Südtiroler Landwirt, Produktion | 11.05.2017

Technik im steilen Gelände

Nach dem Jahr 2011 ist Südtirol heuer zum zweiten Mal Austragungsort für den Internationalen Grünland- und Viehwirtschaftstag. Am 20. Mai laden der BRING, der Maschinenring und die ÖAG zu einem Fachtag der Grünlandtechnik und der Futterbereitung im Berggebiet nach Rodeneck ein. von Martin Unterweger, BRING

Einen umfassenden Überblick zum Stand der Technik im Grünland erhalten Bäuerinnen und Bauern am 20. Mai in Rodeneck.

Einen umfassenden Überblick zum Stand der Technik im Grünland erhalten Bäuerinnen und Bauern am 20. Mai in Rodeneck.

Der Internationale Grünland- und Viehwirtschaftstag ist eine Veranstaltung der ÖAG (Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau). Im Jahr 2011 wurde der Internationale Grünlandtag das erste Mal in Südtirol, im Sarntal, ausgetragen. In diesem Jahr kommt er wieder zurück nach Südtirol und findet in Rodeneck statt. Das Hauptaugenmerk wird diesmal auf die Bergtechnik – speziell für das steile Gelände – gelegt. Der ganze Tag ist geprägt von Ma­schinen­vorführungen und interessanten Fachinformationen für die Bergbauern. Beim Grünlandtag werden an die 4000 Besucher aus dem In- und Ausland erwartet. Verschiedene Produkte von Firmen aus dem In- und Ausland können auf der Ausstellungsfläche sowie bei der Arbeit am Hang besichtigt werden.

20 Firmen zeigen Maschinen im Einsatz
Angemeldet sind rund 40 Aussteller, von denen an die 20 ihre Maschinen im Einsatz vorführen werden. Die Veranstaltung wird am 20. Mai um 8.45 Uhr eröffnet. Im Anschluss an die Grußworte geht es gleich mit einer Vorführung zum Mähen und Kreiseln im steilen und ebenen Gelände los. Die Maschinenvorführungen wechseln sich mit praxisnahen Referaten der Experten der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt (HBLFA) Raumberg-Gumpenstein ab. Am Vormittag werden dabei die Themen „Schnitthöhe, Futterverschmutzung und Futterkonservierung“ von Reinhard Resch und „Futterertrag und Futterqualität im Grünland“ von Karl Buchgraber behandelt. Nach der Mittagspause stehen die Erntekette sowie das Schwaden und Silieren im ebenen Gelände auf dem Programm. Im Anschluss daran wird die Übersaattechnik vorgestellt. Einen dazu passenden Beitrag zum Thema „Nachsaat, Übersaat und Saatgut“ liefert Bernhard Krautzer.
Gegen 15 Uhr werden die Transporter sowie Heuschieber bei der Dürrfutterernte im Gelände gezeigt. Die Maschinenvorführungen werden jeweils von Alfred Pöllinger moderiert.
Mehr zu den Inhalten der einzelnen Fachvorträge auf den folgenden Seiten.

Rahmenprogramm für Kinder und Konsumenten
Für das leibliche Wohl im Festzelt sorgen die bäuerlichen Organisationen von Rodeneck, die Freiwillige Feuerwehr Rodeneck sowie die Musikkapelle Rodeneck. Für die zusätzliche Gestaltung des Rahmenprogramms hat sich der Milchhof Brixen zur Verfügung gestellt. Dieser wird den Besuchern die Verarbeitung der Milch präsentieren. Für die kleinen Besucher hat der Verein „Spielideen“ allerhand Spannendes im Gepäck. Die Fachschulen für Land- und Hauswirtschaft von Salern und Dietenheim werden unter dem Motto „Vom Gras zum Kas – die Kuh als Produktverwerter“ der nichtbäuerlichen Bevölkerung, die ebenfalls zum Grünlandtag ­eingeladen ist, die Kreisläufe in der Berglandwirtschaft erklären.
Eine Veranstaltung in einem solchen Ausmaß kann natürlich nicht von einer einzigen Organisation gestemmt werden. Der Beratungsring Berglandwirtschaft BRING arbeitete in der Vorbereitung eng mit dem Maschinenring Südtirol, der ÖAG und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein zusammen. „Unser Dank gilt vor allem auch der Bevölkerung Rodenecks, federführend den bäuerlichen Organisationen, der Freiwilligen Feuerwehr Rodeneck, der Gemeindeverwaltung Rodeneck und den Grundbesitzern“, unterstreicht BRING-Obmann Daniel Gasser.

Beratung ist eine Brücke zwischen Forschung und Landwirten
Im Mittelpunkt stehen beim Grünlandtag also mögliche technische Lösungen für die tägliche Arbeit im Grünland. Die Veranstaltung soll aber nicht nur als Leistungsschau gelten, sondern auch fachlichen Aspekten in der modernen Grünlandbewirtschaftung eine Bühne bieten.
BRING-Obmann Gasser bringt es auf den Punkt: „Besonders in Zeiten, in welchen die Produktpreise unter Druck stehen, erachten wir es als wichtig, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die Landwirtschaft einfließen. Die Beratung stellt hier eine Brückenfunktion dar, welche die Erkenntnisse an die Landwirte weitervermittelt.“
Anton Mairhofer, Obmann des Maschinenrings Südtirol, ergänzt: „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten in der Landwirtschaft können zusätzliche Einsparungen auch durch die Zusammenarbeit über die Maschinenringe erzielt werden.“
Der Internationale Grünlandtag in Rodeneck findet bei jeder Witterung statt. Eventuell kann es bei Schlechtwetter Abweichungen vom Programm geben. Der Eintritt ist frei. Es werden bis zu sechs Stunden für die Betriebsberatung für Junglandwirte anerkannt – nähere Informationen dazu gibt es am Infostand des BRING.

Mehr unter www.bring.bz.it/veranstaltungen/internationaler-gruenlandtag/