Steuerberatung | 31.03.2017

Was von der Steuer abziehbar ist

Jedes Jahr stellen sich Steuerpflichtige die Frage: Welche sogenannten Spesen der persönlichen Lebensführung können sie in der Steuererklärung abziehen? Die Bauernbund-Steuerberatung liefert die nötige Übersicht.

Arztspesen – u. a. auch zahnärztliche Prothesen – sind in Höhe von 19 Prozent von der Steuer absetzbar.

Arztspesen – u. a. auch zahnärztliche Prothesen – sind in Höhe von 19 Prozent von der Steuer absetzbar.

In der Steuererklärung können einige Spesen der persönlichen Lebensführung angerechnet werden und so die geschuldete Einkommenssteuer reduzieren. Zu beachten ist: Wenn der einzelne Steuerpflichtige überhaupt keine Einkommenssteuer zahlen muss, kann er mit diesen Spesen auch keinen steuerlichen Vorteil erzielen. In der Landwirtschaft ist dies häufig der Fall.

Allgemeine Bedingungen
Für die Absetzbarkeit dieser Spesen ist eine Reihe allgemeiner Bedingungen einzuhalten. Die Spesen müssen vom Steuerpflichtigen im Steuerjahr bezahlt und auch tatsächlich im eigenen Interesse getragen worden sein. Werden etwa Spesen von Dritten zurückerstattet, sind diese nicht absetzbar. Denn sie sind dem Steuerpflichtigen ja nicht effektiv zu Lasten. Das ist z. B. bei Beiträgen durch die Landesverwaltung oder Rückerstattungen durch die Sanitätseinheit der Fall.
Die Spesen müssen in geeigneter Form belegt werden, z. B. mittels Rechnung, Steuerbeleg oder Posterlagschein.
Nachfolgend eine Auflistung der am häufigsten vorkommenden absetzbaren Spesen:
Arztspesen: Absetzbar in Höhe von 19 Prozent sind Arztspesen wie allgemeine Arztleistungen, chirurgische Eingriffe, Krankenhausaufenthalte, Arztleistungen eines Spezialisten, sanitäre und zahnärztliche Prothesen, Medikamente (Steuernummer, Art und Menge auf dem Spesenbeleg), ärztliche Untersuchungen und Spesen für Pflegepersonal und anderes autorisiertes Personal für besondere Dienste (Pflege, Rehabilitation). Von den gesamten Arztspesen muss ein Sockelbetrag von 129,11 Euro abgezogen werden. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen.
Darüber hinaus sind für Personen mit Behinderung noch die speziellen Spesen in Zusammenhang mit der Behinderung abziehbar. Dazu zählen der Kauf von Rollstühlen, Rollstuhlrampen, Umbau von Aufzügen für Rollstühle, Kauf von Motor- und Autofahrzeugen (auch nicht speziell angepasste Fahrzeuge für den Transport von Blinden und Taubstummen), Kauf eines Blindenhundes.
Zinsen aus Hypothekardarlehen: Die Zinsen und andere Spesen aus Hypothekardarlehen sind für den Kauf der Erstwohnung bis zu einem Maximalbetrag von 4000 Euro bzw. für den Bau der Erstwohnung bis zu einem Maximalbetrag von 2582,28 Euro in Höhe von 19 Prozent von der Steuer absetzbar. Zusätzlich sind eine Reihe weiterer Bedingungen einzuhalten, die im Einzelfall zu prüfen sind.
Zinsen aus Agrarkrediten: Zinsen aus Agrarkrediten sind in Höhe von 19 Prozent bis maximal zur Höhe der erklärten Katastererträge absetzbar.
Lebens- und Unfallversicherungen: Lebens- und Unfallversicherungen sind zu 19 Prozent steuerlich absetzbar, falls sie den Todesfall oder bleibende Invalidität von mindestens fünf Prozent abdecken. Der Maximalbetrag wurde ab 2014 auf 530 Euro reduziert. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen.
