionen, die den Wolfsplan in dieser Form ablehnen, in der Landwirtschaftskommission vergangene Woche zu vergrößern: „Neben dem Trentino, Aosta und Südtirol lehnen nun auch das Veneto und die Toskana den Plan in dieser Form ab“, berichtet Schuler.

Nachvollziehbare Regeln schaffen
Zudem hat Landesrat Schuler einen Brief an die Mitglieder der Staat-Regionen-Konferenz geschrieben, in dem er nachvollziehbare Regeln für das Wolfsmanagement fordert: "Dieser Plan muss realistisch und damit umsetzbar sein. Den Regionen bzw. Autonomen Provinzen soll es erlaubt werden, Wölfe zu entnehmen.“ Landesrat Schuler mahnt dafür einen Schulterschluss mit den Alpenregionen Italiens an. Nachdem es in diesem Fall für die Annahme in der Staat-Regionen-Konferenz die Einstimmigkeit der Regionen braucht, stand fest, dass der Plan nicht genehmigt werden wird.
Der Plan zum Wolfmanagement hätte bereits in der Staat-Regionen-Konferenz im Februar dieses Jahres beschlossen werden sollen. Auf Intervention von Landesrat Arnold Schuler wurde der Tagesordnungspunkt auch damals vertagt. Zugleich wurde sein Vorschlag angenommen, den Plan auch in der Landwirtschaftskommission zu diskutieren. Es zeichnete sich schon damals ab, dass die Möglichkeit einer Entnahme aus dem Plan gestrichen werden sollte.

Klare Kompetenzen auf lokaler Ebene gefordert
„Zwischen 2010 und 2016 wurde jedes Jahr die Präsenz von höchstens zwei oder drei verschiedenen Wölfen in Südtirol bestätigt – heuer waren es nun bereits sieben bis acht Tiere“, führt Landesrat Schuler aus. Auch die Rudel rund um Südtirol, die bis zu 100 Kilometer in einem Tag zurücklegen können, haben heuer stark zugenommen. Derzeit werden mehr als zehn Rudel zwischen dem Veneto, der Schweiz, dem Trentino, der Lombardei und Bayern gezählt. „Wir brauchen auf lokaler Ebenen klare Kompetenzen beim Wolfsmanagement, denn der günstige Erhaltungszustand, der immer wieder für die Regulierung gefordert wird, ist längst überschritten“, unterstreicht Schuler.

„Etwa 40 Risse gehen im laufenden Jahr nachweislich auf das Konto des Wolfes“, erklärt der Landesrat und ergänzt: „Die Wölfe werden zukünftig sicher enorme Probleme bereiten. Wir haben 1736 Almen, die zur Gänze bewirtschaftet sind, und auf die zahlreiche Kühe und Schafe aufgetrieben werden. Das verträgt sich nicht mit der Entwicklung der Wolfspopulation in Südtirol.“