Südtiroler Landwirt, Förderungen | 29.09.2017

Wie Bewässerung gefördert wird

Gerade die Hitzeperioden dieses Sommers und das trockene Frühjahr haben gezeigt, wie wichtig eine gute Bewässerung für landwirtschaftliche Nutzpflanzen ist. Die Landesregierung hat dem Rechnung getragen und Kriterien für eine neue Bewässerungsförderung beschlossen.

Im Grünland müssen ansuchende Betriebe mindestens zwei Hektar bewirtschaften. (Foto: pixabay.com)

Im Grünland müssen ansuchende Betriebe mindestens zwei Hektar bewirtschaften. (Foto: pixabay.com)

Die neu beschlossene Förderung für Bewässerungsanlagen richtet sich an Einzelbetriebe und Konsortien. In diesem Artikel finden Sie die Details zur Förderung für Einzelbetriebe.

Förderung für Einzelbetriebe
Einzelbetriebe können für folgende Vorhaben ansuchen: Wasserfassungen, Entsandungsanlagen, Speicherbecken, Zubringerleitungen, Bewässerungskanäle, Wasserleitungen, Automatisierung der Anlagen, Filteranlagen, Wasserzähler und betriebliche Bewässerungsnetze.
Die gesamte Palette der förderbaren Vorhaben steht aber nur Betrieben mit Wiesen, Ackerfutter-  oder Ackerbau (dazu zählen auch Erdbeeren) offen. Betriebe mit Obst-  und Weinbau erhalten die Beiträge lediglich für Speicherbecken, Zubringerleitungen, Bewässerungskanäle und Waale.

Voraussetzungen
Der ansuchende Betrieb muss mindestens 1 ha Obst- und Weinbau oder 2 ha Wiese, Ackerfutterbau oder Ackerland bewirtschaften. Grünlandbetriebe müssen den Viehbesatz laut ländlichem Entwicklungsprogramm einhalten, also mindestens 0,5 GVE/ha und höchstens 1,8–2,5 GVE/ha halten, je nach Meereshöhe.
Außerdem müssen die anerkannten Kosten der Investition mindestens 10.000 Euro betragen, bei Mehrzweckanlagen muss die Hauptnutzung immer die der Bewässerung sein. Falls mit der Anlage auch Strom erzeugt wird, muss die Nennleistung unter 220 kW liegen.
Wenn bestehende Anlagen saniert oder erweitert werden, muss das Wassereinsparpotenzial mindestens 5–25 Prozent betragen. Die Einsparprozentsätze können der Tabelle auf der folgenden Seite entnommen werden. Zusätzliche Anforderungen gibt es, wenn der Zustand des Baches oder Flusses, aus dem das Bewässerungswasser entnommen wird, im Bewirtschaftungsplan mit weniger als „gut“ bewertet ist.
Neue Bewässerungsanlagen werden nur gefördert, wenn der Zustand des Gewässers in diesem Bewirtschaftungsplan mindestens „gut“ ist.
Der Bau von Speicherbecken und die Verbesserung der Energieeffizienz in bestehenden Anlagen oder solchen, die erweitert werden, können immer und unabhängig von der Wasserersparnis gefördert werden. 

Anerkannte Kosten und Höhe der Beiträge
Die anerkannten Kosten für die Anlagen richten sich nach der Landespreisliste; sie werden in einem detaillierten Kostenvoranschlag eines befähigten Freiberuflers aufgeführt. Die Ausgaben für hydraulische Armaturen, für die mechanischen Teile und die Regnerstellen müssen jedenfalls vor der Beitragsauszahlung mit saldierten Rechnungen belegt werden.

Für die einzelnen Vorhaben sind Höchstausgaben pro Hektar festgelegt. Die Beitragshöhe beläuft sich für Anlagen auf Obst- und Weinbauflächen auf:

  • 30 Prozent für Speicherbecken mit mehr als 200 m3 Fassungsvermögen und 20 Prozent für kleinere Becken;
  • 30 Prozent für Waale;
  • 20 Prozent für Zubringerleitungen.

Für Anlagen auf Grünland- und Ackerflächen werden folgende Beitragsprozentsätze angewandt:

  • 40 Prozent für Betriebe mit weniger als 40 Erschwernispunkten, 50 Prozent für alle übrigen Betriebe;
  • ein Zuschlag von 10 Prozent auf obige Beitragsätze wird für den Bau von Speicherbecken mit einem Fassungsvermögen von mehr als 200 m3 und der Sanierung von Waalen gewährt. 

Organisatorische Hinweise

Heuer kann ausnahmsweise ab sofort bis zum Jahresende angesucht werden. In Zukunft ist das nur vom 1. Februar bis zum 31. Juli eines jeden Jahres möglich. Die wichtigsten Unterlagen für die Gesuchseinreichung sind die erforderlichen Genehmigungen, z. B. Wasserkonzession, Projekt und Baukonzession bzw. Baugenehmigung, ein Kostenvoranschlag eines befähigten Technikers und ein agronomisch technischer Bericht. Genauere Angaben dazu entnimmt man dem Gesuchsformular.
Es ist zu berücksichtigen, dass das Land Südtirol noch einige Auflagen der Europäischen Union erfüllen muss. Das bedeutet, dass die Verwaltung momentan zwar Gesuche entgegennehmen, aber noch keine Beiträge genehmigen kann.  

An wen man sich wenden kann

Detailliertere Informationen erhält man bei folgenden Landesstellen:

  • Landesamt für ländliches Bauwesen, Brennerstraße 6, Bozen,
    Tel. 0471 415150;
  • Bezirksämter für Landwirtschaft. 

Eine erste Beratung bietet auch der Südtiroler Bauernbund, und zwar in der Abteilung Betriebsberatung, Tel. 0471 999421.

Im Internet kann man ebenfalls Informationen zum gewünschten Beitrag finden und Gesuchsformulare herunterladen. Am einfachsten ist dies mit dem Online-Beitragsfinder des Südtiroler Bauernbundes möglich: Einfach auf den Link klicken und dann in der alphabetisch geordneten Liste den gewünschten Beitrag suchen und anklicken.