Für Versicherungen zur Absicherung der Betreuungsbedürftigkeit bei den gewöhnlichen und täglichen Verrichtungen (Pflegeversicherungen – „Long term care“) gilt weiterhin die bisherige Höchstgrenze von 1291,14 Euro. Lebens- und Unfallversicherungen zum Schutz von behinderten Personen können bis zu einem Höchstbetrag von 750 Euro von der Steuer abgesetzt werden.
Bestattungsspesen: 19 Prozent der Bestattungsspesen können bis höchstens 1550 Euro für jeden Todesfall abgesetzt werden. Ab dem Steuerjahr 2015 können die Bestattungsspesen auch für nicht verwandte verstorbene Personen geltend gemacht werden.
Spesen für Einschreibegebühren an Amateursportvereinen: Wenn zu Lasten lebende minderjährige Kinder zwischen fünf und 18 Jahren einen Amateursport ausüben, kann pro Kind ein Absetzbetrag in Höhe von 19 Prozent auf maximal 210 Euro beansprucht werden. Dies gilt z. B. für die jährlichen Einschreibegebühren bzw. für Abonnements an Schwimmbädern, Turnhallen oder anderen Sportanlagen.
Gebühren für Schule und Kindergarten: Die Schulgebühren für Grund-, Mittel- und Oberschulen sowie die entsprechenden Gebühren für Kindergärten sind in Höhe von 19 Prozent bis zu einem Höchstbetrag von 564 Euro pro Jahr und pro zu Lasten lebendem Kind von der Bruttosteuer absetzbar.
Zu den absetzbaren Schulspesen zählen die Einschreibegebühren („Tassa di iscrizione“), die Gebühren für den Besuch („Tassa di frequenza“) und die Spesen für den Mensadienst („Spese per la mensa scolastica“).
Studiengebühren: Studiengebühren können in Höhe von 19 Prozent von der Bruttosteuer abgesetzt werden. Die Gebühren von privaten und ausländischen Institutionen dürfen allerdings nur maximal in Höhe der Gebühren der öffentlichen Institutionen abgesetzt werden.
Mit eigenem Ministerialdekret werden jedes Jahr die maximal absetzbaren Spesen pro Studiengang für die privaten und ausländischen Universitäten festgelegt. Der Absetzbetrag gilt auch für zu Lasten lebende Personen.
Mieten von Universitätsstudenten: Die Wohnungsmieten von Universitätsstudenten, die steuerlich zu Lasten sind und an einer Universität außerhalb der Provinz und mindestens 100 km vom Wohnort entfernt studieren, können bis maximal 2633 Euro in Höhe von 19 Prozent von der Steuer abgesetzt werden. Der Absetzbetrag gilt auch für Mietspesen im Ausland.
Tierarztspesen: Für Haustiere und Tiere, die zur Ausübung eines Sports vorgesehen sind, können Tierarztspesen sowie die vom Tierarzt verschriebenen Medikamente bis maximal 387,34 Euro und einem Sockelbetrag von 129,11 Euro in Höhe von 19 Prozent abgesetzt werden. Keinen Absatzbetrag erhält man für Tierarztspesen für Tiere, die landwirtschaftlich oder gewerblich genutzt werden.
Gebühren für Kinderhorte und Tagesmutterdienst: Die bezahlten Einschreibegebühren für den Besuch öffentlicher und privater Kinderhorte sind in Höhe von 19 Prozent bis maximal 632 Euro pro Kind absetzbar. Der Absetzbetrag gilt ab 2014 auch für den in der Provinz Bozen angebotenen Tagesmutterdienst.
Freiwillige Zuwendungen (Spenden): Freiwillige Zuwendungen (Spenden) können abgesetzt oder abgezogen werden, sofern sie zugunsten bestimmter Institutionen (s. Tabelle 1) getätigt werden.

