Technische Beratung | 31.07.2017

Wenn die Seilbahn eine Straße überquert ...

... dann hat der Betreiber zwei Möglichkeiten: eine Betriebsbewilligung oder eine zeitweilige Sperre des entsprechenden Straßenabschnitts. Die Anträge für letzteres müssen jetzt baldmöglichst gestellt werden. von SBB-Betriebsberatung

Ab dem kommenden Jahr sollen Kontrollen starten, ob die entsprechenden Bewilligungen vorhanden sind.

Ab dem kommenden Jahr sollen Kontrollen starten, ob die entsprechenden Bewilligungen vorhanden sind.

Sofern Materialseilbahnen eine öffentliche Straße (Landesstraße, Gemeindestraße, ländliches Wegenetz) überqueren, müsste der Bahnbetreiber gemäß entsprechendem Landesgesetz über eine Betriebsbewilligung verfügen. Für Materialgroßseilbahnen, also Anlagen mit einer Nutzlast über 1000 Kilogramm gibt es dazu keine Alternative. Zur Ausstellung einer Betriebsbewilligung durch den zuständigen Bürgermeister ist auch eine Abnahme durch einen Seilbahnsachverständigen erforderlich. Dieser begutachtet die Seilbahnanlage und stellt eine Abnahmebescheinigung aus, sofern die technischen Anforderungen erfüllt werden.

Sperrung verhindert aufwändige Überprüfung
Für Materialkleinseilbahnen und sog. Seilriesen bis zu einer Nutzlast von 1000 Kilogramm kann von einer Betriebsbewilligung abgesehen werden, sofern der betroffene Straßenabschnitt für den Zeitpunkt des Bahnbetriebes zeitweilig gesperrt wird. Dadurch lässt sich eine aufwändige, technische Überprüfung der Anlagen vermeiden. Die zeitweilige Straßenschließung bietet sich bei Materialkleinseilbahnen daher als sinnvolle und vor allem günstigere Möglichkeit, den Auflagen nachzukommen.

Kontrollen sollen mit 2018 starten
Die Einhaltung der Vorschriften kann von der Forstbehörde sowie den Gemeinden überprüft werden. Das zuständige Amt für Forstplanung kündigt den Beginn der Kontrollen mit Anfang des kommenden Jahres 2018 an. Bis dahin sollten alle betroffenen Betreiber von Materialseilbahnen entweder über eine Betriebsbewilligung verfügen oder mit dem Straßenbetreiber die zeitweilige Schließung der betroffenen Straße geklärt haben.
Bei Nichteinhaltung der entsprechenden Auflagen für den Betrieb von Materialseilbahnen sind Strafen zwischen 775 und 1.550 Euro vorgesehen.

Mit Bürgermeister Kontakt aufnehmen
Zur Klärung, ob eine zeitweilige Schließung der Straße verfügt werden kann, muss der Bahnbetreiber mit dem Bürgermeister der zuständigen Gemeinde Kontakt aufnehmen und einen Antrag zur zeitweiligen Straßenschließung stellen. Dabei müssen der Anlagentyp, die Identifikationsnummer der Anlage (ID-Nummer), der betroffene Straßenabschnitt sowie die Zeiträume der Straßenschließung mitgeteilt werden. Die Gemeinde erlässt in weiterer Folge eine entsprechende Verordnung und veranlasst die Beschilderung des Straßenabschnittes.

Das Technische Büro der Bauernbund-Abteilung Betriebsberatung in Bozen steht  den Bauern bei Bedarf für Auskünfte zur Verfügung und ist unter der Tel. 0471 999439 oder der E-Mail-Adresse betriebsberatung@sbb.it erreichbar.