Wirtschaft | 18.09.2017

Hunger nimmt weltweit wieder zu

Der Hunger in der Welt nimmt aktuell wieder zu, wegen des Klimawandels und insbesondere aufgrund von kriegerischen Konflikten. Das geht aus dem Bericht „The State of Food Security and Nutrition in den World 2017“ hervor. von AgraEurope

Afrika führt die wenig rühmliche Rangliste bei den hungernden Menschen nach wie vor an. (Foto: Pixabay)

Afrika führt die wenig rühmliche Rangliste bei den hungernden Menschen nach wie vor an. (Foto: Pixabay)

Den Bericht hat die Welternährungsorganisation (FAO) gemeinsam mit dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), dem Welternährungsprogramm (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) Mitte September der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Elf Prozent der Weltbevölkerung hungern
Demnach stieg die Zahl der Hungernden auf der Erde nach mehr als zehn Jahren mit stetigen Erfolgen in der Ernährungssicherung 2016 erstmals wieder an, und zwar um 38 Millionen auf 815 Millionen; das waren elf Prozent der Weltbevölkerung. Am größten war der Anteil der Hungernden an der Gesamtbevölkerung in Afrika, wo im vergangenen Jahr jeder Fünfte mit Nahrungsmitteln unterversorgt war. In Ostafrika traf das sogar auf jeden dritten Einwohner zu. In Asien waren knapp zwölf Prozent der Bevölkerung von Hunger betroffen, in Lateinamerika und der Karibik sieben Prozent. Die Autoren machen außerdem darauf aufmerksam, dass global 52 Millionen Kinder zu dünn und 155 Millionen Kinder ernährungsbedingt zu klein für ihr Alter seien. 

Wo Krieg ist, herrscht oft auch Hunger
Hunger gibt es dem Bericht zufolge vor allem dort, wo kriegerische Konflikte ausgetragen werden. In solchen Gebieten lebten 2016 etwa 60 Prozent aller weltweit Hungernden. Kriege hätten in den zurückliegenden Jahren international dramatisch zugenommen. Daher dürften die „Alarmglocken“ nicht ignoriert werden, mahnen die Organisationen. Das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen (UN), den Hunger bis 2030 global bekämpft zu haben, sei nur dann zu erreichen, wenn alle Triebkräfte von Unterversorgung bekämpft würden. Allem voran gehe es dabei um die Sicherung von Frieden.