Südtiroler Landwirt, Innovation | 23.11.2017

Ideenschmiede „RuC²OLA“

Ein neues Projekt im Bereich innovativer regionaler Lebensmittel der Bauernbund-Abteilung Innovation & Energie ist im Juni dieses Jahres gestartet. Was es mit dem Namen „RuC²OLA“ auf sich hat und welche Rolle die Bauern dabei spielen, erklärt der folgende Beitrag. von Anna Pfeifer

Innovative Lebensmittel – wie die Asimina-Frucht hier im Bild – sind das Hauptthema des Projekts „RuC²OLA“.

Innovative Lebensmittel – wie die Asimina-Frucht hier im Bild – sind das Hauptthema des Projekts „RuC²OLA“.

Neue Entwicklungen im Bereich regionaler Lebensmittel sind aufgrund sich verändernder Trends immer gefragter. Dabei spielen die Wünsche der Kunden eine zunehmend größere Rolle. Im Rahmen des EFRE-Projekts „RuC²OLA“ sollen alle Akteure der Lebensmittelbranche, vom Produzenten bis zum Konsumenten, in allen Phasen der Produktentwicklung zusammengebracht werden um Kundenbedürfnisse besser zu berücksichtigen und dadurch letztlich auch die Marktchancen für die betroffenen Unternehmen zu erhöhen. Die einzelnen Buchstaben für das Kürzel „RuC²OLA“ sind dabei der Bezeichnung „Regionale Co-creation Community für Lebensmittel Innovation“ entnommen – was für eine regionale Gemeinschaft steht, die zusammen mit externen Partnern innovative Lebensmittel gestaltet.

Viel mehr als Salat ...
Auch wenn der Name des Projektes auf den ersten Blick an Salat erinnert, ist „RuC²OLA“ viel mehr: Ziel des Projekts ist es, für Südtiroler Lebensmittelproduzenten Dienstleistungen zu entwickeln, die sie bei der Gestaltung neuer Produkte unterstützen sollen. Der Hauptansatz dabei ist, potenzielle Kunden, Lebensmittelexperten, Händler, Gastronomen und viele mehr stärker in die Entwicklung von neuen regionalen Lebensmitteln zusammenzubringen und miteinzubeziehen.

Was das Projekt leisten soll
Das Projekt „RuC²OLA“ ist im Sommer 2017 gestartet und wird im Dezember 2019 enden. Die umfangreichen Tätigkeiten zielen darauf ab, Lebensmittelproduzenten von der Ideenfindung über die Konzeption und Produktion bis hin zur Markteinführung durch verschieden Aktionen zu begleiten und zu unterstützen.
Folgende Haupttätigkeiten sind im Projekt „RuC²OLA“ geplant:
- Aufbau einer „RuC²OLA“-Gemeinschaft, z. B. auf Facebook, in welcher Chance und Herausforderungen für innovative regionale Lebensmittel offen diskutiert werden können.
- Veranstaltung von Ideenwettbewerben auf der Open Innovation Plattform des lvh zur Findung von Lösungen für Probleme und Herausforderungen (siehe eigenen Artikel).
- Umsetzung von Crowdfunding-Kampagnen auf der Crowdfunding-Plattform des lvh als alternative Finanzierungsmethode. Auf der Crowdfunding-Plattform kann man Projekte und Ideen ganz einfach mit einem kleinen Geldbetrag unterstützen.
- Organisation von Verkostungen mit Experten und Konsumenten zur Überprüfung der Marktfähigkeit neuer Produkte.
Damit aus dem Projekt möglichst viele, für Landwirte und Lebensmittelproduzenten interessante Ergebnisse hervorgehen, hat sich die Abteilung Innovation mit starken Partnern zusammengeschlossen.
Die wichtigsten Unterstützer sind dabei der lvh, die IDM und das Versuchszentrum Laimburg.

Eigene Facebook-Gruppe zum ständigen Austausch
Aus der Idee heraus eine für alle zugängliche Plattform zum informellen Austausch zu schaffen, hat die Bauernbund-Abteilung Innovation & Energie in Zusammenarbeit mit der Redaktion des „Südtiroler Landwirt“ die Facebook-Gruppe „RuC²OLA Lebensmittel-Community“ eingerichtet.
Jeder, der sich für die Thematik neuer regionaler Lebensmittel interessiert, kann dieser beitreten und Teil der Gemeinschaft werden. Unabhängig davon, ob man Landwirt, Lebensmittel-Verarbeiter, Konsument oder Händler – oder einfach nur so am Projekt interessiert – ist, kann jeder einen Beitrag zu einer lebendigen Gemeinschaft leisten oder sich einfach über die Tätigkeiten im Projekt auf dem Laufenden halten. Ziel ist es, konstruktive Beiträge zur Entwicklung neuer Lebensmittel zu erhalten, damit diese marktfähiger werden. Ob zum Thema Milch, Getreide, Fleisch oder Gemüse – die „RuC²OLA“-Gruppe ist für alles offen.
Wie die Gruppe genutzt werden könnte, zeigt folgendes Beispiel: Angenommen ein Landwirt hat neue Verpackungen für seinen Gemüse-Saft entworfen, kann sich aber nicht entscheiden, welche besser ist – in diesem Fall könnte er seine Vorschläge in der Facebook-Gruppe posten und um den Rat der Mitglieder bitten.
Außerdem werden über die Facebook-Gruppe auch Aktionen wie „Open Innovation“-Ideenwettbewerbe oder Crowdfunding-Kampagnen beworben.

Aktive Mitglieder wichtig
Damit all dies in der Praxis funktioniert, sind so viele Mitglieder wie möglich nötig. Momentan steht die Gruppe an ihrem Anfang und muss noch um einiges wachsen, damit sie zu jener Plattform wird, die sie einmal sein soll.
Zu finden ist die Facebook-Gruppe unter dem Link http://bit.ly/rucola-fb, direkt auf der Facebook-Seite des „Südtiroler Landwirt“ unter Gruppen, sowie mit der Suchfunktion bei Facebook.