Förderungen | 24.07.2017

Allmähliche Rückkehr zur Normalität

So langsam kehrt bei den Flächen- und Tierprämien so etwas wie Normalität ein: Zu Beginn der EU-Planungsperiode hatte deren Auszahlung ja große Schwierigkeiten bereitet. Inzwischen ist ein guter Teil der Prämien aus den Jahren 2015 und 2016 ausbezahlt.

Konkret geht es um die Betriebsprämie, Umweltprämien, Ausgleichszulage und Bioprämie. Eine Erleichterung im Vergleich zu den Vorjahren war 2017 bereits beim Einreichen der Gesuche spürbar: Sie konnten direkt beim Abhalten der Sprechstunden telematisch eingereicht werden.
In den Jahren 2015 und 2016 war das telematische Ansuchen nicht möglich gewesen, nachdem die öffentliche Verwaltung die nötigen Computersysteme und landwirtschaftlichen Betriebsdatensätze spät zur Verfügung stellen konnten. Die Folge: Sowohl die nötigen Kontrollen als auch die Auszahlungstermine wurden enorm verzögert.
Der Südtiroler Bauernbund hat in der Folge in vielen periodischen Treffen mit den verschiedenen zuständigen Ämtern der Landesverwaltung an der Behebung der Probleme mitgearbeitet und wird das auch in Zukunft tun.
Für das Jahr 2017 verkürzen sich nun die Zeiten der amtlichen Gesuchkontrollen. Damit stehen auch den von der EU vorgesehenen Vorschusszahlungen heuer im November keine größeren Hindernisse mehr im Weg.

Aufgeholt und aufgestockt
Nach den Schwierigkeiten von 2015 und 2016 hat man nun in den letzten 15 Monaten aufgeholt: Mit den Saldozahlungen für die Jahre 2015 und 2016 ist es gelungen, den Großteil der beantragten Prämien an die Betriebe auszuzahlen (s. Tabelle).
Zudem konnten in den Bereichen Betriebsprämie und gekoppelte Rinderprämien für das Jahr 2016 sogar mehr Geldmittel als für 2015 ausgeschüttet werden. Nun wartet für die eingereichten Gesuche des Jahres 2015 nur mehr ein kleiner Teil der Antragsteller auf die Auszahlungen. Für das Jahr 2016 dagegen konnten 30 Prozent der Gelder für Umweltprämie, Ausgleichszulage und Bioprämie noch nicht ausbezahlt werden. Bei der Betriebsprämie und den gekoppelten Rinderprämien für 2016 fehlen noch rund vier Prozent der Prämienbeträge. Die Landeszahlstelle wird den Großteil der Auszahlungen beider Jahre voraussichtlich bis Jahresende tätigen.

Erstmals Luftbildinterpretationen
Eine Neuerung stellte heuer der sogenannte „grafische Antrag“ für die Betriebsprämie dar: Die Europäische Union besteht nun darauf, die Gesuche mit Luftbildinterpretationen einzureichen. Sie will dem Antragsteller damit ermöglichen, die Grenzen der bewirtschafteten Flurstücke im Zuge der Antragstellung zu kontrollieren.
Solange die Gesuche mithilfe der Katasterparzellen eingereicht wurden, war eine Kontrolle dieser Art unmöglich.
Ab dem Jahr 2018 sind auch die Umweltprämien, Bioprämie und Ausgleichszulagen über diese Antragsform einzureichen.

Digitale Meldung der Tierbewegungen
Eine zusätzliche Neuerung brachte die digitale Meldung der Tierbewegungen auf die Alm mit sich: Heuer müssen die einzelnen Almbetreiber all diese Tierbewegungen im Internet über das System der Bürgerkarte melden. Die ausgefüllten Almregister in Papierform haben somit ihre Gültigkeit verloren.
Gemäß der neuen Regelung können die Alpungsprämien und Betriebsprämien nur ausbezahlt werden, wenn die Almauftriebe online gemeldet werden. Für diese Prämien ist nämlich eine Kontrolle der Mindestviehbesätze über die Computersysteme vorgeschrieben. Bei Unklarheiten und Versäumnissen sollen die Almauftrieb-Verantwortlichen unverzüglich die Amtstierärzte oder zuständigen Forststationen kontaktieren.


Fortschritt der Auszahlungen (in Mio. Euro)

Kampagne 2015

Prämie

Gesamtbetrag

Ausbezahlter Betrag

Umweltprämien, Bio-Anbau, Ausgleichzulage

38,9

36,5

Betriebsprämie

16,5

16,3

Gekoppelte Rinderprämien

6,6

6,6

 

Kampagne 2016

Prämie

Gesamtbetrag

Ausbezahlter Betrag

Umweltprämien, Bio-Anbau, Ausgleichzulage

38,9

25,8

Betriebsprämie

19,5

18,8

Gekoppelte Rinderprämien

7,1

7,1