Politik | 25.08.2017

Südtiroler Landwirtschaft hat viele Trümpfe

Der Bayerische Staatsminister Helmut Brunner und Landwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler haben in Plaus über Gemeinsamkeiten und einen Schulterschluss bezüglich der künftigen EU-Agrarreform gesprochen. von LPA

Der Bayerische Staatsminister Helmut Brunner (2.v.l.) unterstrich die Wichtigkeit der Pflanzenschutzmittel, um Qualität und Quantität der Lebensmittelversorgung zu sichern.

Der Bayerische Staatsminister Helmut Brunner (2.v.l.) unterstrich die Wichtigkeit der Pflanzenschutzmittel, um Qualität und Quantität der Lebensmittelversorgung zu sichern.

Der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, besichtigt zurzeit im Rahmen seines Südtirol-Besuchs gemeinsam mit Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler eine Reihe Südtiroler Betriebe. In einem Pressegespräch am heimatlichen Hof von Landesrat Schuler in Plaus haben sie über die Ergebnisse ihres Austauschs berichtet.

Ein Symposium für die Alpenländer
Landesrat Schuler berichtete: „Es war eine Gelegenheit für mich, die guten Beziehungen mit dem Staatsminister und seinem Ministerium zu vertiefen. Wir konnten zum einen die Strukturen unserer Landwirtschaft und der Erzeugerorganisationen zeigen.“ Vor allem aber sei es ihm wichtig, gemeinsame Strategien für die alpenländische Landwirtschaft festlegen, die in der EU-Agrarreform eingebracht werden können. Konkretisieren soll sich der Schulterschluss in Form eines Symposiums für die Alpenländer, um die europäische Agrarform näher zu diskutieren und die Maßnahmen auf die Herausforderungen für die Landwirtschaft in den Alpen ein- und abzustimmen.

Südtiroler Qualität wird in Bayern geschätzt
Minister Brunner, der sich auch den Beginn der Ernte in den Apfelanlagen des Landesrates ansah, betonte, dass die Südtiroler Landwirtschaft die Konkurrenz nicht zu fürchten brauche: „Schauen Sie mit Zuversicht in die Zukunft! Die Qualität der Südtiroler Äpfel wird in Bayern sehr geschätzt“, sagte Brunner. „Ihre Trümpfe sind Ihre Qualität und Professionalität sowie Ihre Kreativität und Innovationskraft. Bemerkenswert ist, dass Ihre Landwirte fast zu hundert Prozent in Erzeugerorganisationen zusammengeschlossen sind“, unterstrich Brunner.

Auf wachsenden Bio-Sektor besser hinweisen
Auf seine Meinung zur provokanten Plakataktion eines Bayerischen Vereins in München zum Thema Pflanzenschutzmittel angesprochen, sagte der Staatsminister, dass der Verein zwar immer wieder provoziere, aber eigentlich in den Augen der mündigen Bürger Bayerns keine große Rolle spiele. Auch weise Südtirol ja wachsende Zahlen in puncto Bioanbau auf – vielleicht habe das Land dies mit zu wenig Nachdruck kommuniziert. „Wir haben vielleicht diesen Informationsbedarf unterschätzt“, gibt Landesrat Schuler zu bedenken. „Die Gesellschaft stellt neue Anforderungen an die Landwirtschaft, das ist uns allen klar: in puncto Pflanzenschutz, Nitratbelastung der Gewässer ebenso wie bezüglich der Ausbringung von Gülle. Auch darüber konnten wir uns austauschen“, erklärte Schuler.

„Zu bedenken ist aber auch, dass wir ohne Pflanzenschutz nicht die Qualität und Quantität erzeugen können, die wir brauchen, um die Nahrungsmittelversorgung in Europa zu sichern“, erinnerte Brunner. „Natürlich forschen wir alle, um möglichst rückständefreie Lebensmittel zu erzeugen. Aber um beispielsweise den Einsatz von Glyphosat anzusprechen: Landwirtschaftliche Betriebe wissen, wie es korrekt ausgebracht wird; nicht immer ist das im privaten Bereich der Fall“, unterstrich der Minister.