Südtiroler Bauernjugend | 07.06.2017

Wenn Fakten nicht mehr zählen ...

Ist man krank, geht man zum Arzt. In der Phytomedizin – der Wissenschaft von den Krankheiten und Beschädigungen der Pflanzen – ist dies nicht anders. Die Landesführung der Südtiroler Bauernjugend tauschte sich kürzlich mit der Nachwuchsgruppe der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft aus.

Die Nachwuchsgruppe der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft mit der SBJ-Führungsspitze.

Die Nachwuchsgruppe der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft mit der SBJ-Führungsspitze.

Der Phytomediziner erforscht Ursachen, Erscheinungsformen und Verlauf von Krankheiten bei Pflanzen sowie Maßnahmen zur Vorbeugung und Heilung derselben. Die Gruppe besteht vorzugsweise aus Mitgliedern, die sich in der Ausbildung befinden und sich auf eine Tätigkeit in der Phytomedizin vorbereiten. Sebastian Streit, der Nachwuchssprecher der Gruppe, erklärte: „Unserer Gruppe gehören Bachelor- und Masterstudierende, Doktoranden und Berufsanfänger aus ganz Deutschland an.“
Breit gefächert ist auch das Tätigkeitsprogramm. Die Nachwuchsgruppe organisiert neben Fachvorträgen oder Treffen auch Exkursionen. „Auf der Grünen Woche haben wir mit der Bauernjugend einen ersten Kontakt geknüpft. Dieser hat uns jetzt nach Südtirol geführt“, sagte Streit.

Anschuldigungen nicht stehen lassen
„Wenn die gefühlte Wahrheit wichtiger ist als die auf Fakten basierende, dann wird es gefährlich“, unterstrich Streit beim Treffen. Dieses Phänomen nimmt leider zu, stellen die Vertreter der beiden Organisationen fest. In der Landwirtschaft beispielsweise beim Thema Pflanzenschutz oder Gülle. Manche Leute sehen in der Folge im Landwirt nicht den Pflanzenschützer, sondern einen „Giftmischer“. SBJ-Landesobmann Wilhelm Haller betonte: „Solche Anschuldigungen können wir nicht stehen lassen. Sie sind nicht nur verletzend für die ganze Berufsgruppe, sondern sind ohne jegliche Grundlage.“

Beide Organisationen wissen: Dem kann man nur entgegenwirken, indem man mit den Konsumenten gezielt das Gespräch sucht. Die Bauernjugend hat auch deshalb vor über einem Jahr den Blog „Blauer Schurz“ eingerichtet, über den SBJ-Landessekretär Andreas Mair berichtete: „Wir suchen den Austausch mit allen Interessierten auch online und stellen die Landwirtschaft auf dem Blog so dar wie sie wirklich ist. Damit schaffen wir auch Unwahrheiten aus der Welt.“ Zukünftig gibt es auf dem Blog vielleicht auch den einen oder anderen Gastbeitrag der Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland – weil Fakten zählen.