Südtiroler Landwirt, Betriebsberatung | 25.05.2017

Verbesserte Investitionsförderung

Ab sofort gelten die neuen Beitragskriterien des Landes Südtirol für Investitionen in landwirtschaftlichen Betrieben. Lesen Sie hier, was neu ist und für wen sie gelten.  von SBB-Betriebsberatung

Eines der nachgebesserten Kriterien: Bei teuren Geräten im Wein- und Obstbau verlängert sich die Laufzeit für geförderte Darlehen auf zehn Jahre.

Eines der nachgebesserten Kriterien: Bei teuren Geräten im Wein- und Obstbau verlängert sich die Laufzeit für geförderte Darlehen auf zehn Jahre.

Wie berichtet, hat das Land neue Beitragskriterien eingeführt, die für landwirtschaftliche Betriebe eine Reihe von Verbesserungen mit sich bringen („Südtiroler Landwirt“ Nr. 8, S. 33). Sie mussten allerdings noch von der Europäischen Union genehmigt werden. Das ist inzwischen geschehen, und die Kriterien sind somit ab sofort in Kraft.

Kapitalbeiträge für Transporter
Eine der Verbesserungen betrifft die von Betrieben im Berggebiet lang geforderten Kapitalbeiträge für Transporter. Sie wurden wieder eingeführt. Konkret heißt das: Betriebe mit mindestens 40 Lafis-Erschwernispunkten erhalten für den Ankauf eines Transporters 20 Prozent, solche mit mindestens 75 Punkten 30 Prozent Beitrag. Allerdings gilt für Transporter ein Höchstpreis von 50.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer).
Ein Beispiel: Wenn ein Betrieb mit 50 Erschwernispunkten einen Transporter für 100.000 Euro kaufen will, macht der Preis ohne Mehrwertsteuer knapp 82.000 Euro aus. Der Bauer allerdings erhält nur die 20 Prozent auf die 50.000 Euro, also 10.000 Euro Beitrag. Bei mindestens 75 Punkten beläuft sich der höchstmögliche Beitrag auf 15.000 Euro.
Die übrigen Bedingungen bleiben gleich, d. h. der vorgeschriebene Viehbesatz muss eingehalten werden, und die Förderung für ein und dieselbe Maschine kann pro Hof alle zwölf Jahre beansprucht werden.
Bei allen Maschinen im Außenbereich wurde außerdem die Mindestinvestition auf 2500 Euro gesenkt.

Zusatzgeräte für Heuernte
Eine weitere Neuerung betrifft Zusatzgeräte für die Heuernte, und zwar den Bandrechen, den Heuschieber und den Heuwender. Für diese Geräte gibt es ab sofort einen Beitrag, allerdings nur, wenn es sich um Zusatzgeräte für die Mähmaschine handelt. Das heißt mit anderen Worten, wenn ein Landwirt diese Zusatzgeräte etwa für einen Mähtrac oder einen Traktor kauft, erhält er dafür keinen Beitrag.
Mit den neuen Kriterien wurde ein weiterer Beitrag eingeführt, auf den die Bergbauern hart gewartet haben: jener für eine Scheunenkrananlage. Er beläuft sich auf 30 Prozent, mit einer Obergrenze an anerkannten Kosten von 20.000 Euro (immer ohne MwSt.).

Darlehen im Obst- und Weinbau sowie Gebäude für Viehhaltung
Eine weitere Verbesserung der Maschinenförderung betrifft Betriebe mit Obst- und Weinbau: In diesem Bereich gibt es Förderungen für Traktoren, Erntemaschinen und Hebebühnen. Die Laufzeit der geförderten Darlehen verlängert sich nun auf zehn Jahre, wenn die zugelassenen Kosten (ohne Mehrwertsteuer) die Grenze von 40.000 Euro übersteigen. Bei Sprühern, die meist nicht so viel kosten, bleibt die Laufzeit des Darlehens bei fünf Jahren.
Einige weitere Verbesserungen betreffen die Wirtschaftsgebäude von Betrieben mit Viehhaltung. So wird die Bewirtschaftungserschwernis stärker berücksichtigt: Für ein Wirtschaftsgebäude erhalten Betriebe ab 1000 Höhenmetern (Höhenlage des Baustandortes) pro 100 Höhenmeter einen Zuschlag von zwei Prozent auf die anerkannten Kosten.
Wie bisher gibt es einen Beitragszuschlag von je fünf Prozent für Bioanbau und für einen Junglandwirt, doch werden diese Zuschläge nun unabhängig voneinander vergeben. Bisher bekamen nur Junglandwirte den Zuschlag für den Bioanbau. Auch wird der Zuschlag immer vergeben und nicht erst bei anerkannten Kosten von mindestens 25.000 Euro.
Informationen zu diesen Förderungen bekommt man bei den Bezirksämtern für Landwirtschaft, beim Landesamt für ländliches Bauwesen im Fall von Scheunenkränen und Wirtschaftsgebäuden sowie beim Landesamt für Landmaschinen bei Außenmaschinen, also die im Artikel genannten Transporter oder die Zusatzgeräte für die Heuernte. Beide Ämter befinden sich in der Brennerstraße 6, Bozen.

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Kontakte für Informationen
- Landesamt für ländliches Bauwesen, Tel. 0471 415150;
- Landesamt für Landmaschinen, Tel. 0471 415180;
- SBB-Betriebsberatung (Tel. 0471 999421) oder deren Beitragsfinder (http://bit.ly/sbb_beitragsfinder): Er erleichtert die Suche nach Informationen über gewünschte Beiträge. Mitglieder mit Log-in-Daten können zudem eine Broschüre über Investitionsförderungen herunterladen.