Südtiroler Landwirt | 07.12.2017

Damit das Licht nicht ausgeht

Zum Jahreswechsel ändert sich einiges auf dem Strommarkt. In einigen Fällen müssen die Kunden im ­„geschützten Strommarkt“ reagieren und zum Beispiel einen neuen Dauerauftrag bei der Bank erteilen. Hier die Details im Einzelnen. von Tanja Rainer, SBB-Verwaltung

Weniger Geld in der Steckdose lassen: Im Internet kann man die verschiedenen Stromangebote direkt vergleichen.

Weniger Geld in der Steckdose lassen: Im Internet kann man die verschiedenen Stromangebote direkt vergleichen.

Alle Südtiroler Kunden im geschützten Markt von ENEL (Servizio Elettrico Nazionale – Service mit höherem Schutz) wechseln am 1. Jänner automatisch in den geschützten Markt von ALPERIA ENERGY (TU.GG).
Grund für diesen Wechsel ist, dass sich die ENEL aus diesem Marktsegment von Südtirol zurückzieht. Der Wechsel zu ALPERIA ­ENERGY (TU.GG) erfolgt automatisch und ohne dass der Stromkunde einen neuen Vertrag abschließen muss. Eventuelle Kautionen, die seinerzeit beim Vertragsabschluss bezahlt wurden, zahlt ENEL mit der letzten Rechnung zurück.

Neuen Dauerauftrag abschließen
Besteht ein Dauerauftrag mit ENEL, wird dieser automatisch gelöscht. Mit dem neuen Anbieter ALPERIA ENERGY (TU.GG) ist unbedingt und sofort ein neuer Dauerauftrag abzuschließen! Achtung, wer sich nicht darum kümmert, dem könnte  der Strom wegen nicht bezahlter Rechnungen irgendwann abgedreht werden!
Jedenfalls muss die Eigenerklärung für die Anwendung des begünstigten MwSt.-Satzes in der Landwirtschaft von zehn Prozent (normal 22%) neu eingereicht werden. Den Vordruck dafür erhalten Bauernbund-Mitglieder in den Steuerabteilungen des Bezirksbüros.
Es bietet sich die Gelegenheit, auch den aktuellen Stromtarif zu vergleichen, zu überprüfen und eventuell über einen Umstieg auf den freien Markt nachzudenken.
Die Angebote der einzelnen Stromanbieter können sehr einfach im Internet verglichen werden: Dazu die Seite www.autorita.energia.it aufrufen, dann den Menüpunkt „Trova ­offerte“ anklicken.
Der Südtiroler Bauernbund hat über den Südtiroler Wirtschaftsring eine Konvention mit der Alperia Energy GmbH abgeschlossen. Aufgrund dieser Konvention erhalten alle Mitglieder des Südtiroler Bauernbundes für den Landwirtschaftsstrom einen Rabatt von 9,5 Prozent auf den Strompreis.

Was konkret zu tun ist
Wenn man sich entscheidet, auf dem geschützten Markt zu bleiben:
   - Dann neuen Dauerauftrag bei der Bank unterschreiben;
   - Neue Eigenerklärung für die zehn Prozent MwSt.-Begünstigung für den
     Landwirtschaftsstrom ausfüllen und an den Stromanbieter schicken (Formular ist in den
     Bauernbund-Bezirksbüros – Abteilung Steuerberatung erhältlich).
Wer auf den freien Markt wechselt, den Anbieter auswählen und folgende Unterlagen ins Kundenbüro mitbringen:
   - Kopie vom Ausweis des gesetzlichen Vertreters;
   - Steuernummer/MwSt.-Nummer;
   - Katasterdaten der betroffenen Gebäude, in denen sich die Zähler befinden;
   - Bankdaten (IBAN) für die automatische Abbuchung der Rechnungen (SEPA).

Bei Vertragsabschluss mit ALPERIA muss man auf die Konvention mit dem Südtiroler Bauernbund verweisen. Die soeben genannten Dokumenten in die Kundenbüros von ALPERIA (Bozen, Brixen, Meran, Auer und in St. Ulrich) mitbringen oder in den Steuerabteilungen der Bezirksbüros des Südtiroler Bauernbundes nachfragen.

Geschützter und freier Strommarkt

Der geschützte Strommarkt wird von der Aufsichtsbehörde für Strom, Gas und Wasser (AEEGSI) geregelt. Alle drei Monate werden die Strom- und Gaspreise festgelegt.
Am 1. Juli 2007 wurde der Strommarkt liberalisiert und der sogenannte freie Markt eingeführt, bei dem Strom- und Gaspreise durch den Markt bestimmt werden. Der Kunde kann seither entscheiden, ob er Strom bzw. Gas vom geschützten oder aber vom freien Markt bezieht. Mit einem einfachen Blick auf die Rechnung (meistens links oben) kann der Kunde erkennen, von welchem Markt er seine Energie bezieht.
Der geschützte Markt wird wahrscheinlich nur bis 30. Juni 2019 gewährleistet, sofern der Termin nicht aufgeschoben wird. Nach dessen Abschaffung wird es – nach aktuellem Wissensstand – eine Ausschreibung geben, an der sich alle Energieanbieter der Europäischen Union beteiligen können. Alle Kunden, die sich dann noch auf dem geschützten Markt befinden, werden automatisch zu Kunden des Wettbewerbssiegers.
Es ist aus diesem Grund besonders ratsam, bereits jetzt zu einem neuen Anbieter auf den freien Markt zu wechseln, der unter den Anbietern frei gewählt werden kann.