Wirtschaft | 12.07.2017

Verbände gründen neues Netzwerk

Prozesse optimieren, Kosten sparen, der Vieh- und Milchwirtschaft eine stärkere – weil einheitliche – Stimme verleihen und einem schwierigen Markt gemeinsam die Stirn bieten: All diese Ziele werden mit dem Unternehmensnetzwerk verfolgt, das die Südtiroler Verbände für Vieh- und Milchwirtschaft aus der Taufe gehoben haben.

Die Vertreter der Vieh- und Milchwirtschaft im Haus der Tierzucht wollen noch enger zusammenarbeiten.

Die Vertreter der Vieh- und Milchwirtschaft im Haus der Tierzucht wollen noch enger zusammenarbeiten.

Schwankende Viehpreise, eine unsichere Marktentwicklung und steigende Milchmengen auf dem europäischen Markt machen der Berglandwirtschaft zu schaffen. „Spätestens bei einem solchen Marktumfeld sind die Zeiten, in denen jeder für sich allein gekämpft hat, vorbei“, betont der Obmann des Sennereiverbandes Südtirol, Joachim Reinalter. Sein Amtskolege von der Vereinigung der Südtiroler Tierzuchtverbände, Siegfried Gatterer, ergänzt: „Wir rücken deshalb als Verbände noch näher zusammen.“

Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit
„Näher zusammenrücken“ heißt, dass die Vertreter der Verbände der Südtiroler Vieh- und Milchwirtschaft gestern eine Vereinbarung zur Gründung eines Unternehmensnetzwerkes unterzeichnet haben. „Dieses Netzwerk verschafft uns rechtlich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit“, erklärt Reinalter. Diese müssten konsequent genutzt werden: „Schließlich sind Vieh- und Milchwirtschaft zwei Seiten derselben Medaille: Die eine ist die Grundlage der anderen, wir vertreten alle die Interessen der Südtiroler Bergbauern und verfolgen dieselben Ziele“, erklärt Gatterer.

Vermarktung, Messeauftritte und Produktentwicklung
Deshalb wird die ohnehin bereits enge Kooperation im Haus der Tierzucht durch das neu gegründete Netzwerk weiter verstärkt, etwa durch gemeinsame Vermarktungsaktivitäten und Messeauftritte, den Aufbau eines Gesundheits-Monitorings oder die gemeinsame Erhebung wichtiger Daten für die Forschung und die Entwicklung neuer, marktfähiger Produkte. Darüber hinaus sollen auch Synergien in Verwaltung, Buchhaltung und Informatik verstärkt genutzt werden, um die Mitglieder der einzelnen Verbände zu entlasten. 

Einheitliche Stimme nach außen
Nicht zuletzt soll das Netzwerk der Vieh- und Milchwirtschaft eine einheitliche Stimme verleihen – sowohl gegenüber der Politik als auch gegenüber der Öffentlichkeit. Nur gemeinsam kann uns gelingen, der Berglandwirtschaft einen gesellschaftlichen Stellenwert zu verschaffen, der ihrer Bedeutung für dieses Land gerecht wird – darin sind sich Reinalter und Gatterer einig.