Produktion | 14.06.2017

EuGH: Käse muss aus Milch sein

Vegane Produkte dürfen nicht unter dem Namen „Käse“ oder “Butter“ verkauft werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden – und er erntet dafür viel Zustimmung. von AIZ

Nur wo Milch drin ist, darf Käse draufstehen: Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Nur wo Milch drin ist, darf Käse draufstehen: Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt das in Luxemburg verkündete Urteil. Die EU-Richter verwiesen nach Medienberichten auf Regelungen im europäischen Recht. Danach genießen natürliche Milchprodukte einen eindeutigen Bezeichnungsschutz.
Der EuGH hat die Entscheidung des Landgerichts Trier vom 24. März 2016 bestätigt, wonach vegane beziehungsweise bestimmte vegetarische Lebensmittel nicht als „Käse“ oder „Cheese“ bezeichnet werden dürfen. Der DBV kritisierte in der Vergangenheit die Praxis einiger Lebensmittelverarbeiter, ein nicht auf Milch basierendes Lebensmittel als „Käse“ zu bezeichnen, obwohl der gesetzliche Bezeichnungsschutz für Milch und Milchprodukte eindeutig ist, auf das Schärfste und forderte die Lebensmittelverarbeiter zu einer geänderten Bezeichnung ihrer Produkte auf. Der EuGH bestätigt nun die Rechtsauffassung des DBV.

Auf Fleisch- und Wurstprodukte ausweiten
Da es für Fleisch- und Wurstprodukte bisher an einem vergleichbaren Bezeichnungsschutz fehlt und zunehmend vegetarischer sowie veganer Fleisch- und Wurstersatz mit Begriffen wie Schinken oder Schnitzel auf den Markt kommen, fordert der DBV vom Gesetzgeber hier eine Nachschärfung der Regelungen wie auch ein eindeutiges Bekenntnis zum Original.