Produktion, Südtiroler Landwirt | 03.08.2017

Die Fliege unter Kontrolle halten

Der BRING will das Auftreten der Kirschessigfliege stärker überwachen. Zusammen mit der Obstversteigerung EGMA stellt er dazu Fangfallen auf – eine Methode, die auch Beerenobstanbauer selbst anwenden können. von Matthias Mair, Irene Holzmann (beide Bring); Joachim Schmuhl, Egma

Wichtig ist es, die Fangfallen regelmäßig zu kontrollieren.

Wichtig ist es, die Fangfallen regelmäßig zu kontrollieren.

Mithilfe von Fangfallen kann man das Auftreten der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) überwachen. Durch ein solches Monitoring kann man den Anstieg der Population schnell erkennen und mögliche Gegenmaßnahmen frühzeitig ergreifen.
Der BRING macht ein solches Monitoring in Zusammenarbeit mit Joachim Schmuhl von der Obstversteigerung EGMA. An mehreren Standorten in Südtirol haben sie
Fangfallen aufgestellt und werten diese
wöchentlich aus. Auch Beerenobstanbauer selbst können ein solches Monitoring
einrichten.

Und so geht man vor
Am besten verwendet man die in ersichtlichen Fangfallen. Zusätzlich sollten die Löcher der Falle mit einem Netz (2 – 3 mm Maschenweite) versehen werden, um unerwünschte Nebenfänge zu vermeiden. Als Fangflüssigkeit eignet sich am besten der DroskiDrink – ein Gemisch aus Apfelessig, Rotwein und Zucker.
Wichtig ist, die Fallen regelmäßig, wöchentlich, zu kontrollieren und die gefangenen Fliegen zu bestimmen. Die Männchen der Kirschessigfliege sind leicht durch ihren charakteristischen schwarzen Fleck an den Flügeln zu erkennen. Dagegen sind die Weibchen nur unter 15- bis 20-facher Vergrößerung von den herkömmlichen Arten zu unterscheiden. Nur so kann man den typisch sägeartigen Legeapparat erkennen.
Zum aktuellen Stand in Sachen Kirschessigfliege: Am 20. Juli ergab das Kirschessigfliegen-Monitoring in Südtirol folgende Si­tuation: Die Fangfallen wurden an sieben verschiedenen Standorten positioniert (Bozen, Jenesien, Völser Aicha, Brixen, Feldhurns, Naturns und Martell). Gestartet wurde am 11. April. Seitdem wurden die Fallen jeweils zu Wochenbeginn ausgewertet.
- Bozen (St. Georgen): Ab der ersten Woche bis Anfang Juli gingen vereinzelt Kirschessigfliegen (im Textverlauf: KEF) in die Fallen ein. Der Anstieg begann am 11. Juli mit elf und am 18. desselben Monats mit über 200 gefangenen Individuen.
Jenesien: Der erste Anstieg wurde am 4. Juli festgestellt (16 KEF), weiters wurden am 11. Juli 30 und am 18. Juli bereits 193 gefangene Kirschessigfliegen ausgewertet.
- Feldthurns und Brixen: Bereits Ende Juni gingen jeweils 15 Fliegen ein, wobei die Zahl in den zwei darauf folgenden Wochen stagnierte.
- Völser Aicha: Ab der ersten Woche wurden vereinzelt KEF gefangen, wobei ab 4. Juli ein Anstieg zu vermerken war (25 KEF). Die darauf folgende Woche ergab eine Auswertung von 27 und am 18. Juli von 63 KEF.
- Naturns und Martell: Am 11. Juli wurden die ersten vier Fliegen in Naturns gefangen, am 18. waren es schon 45. In Martell wurden bis 11. Juli keine Individuen gesichtet, am 18. Juli wurden die ersten sieben Fliegen gefangen.
Die Auswertung lässt folgende Schlussfolgerung zu: Die sehr heiße und trockene Witterung im Juni hat die Population der Kirschessigfliege in Schach gehalten. Wenn Obst bereits in dieser Zeit reif war, konnte es meist problemlos gepflückt werden. Sobald sich die Bedingungen für den Schädling aber ändern, kann sich die Population sehr schnell aufbauen – etwa durch feuchtere Witterung. Bei Ernteende – z. B. von Erdbeer- oder Himbeeranlagen – kann bereits Befall festgestellt werden. Hygienemaßnahmen bis zum Ende der Ernte sind daher sehr wichtig!
Ersichtlich wurde auch, dass der Befall unabhängig von den Höhenlagen zeitgleich startet, aber im Vinschgau heuer mit etwa zwei Wochen verzögert zu den anderen Standorten beginnt.


Kontakt


BRING - Beratungsring Berglandwirtschaft
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