Betriebsberatung, Südtiroler Landwirt, Marketing | 23.11.2017

Neue Richtlinien für UaB

Mitte Oktober hat die Landesregierung neue Beitragsrichtlinien für die Investitionen im Bereich „Urlaub auf dem Bauernhof“ (UaB) beschlossen. Hier eine Übersicht über die Neuerungen.

Aufgewertete Ferienwohnung nach Umbau: Die zinsbegünstigten Darlehen dafür gibt es nur mehr in strukturschwachen Gemeinden und Fraktionen.

Aufgewertete Ferienwohnung nach Umbau: Die zinsbegünstigten Darlehen dafür gibt es nur mehr in strukturschwachen Gemeinden und Fraktionen.

Zur Erinnerung: Diese Förderungen betreffen den Bau oder die Renovierung von Ferienwohnungen und Gästezimmern sowie Räume für Buschenschank, Alm- und Hofschank.

Schenkungsbeiträge oder zinsbegünstigtes Darlehen
Für diese Vorhaben gibt es Schenkungsbeiträge in der Höhe von 30 bis 60 Prozent der anerkannten Kosten. Die Beiträge werden bei den Ferienwohnungen nur für den Neubau der ersten zwei Wohnungen, bei Zimmern für die ersten vier Gästezimmer gewährt. Bei einer Sanierung gelten diese Einschränkungen nicht.
Zusätzliche Investitionen werden auch gefördert, aber nur mit einem zinsbegünstigten Darlehen: der Neubau von Ferienwohnungen und Zimmern über die genannten Begrenzungen hinaus, Räume für die Verarbeitung und Vermarktung eigener Produkte sowie die Einrichtung von Wohnungen und Zimmern. Dabei wird das Darlehen von einer Bank gewährt, die der Antragsteller selbst wählen kann. Das Land Südtirol stellt dann 80 Prozent des Kapitals zinsfrei zur Verfügung. Das wiederum versetzt die Bank in die Lage, ein im Verhältnis zum freien Markt besseres Zinsangebot zu machen.

Einkommensbeschränkung
Allerdings ist die UaB-Förderung eine soziale Förderung. Das heißt: Das Ziel ist, Betrieben mit geringem Einkommen eine Beihilfe für die Erwirtschaftung eines besseren Gewinns auf dem Hof zu bieten. Deswegen darf der Antragsteller nicht zu viel Einkommen haben, keine größere nicht-landwirtschaftliche Tätigkeit und keine anderweitige touristische Tätigkeit (außer UaB) ausüben.
Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen eine bestimmte Mindestgröße aufweisen. Das sind zum einen zwei Hektar Wiese oder Ackerfutterbau. Betriebe mit Obst- und Weinbau dagegen müssen mindestens einen Hektar bewirtschaften, Betriebe mit Sonderkulturen (z. B. Ackerbau, Erdbeeren) zwei Hektar. Viehbetriebe müssen außerdem den vom Gewässerschutz vorgeschriebenen Höchstviehbesatz einhalten, der je nach Meereshöhe zwischen 1,8 und 2,5 GVE/ha schwankt.

Neuerung 1: Nebeneinkommen
Die wichtigsten Neuerungen betreffen die Höhe des Nebeneinkommens und das Darlehen.
Für die UaB-Förderung ist die Vorlage der EEVE (einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung) vorgeschrieben. Diese kann bei jedem Patronat – also auch beim Patronat ENAPA des Südtiroler Bauernbundes – gemacht werden. Der Indikator der Vermögensgröße ist eine Zahl, der sogenannte Faktor der wirtschaftlichen Lage (FWL). Ein hohes Einkommen treibt ihn in die Höhe; hat jemand aber Familienmitglieder zu Lasten, dann sinkt er wieder.
Eine Besonderheit bei der UaB-Förderung ist der Umstand, dass das Bankguthaben und Immobiliarvermögen bei der Ermittlung des FWL nicht berücksichtigt wird. Das bedeutet: Es zählt nur das Einkommen, und etwaige Ersparnisse schaden dem Antragsteller bei der Beitragsgewährung nicht.
Bisher lag die Höchstgrenze des FWL bei 4,55. Mit den neuen Beitragskriterien steigt sie auf 5. Jungbauern konnten bisher einen FWL von maximal 5,37 haben, jetzt steigt er geringfügig auf 5,4.
Bei den nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten waren bisher Tätigkeiten mit maximal einem Vollzeitangestellten zulässig, nun sind es zwei.

Neuerung 2: Darlehen
Das geförderte Darlehen können nun alle beanspruchen, vorher musste man dafür die Tätigkeit „Urlaub auf dem Bauernhof“ mindestens fünf Jahre lang ausüben.
Doch leider wurde auch eine neue Einschränkung eingeführt: Das Darlehen wird nur in strukturschwachen Gebieten gewährt. Welche Gebiete das sind, legt ein Anhang des Beschlusses (Nr. 607/2015) der Landesregierung fest.
Die Karte auf dieser Seite zeigt, welche Gemeinden ganz oder teilweise strukturschwach sind.

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Detaillierte Informationen
- Landesamt für ländliches Bauwesen, Brennerstraße 6, Bozen, Tel. 0471 415150 (Internet: http://bit.ly/uab_bauarbeiten);
- Bezirksämter für Landwirtschaft;
- Südtiroler Bauernbund – Betriebsberatung, Tel. 0471 999421. Beim Bauernbund gibt es eine Broschüre über Investitionsförderungen, in der diese Förderung genau beschrieben wird.