Arbeitsberatung | 24.11.2017

Es drohen hohe Strafen

Wenn Arbeitgeber den Sozialabgaben-Anteil ihrer Arbeitnehmer nicht bezahlen, drohen ihnen hohe Strafen. Darauf weist die Bauernbund-Arbeitsberatung hin.

Es ist bekannt, dass der Arbeitgeber bei einem Arbeitsverhältnis mit einem Arbeitnehmer Sozialabgaben dem NISF/INPS einbezahlen muss. Genau betrachtet aber, ist bei den Sozialabgaben ein Teil zu Lasten des Arbeitgebers (ca. 9%) und ein Teil zu Lasten des Arbeitnehmers (8,84%). Der Arbeitnehmer tätigt die Einzahlung nur nicht selbst, da sein Anteil über den Lohnstreifen einbehalten wird. Wird dieser somit vom Arbeitgeber nicht an das NISF/INPS einbezahlt, handelt es sich für den Gesetzgeber um Diebstahl. Früher hatte dies strafrechtliche Auswirkungen für den Arbeitgeber zufolge.

Nicht mehr nur strafrechtlich

Eine Bestimmung, welche am 6. Februar 2016 in Kraft trat, sieht nun hingegen, je nach Höhe der Beträge, zwei verschiedene Arten von Strafen vor:
1. Verwaltungsstrafe: bei Nichtzahlung der Sozialbeiträge bis zu 10.000€ pro Jahr, wird eine Verwaltungsstrafe von 16.667€ verhängt.
2. Strafrechtliche Auswirkung: bei mehr als 10.000€ pro Jahr, wird die Straftat mit einer Haft bis zu drei Jahren und mit einer Geldstrafe bis zu 1.032€ sanktioniert.

PEC-Adresse prüfen
Das NISF/INPS hat neulich begonnen den Betrieben die Zustellungen zuzuschicken. Derzeit werden diese nur per Post zugeschickt. Gesetzlich können sie aber per Post sowie auch per PEC-Adresse zugestellt werden. Es ist deshalb äußerst wichtig, auch diese immer wieder zu prüfen.

Ablauf der Zahlung
Nach Erhalt der Zustellung hat man maximal 3 Monate Zeit die ausständigen Sozialbeiträge zu entrichten. Auf dieser Weise wird keine Strafe angewandt. Diese sind bei dem Einzugsamt (Agenzia Delle Entrate) zu bezahlen. Die Summe der geschuldeten Beträge findet man im Protokoll generell auf der letzten Seite, welche die Überschrift „Übersicht zu den Unterlassungen – landwirtschaftliche Betriebe“ trägt. Dem Beamten des Einzugsdienstes sollte man diese Übersicht zeigen, damit er die Zahlung mit dem effektiven Arbeitnehmeranteil der Sozialbeiträge verknüpfen kann. Die Arbeitsberatung des SBB empfiehlt, die Beiträge des Arbeitnehmeranteiles und auch eventuell ausstehende Beträge für den Arbeitgeber gleich zu bezahlen. Außerdem muss man für die Zustellung dem NISF/INPS 6,60€ pro Protokoll bezahlen. Dies kann man mittels F24 mit Identifizierungsdaten tun.

Wenn man 3 Monate nach Zustellung die Beiträge nicht bezahlt, dann fallen die oben genannten Sanktionen an, und es kann dann auch zu einer Zwangsenteignung kommen. Für Beratung und Hilfe stehen die Lohnbüros des SBB in den Bezirken gerne zur Verfügung.