Produktion | 20.06.2017

Entschädigung (noch) nicht in Gefahr

Nur wenn die Schäden durch Wolf und Bär in Südtirol deutlich mehr werden, müssen Bauern außerordentliche Vorbeugemaßnahmen nachweisen. Dies bestätigt die neu eingerichtete Beratungsstelle des Landes. Ausgenommen sind Imker im Risikogebiet.

Gibt es für gerissene Tiere weiterhin Entschädigungen? Diese Frage stellen sich viele Bauern ...

Gibt es für gerissene Tiere weiterhin Entschädigungen? Diese Frage stellen sich viele Bauern ...

Nach einer Mitteilung von Landesrat Arnold Schuler schrillten bei einigen Bauern die Alarmglocken: Müssen wir uns ab sofort aufwändig gegen Bär und Wolf schützen, damit uns das Land in Zukunft eventuelle Schäden vergütet? Eine Anpassung der entsprechenden Beitragsrichtlinien an eine EU-Vorgabe ließ dies vermuten. Emilio Dallagiacoma von der neu eingerichteten Herdenschutzberatung des Landes gibt Entwarnung.

Laut EU darf das Land Schäden durch Großraubwild nur entschädigen, wenn genügend Vorbeugemaßnahmen getroffen wurden. Müssen die Bauern nun Hunde kaufen und Almen einzäunen?
Emilio Dallagiacoma: Nein, zumindest vorerst bleibt alles beim Alten – solange das Land nachweisen kann, dass der Aufwand der Schutzmaßnahmen größer wäre als die zu zahlenden, jährlichen Entschädigungen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Sollte das Raubwild in Zukunft sehr viel mehr Nutztiere reißen, werden Schutzmaßnahmen sehr wohl zu einem Thema. Das trifft eher auf den Wolf als auf den Bären zu. 

Welche Rolle spielt die Beratungsstelle?
In der Herdenschutzberatung arbeiten die Landesämter für Bergwirtschaft sowie für Jagd und Fischerei zusammen. Das erste ist für die Almbewirtschaftung zuständig, das zweite für das Großraubwild. Sie sollen ein Konzept für das ganze Land erstellen, wie man mit dem Thema umgeht. Gleichzeitig wollen wir eine Anlaufstelle für jene Bauern sein, in deren Gebiet sich das Eindringen von Großraubwild abzeichnet. 

Bekommen Bauern bei der Herdenschutzberatung Adressen von Schutzhunde-Züchtern?
Geeignete Hunderassen sind vor allem der „Pastore Maremmano“ und „Pastore Abruzzeso“. In Italien gibt es einige Züchter. Die Adressen kann das Amt für Jagd und Fischerei liefern. 


Ob die Beratungsstelle auch ausgebildete Hirten mit Herdenschutzhunden vermittelt, welche Rolle sie eventuell bei der Errichtung von Schutzzäunen spielt und wie die Regelung beim Bär aussieht, steht am Freitag im vollständigen Interview im neuen „Südtiroler Landwirt“.

In einer ausführlichen Dokumentation geht es hier um die Probleme von Tierhaltern in Frankreich mit der Rückkehr des Wolfes.