Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 12.05.2017

Was Mütter wirklich brauchen …

Muttertag – immer wieder ein wertvoller Tag für unsere Familien und unsere ­Gesellschaft. Einfach zusammen sein und für einen Tag dankbar sein, für das, was unsere Mütter weitergeben.

„Muttertag ist für mich ein sehr schöner Tag mit meiner Familie“, sagt Sieglinde Illmer Dosser, ­Bäuerin des Jahres 2017. In der heutigen Zeit, wo alles sehr schnelllebig ist und unsere Gesellschaft von Materialismus geprägt, ist es für die Familie Dosser am Boarbichlhof in Obertall bei Schenna wichtig, an diesem Tag einfach beieinander zu sein. Sieglinde Dosser betont: „Ich brauche nicht Blumen oder Geschenke, die Anwesenheit meiner Lieben genügt!“
Die Bäuerin des Jahres legt auch großen Wert auf die Rituale im Jahreskreislauf: „Für uns ist dies einer jener Tage, die im Jahreslauf als fester Teil der Familientradition gelten. Denn es ist wichtig, als Familie verschiedene Rituale und Werte aufrechtzuerhalten und an die nächste Generation weiterzugeben,“ erklärt Sieglinde Dosser.

Unterstützung für Frauen auf dem Land notwendig
Damit die nächste Generation noch auf den Höfen bleibt, braucht es Frauen, die dort ihr Leben verwirklichen möchten. Leider wandern junge Frauen aus den ländlichen Gebieten immer öfter in die Ballungszentren ab. Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer fordert deshalb auf, die Mütter in ihren Bedürfnissen zu unterstützen. Die Bäuerinnen und die Frauen auf dem Land sollen nicht im Familienalltag benachteiligt werden. Und hier spielt die Frage „Was Mütter wirklich brauchen“ eine zentrale Rolle. „Sie brauchen Zukunftsperspektiven, Gesundheitsversorgung vor Ort, die Möglichkeit, sich aus- und weiterzubilden, sie brauchen Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen“, betont die Landesbäuerin.

Die Landesbäuerin verweist auf einen Bericht über Frauen und ihre Rolle in ländlichen Gebieten hin, der vor Kurzem vom europäischen Parlament verabschiedet wurde. Ziel sei es, Voraussetzungen zu schaffen, damit die Familien am Land bleiben und die Frauen ihre Innovationskraft ausschöpfen können. Der Landesbäuerinnenrat begrüßt die Initiative auf europäischer Ebene.

„Frauen und besonders auch Bäuerinnen tragen wesentlich dazu bei, unsere Dörfer lebenswert zu erhalten und damit die Abwanderung in die Städte zu verhindern. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit die Frauen sich engagieren können, wirtschaftliche und soziale Perspektiven haben und somit die ländlichen Räume beleben können“, sagt EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann und weist darauf hin, dass die europäischen Programme wie der ländliche Entwicklungsplan, LEADER und der ESF hier einen wichtigen Beitrag leisten können.