Tab. 1 – Freiwillige Zuwendungen (Spenden)

Begünstigte Institution

Zulässiger Maximalbetrag

Religiöse Institutionen

1.032,91 €

Politische Parteien

30 bis 30.000 €

ONLUS- Organisationen

(z.B. Bäuerlicher Notstandsfonds)

30.000 € bzw. 10% des Gesamteinkommens

Amateursportvereine

1.500,00 €

Öffentliche und private Schulen ohne Gewinnabsichten

keine Obergrenze


Pflichtbeiträge zur Bauernversicherung: Pflichtbeiträge zur Bauernversicherung können vom Gesamteinkommen abgezogen ­werden. Abziehbar ist sowohl der Teil der Sozialabgaben als auch der Teil der Unfallversicherung. Nicht abziehbar sind die Sozialabgaben für landwirtschaftliche Angestellte. Erfolgt eine Rückerstattung durch die Region, ist dieser Anteil nicht anrechenbar.
Sozialabgaben der Handwerker und Kaufleute: Sozialabgaben der Handwerker und Kaufleute sind vom Gesamteinkommen abziehbar.
Freiwillige Versicherungsbeiträge: Freiwillige Versicherungsbeiträge sind vom Gesamteinkommen abziehbar. Dazu zählt z. B. der Nachkauf der Studien- oder Militärjahre.
Unterhalt an Exehepartner: Periodische Unterhaltszahlungen an den Exehepartner sind in der laut Gerichtsurteil festgesetzten Höhe abziehbar. Freiwillige Zuwendungen an den Exehepartner und die Zahlungen für den Unterhalt der Kinder dürfen nicht berücksichtigt werden. Der begünstigte Exehepartner muss die erhaltenen Unterhaltszahlungen besteuern.
Zusatzrentenfonds: Beiträge an Zusatzrentenfonds können bis maximal 5164,57 Euro abgezogen werden. Falls die Beiträge nicht abgezogen werden und der Steuerpflichtige dies dem Rentenfonds innerhalb Dezember des Folgejahres auch mitteilt, werden
die in Kapital- oder Rentenform ausbezahlten Beträge nicht besteuert. Der Absetzbetrag
gilt auch für zu Lasten lebende Personen. Falls die Beiträge an Zusatzrentenfonds
bereits vom Arbeitgeber berücksichtigt worden sind, können diese nicht noch einmal in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden.
Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten: Der Steuervorteil für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten kann für folgende Arbeiten beansprucht werden:
- außerordentliche Instandhaltungsarbeiten;
- Sanierungs- und Wiedergewinnungsarbeiten;
- Ankauf einer renovierten Wohnung,
- Ankauf oder Bau von Garagen bzw. Autoabstellplätzen, die Zubehör zu einer Wohnung sind;
- Eingriffe an Gebäuden zur Verbesserung der Einbruchs- und Unfallvorsorge;
- Eingriffe zur Beseitigung von architektonischen Barrieren;
- Eingriffe für Energiesparmaßnahmen;
- Eingriffe zum Wiederaufbau nach Naturkatastrophen.
Für Eingriffe bis zum 31. Dezember 2017 ist der Absetzbetrag von 36 Prozent auf 50 Prozent und der Maximalbetrag für die Spesen von 48.000 Euro auf 96.000 Euro erhöht worden. Die Spesen müssen auf insgesamt zehn Raten aufgeteilt werden.
Es ist darauf zu achten, dass alle notwendigen Ansuchen (z. B. an das Landesamt für Sicherheitstechnik) getätigt worden sind und alle weiteren vorgesehenen Vorschriften eingehalten werden.
Möbel und Elektrogeräte für sanierte Wohnungen: Steuerpflichtige, die den Steuerabsetzbetrag für Sanierungsarbeiten am Wohngebäude beansprucht haben, können für die sanierte Wohnung einen zusätzlichen Absetzbetrag beanspruchen, und zwar für den Ankauf von Möbeln und energieeffizienten Elektrogeräten. Der zusätzliche Absetzbetrag in Höhe von 50 Prozent kann bis zu einem Maximalbetrag von 10.000 Euro pro Wohneinheit (inklusive Nebeneinheiten) beansprucht werden.
Spesen für Energiesparmaßnamen: Der Steuerabsetzbetrag für Energiesparmaßnahmen in Höhe von 65 Prozent gilt bis 31. Dezember 2017 und kann auf zehn Raten aufgeteilt werden. Der Absetzbetrag gilt bis zu einem Höchstbetrag laut Tabelle 2.

Tab. 2 – Energiesparmaßnahmen

Kod.

Art der Eingriffe

Absetzbetrag

1

Sanierungsarbeiten zur energietechnischen Optimierung des bestehenden Gebäudes

100.000 €

2

  • Eingriffe zur Wärmedämmung (Außenwände, Fußböden, Isolierfenster)
  • Installation von Sonnenschutzsystemen (seit 1.1.2015)

60.000 €

3

Installation von Sonnenkollektoren

60.000 €

4

  • Austausch der Heizanlage
  • Austausch einer Heizanlage mit Biomasse (seit 1.1.2015)

30.000 €


Um in den Genuss des Steuerabsetzbetrages von 65 Prozent zu gelangen, muss kein eigenes Ansuchen im Vorfeld der Eingriffe gemacht werden. Spätestens 90 Tage nach Abschluss der Arbeiten müssen abhängig von den vorgenommenen Arbeiten verschiedene Zertifizierungen und Dokumente telematisch über ein Internetportal an die ENEA geschickt werden.
Außerdem benötigt der Steuerpflichtige eine eidesstattliche Erklärung eines berechtigten Technikers über die Einhaltung der technischen Voraussetzungen des Eingriffs. Die Erklärung muss zu Hause aufbewahrt und auf Verlangen der Finanzbehörde vorgewiesen werden.
Pachtverträge von bauernversicherten Junglandwirten: Wenn bauernversicherte Landwirte unter 35 Jahren landwirtschaftliche Pachtverträge abgeschlossen haben, steht ihnen ein Absetzbetrag in Höhe von 19 Prozent zu – und zwar bis zu einem Betrag von 80 Euro pro Hektar und insgesamt bis maximal 1200 Euro. Der Pachtvertrag muss in schriftlicher Form abgeschlossen werden, und die Pachtflächen dürfen nicht den Eltern des Pächters gehören.

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Zweckbestimmung 8, 5, 2 Promille