Wirtschaft | 12.10.2017

„Südtirols Ruf geschädigt“

Landesrat Arnold Schuler hat einen Strafantrag gegen den Buchautor Alexander Schiebel und das Umweltinstitut München erhoben. Unterstützung kommt von den beiden Obsterzeugerorganisationen VOG und VI.P und vom Bauernbund.

Landesrat Schuler geht gegen Alexander Schiebel und das Umweltinstitut München gerichtlich vor.

Landesrat Schuler geht gegen Alexander Schiebel und das Umweltinstitut München gerichtlich vor.

Landesrat Arnold Schuler hat Anfang Oktober Strafantrag gegen den Buchautor Alexander Schiebel, dessen Verlag und den Verein „Umweltinstitut München“ gestellt. Er wirft ihnen vor, „den Ruf der Südtiroler Landwirte und allgemein des Landes Südtirol und seiner Erzeugnisse durch üble Nachrede geschädigt“ zu haben. Schiebel habe das durch Aussagen in seinem Buch „Das Wunder von Mals“ getan, das Umweltinsitut München auf seiner Internetseite.

VOG und VI.P rufen zur Nebenklage auf
Dieser Meinung haben sich die Vinschgauer Produzenten (VI.P) und der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) angeschlossen. Sie ermöglichen ihren Mitgliedern, im Fall einer Anklage durch den Staatsanwalt durch Sammelstrafanzeigen als Nebenkläger aufzutreten.
VOG-Obmann Georg Kössler ruft in einer Aussendung zu reger Teilnahme auf: „Je mehr Produzenten sich solidarisch zeigen, umso größer ist auch das Signal, dass die Südtiroler Obstwirtschaft geschlossen hinter dieser Maßnahme steht!“

Bauernbund ortet Imageschaden für Südtiol
Auch der Südtiroler Bauernbund unterstützt den Strafantrag. Wie Georg Kössler bedauert auch Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler, dass Schiebel und das Umweltinstitut München „nicht nur die Landwirtschaft, sondern Südtirol insgesamt in ein schlechtes Licht gerückt haben“. Er verweist auf die Provokation des Umweltinstituts mit dem Großplakat in München im Stil einer IDM-Werbeanzeige und auf die Verunglimpfung der Südtiroler Dachmarke mit dem Slogan „Pestizidtirol“.
„Für Südtirol ist daraus ein Imageschaden entstanden“, ärgert sich Tiefenthaler und wirft dem Autor Schiebel vor, in seinem Buch noch ein Scheit nachzulegen: „Zum einen bezichtigt er darin Bauern der vorsätzlichen Tötung, zum anderen bezeichnet er Südtirol insgesamt als ein Land von – wörtlich – Kriechern und Heuchlern.“ 

Für den Bauernbund tritt Präsidium als Mitkläger auf
Schon allein aus diesem Grund ist es für den Bauernbund klar, dass das Präsidium des Bauernbundes den Strafantrag mit unterzeichnen werde. Zum Präsidium gehören neben Landesobmann Tiefenthaler und den Stellvertretern Viktor Peintner und Bernhard Burger auch der Bezirksobmänner-Vertreter Karl Framba, die Spitzen der bäuerlichen Organisationen, Hiltraud Erschbamer, Wilhelm Haller und Gottfried Oberstaller, sowie Direktor Siegfried Rinner.