Südtiroler Bauernjugend | 20.06.2017

Unterstützung bei Hofübergabe

Junglandwirte, die einen Hof übernehmen treten nicht nur in große Fußstapfen, sondern brauchen auch eine Unterstützung. Darüber, wo man hier ansetzen muss und über aktuelle Themen, die den Bauernjugend-Funktionären sonst noch unter den Fingernägeln brennen, ging es kürzlich beim Austausch der SBJ-Landesleitung mit Landesrat Arnold Schuler.

Landesrat Arnold Schuler stand den Bauernjugend-Vertretern Rede und Antwort.

Landesrat Arnold Schuler stand den Bauernjugend-Vertretern Rede und Antwort.

Rückblick: Stets als höchsteigenes Thema hat die Südtiroler Bauernjugend die Förderung der Junglandwirte beschäftigt. So wurden zuletzt auf breiter Basis Vorschläge für die Existenzgründungsbeihilfe erarbeitet und mit dem Landesrat durchdiskutiert.

EU-Kommission legt sich quer
Als man dann dachte, alles sei in trockenen Tüchern, folgte der Rückschlag, wie sich Schuler erinnert: „Die EU-Kommission hat sich bei einigen Vorschlägen im letzten Moment quergelegt. So mussten wir in den sauren Apfel beißen und einige Vorschläge zurücknehmen, um eine rasche Genehmigung des Programms zu ermöglichen. Auch ich hätte dies damals anders gewollt.“

Vorschläge auf breiter Basis erarbeiten
Dieses Mal will man es besser machen. „Wir müssen so früh als möglich unsere Vorschläge mit den zuständigen Stellen in Brüssel abklären. Dann haben wir gute Chancen sie auch durchzubringen. Diesen Weg möchten wir gemeinsam mit der Bauernjugend gehen“, versprach Schuler den SBJ-Funktionären beim Treffen.
Diese nehmen den Landesrat beim Wort. Für die Bauernjugend mit Landesobmann Wilhelm Haller ist der Weg schon jetzt klar: „Wir erarbeiten unsere Vorschläge sicher nicht im stillen Kämmerlein, sondern auf breiter Basis. Damit stellen wir sicher, dass die Junglandwirte auch jene Unterstützung erhalten die sie sich auch wirklich wünschen.“

Bauernjugend denkt über neue Notwendigkeiten nach
Der erste Schritt der Bauernjugend auf diesen Weg ist der kritische Blick auf die aktuellen Unterstützungsmaßnahmen. SBJ-Landessekretär Andreas Mair fasst zusammen: „Wir haben damals nach der Genehmigung des ländlichen Entwicklungsplans ja kritisiert, dass bei der Existenzgründungsbeihilfe der Obstbau abgestraft wird, eine gute Ausbildung keine entsprechende Anerkennung mehr findet und die Bürokratie dem Antragsteller zukünftig über beide Ohren hinaus wachsen könnte. Wie dies unsere Jungbauern inzwischen sehen, wollen wir von ihnen nun wissen.“
Gleichzeitig denkt man auch über neue Notwendigkeiten nach – etwa eine stärkere Unterstützung der Junglandwirte bei Investitionen in Maschinen oder bei der Umsetzung neuer Ideen am Hof. „Innovation am Hof wird ein zentrales Thema für die Zukunft sein. Die Betriebe müssen vermehrt auf weitere Standbeine setzen, um auch in Zukunft vom Hof gut leben zu können. Da braucht es neue Ideen“, ist Schuler überzeugt.

Bewässerung, Planung und Bürokratieabbau
Nicht nur die Junglandwirteförderung bereitet der Bauernjugend Kopfzerbrechen, auch die Frostschäden im Obstbau waren dieses Jahr niederschmetternd. Michael Kaufmann, Bezirksobmann von Meran, berichtet: „Im Vinschgau etwa gibt es bei rund 60 Prozent aller Obstanlagen keine Möglichkeit der Frostberegung. Da müssen wir etwas tun.“
Er wünscht sich, dass der Bau von Bewässerungsanlagen in Obstanlagen auch politisch stärker unterstützt wird. Der Landesrat weiß über die Sorgen der Vinschger Bauern Bescheid, fügt aber hinzu: „Alles werden wir nicht abdecken und schützen können. Gerade deshalb ist es wichtig, sich gegen solche Schäden auch zu versichern.“
Alex Perathoner, Bezirksobmann aus dem Eisacktal, ist überzeugt, dass die Politik die Förderziele langfristig andenken muss, nicht nur bis zur nächsten Periode. Beim Bau eines Wirtschaftsgebäudes etwa will der Bauer wissen, wie die Förderungen in Zukunft ausschauen um auch entsprechend planen zu können. „Bei solchen Investitionen braucht man einfach eine gewisse Sicherheit“, fordert Perathoner.
Ein weiteres leidiges Thema ist die Bürokratie. Diese, so sind sich die SBJ-Funktionäre einig, wächst und wächst. Vereinfachungen bleiben meist nur leere Versprechungen. Schuler zeigt Verständnis dafür, weist aber auch darauf hin, dass dies meist nicht hausgemacht ist: „Wir müssen uns einfach auch an viele Vorgaben aus Brüssel und Rom halten, was auch für uns alles andere als leicht ist“.