Wirtschaft | 28.08.2017

Transparenz am Bauernmarkt sichern

Die Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer hat den Brunecker Bauernmarkt besucht und dabei die Einrichtung eines Landesverzeichnisses aller „Bauernmärktler“ gefordert: „Das ist eine konkrete Maßnahme, die in den Aktionsplan Berglandwirtschaft eingebaut und schnellst möglich umgesetzt werden kann“, erklärt Kuenzer.

Maria Hochgruber Kuenzer im Gespräch mit Sabine Schrott und Hermann Luggin vom Bauernmarkt Bruneck.

Maria Hochgruber Kuenzer im Gespräch mit Sabine Schrott und Hermann Luggin vom Bauernmarkt Bruneck.

In Südtirol werden in mehr als 40 Gemeinden regelmäßig über 50 Bauernmärkte abgehalten, hinzukommen saisonale oder einjährliche Bauernmärkte. Bauernmärkte sind aus gleich mehreren Gründen ein Erfolgsrezept: Südtiroler Bürgerinnen und Bürger erhalten auf Bauernmärkten regionale Produkte von entsprechend bäuerlicher Qualität. Touristen erleben die Landwirtschaft authentisch, nutzen Besuche am Bauernmarkt, um ein Souvenir mit nach Hause zu nehmen und tragen damit neben den Erinnerungen auch Südtiroler Qualität außer Landes.

Produkt-Herkunft nicht immer ganz klar
Vor allem aber sind Bauernmärkte da für die Direktvermarktung: Der Verkauf der eigenen Produkte ermöglicht Bäuerinnen und Bauern das nötige Zusatzeinkommen. Nicht umsonst wird das Erfolgsmodell „Bauernmarkt“ längst auch von Kaufleuten und von Touristikern umgesetzt. Allerdings werden bei manchen Marketing-Märkten weder die Herkunft der Produkte aus Südtiroler Höfen noch die dazugehörende Qualität gesichert. Darüber hinaus beobachten Bauernmärktler, dass sogar auf den von ihnen selbst initiierten Bauernmärkten manche Händler Produkte verkaufen, deren Herkunft nicht transparent ist.

Nur mit bäuerlicher Herkunft ins Landesverzeichnis
„Dem wachsenden Druck auf das Angebot der Südtiroler Bauernmärkte, von Produkten beliebiger Herkunft unterwandert zu werden, müssen wir Einhalt gebieten“, sagt Hochgruber Kuenzer. Die Landtagsabgeordnete, einst selbst Mitbegründerin des Brunecker Bauernmarktes, fordert die Einrichtung des „Landesverzeichnisses für Bauernmärktler“. Die Bedingung, um ins Landesverzeichnis eingetragen zu werden: Die Produkte müssen nachweislich am eigenen Hof hergestellt werden – eine Herkunftsgarantie, die auch für die entsprechende Qualität sichert. „Die bäuerliche Qualität ist das, was sich die Kundinnen und Kunden erwarten“, betont die Landtagsabgeordnete.

Beschlussantrag bereits vor zwei Jahren
Bereits 2015 hat die Abgeordnete Hochgruber Kuenzer mit ihren Kollegen Albert Wurzer und Josef Noggler im Südtiroler Landtag einen Beschlussantrag eingereicht, mit dem dieser sich  verpflichtet hat, sich dafür einzusetzen, im Aktionsplan für Berglandwirtschaft den Bereich Direktvermarktung und Bauernmarkt aufzunehmen und Strategien für diese Art der Regionalentwicklung auszuarbeiten. „Es muss nun aber ernsthaft und konkret etwas unternommen werden“, forderten die Bäuerinnen und Bauern am Brunecker Bauernmarkt von Maria Hochgruber Kuenzer. Die Landtagsabgeordnete erwiderte: „Wenn alle Bauernmärktler im Landesverzeichnis eingetragen sind, wird mit der Herkunftsgarantie auch die Garantie für die Qualität der bäuerlichen Produkte gesichert.“

Gemeinden, aber auch touristischen Marketinginitiativen wäre es mithilfe von einem Landesverzeichnis viel einfacher, die Standlizenzen an „echte“ Bauernmärktler zu vergeben. „Es geht schließlich auch darum, das Vertrauen der Verbraucher, ob Einheimische oder Gäste, wertzuschätzen. Und damit wird das Erfolgsrezept der Südtiroler Bauernmärkte auch für die Zukunft gesichert.