Betriebsberatung | 08.03.2017

Zinsbeiträge für Maschinen über das "Sabatini" - Gesetz

eit Jahresanfang gibt es erneut die Möglichkeit, für den Ankauf von Maschinen oder Geräten einen Zins­beitrag über das sogenannte „Sabatinigesetz“ zu erhalten. Mit dieser Förderschiene unterstützt der Staat ­kreditfinanzierte Investitionen in den Maschinenpark. von Abteilung Betriebsberatung

Die angekaufte Maschine oder das Gerät muss mindestens 20.000 Euro ohne Mehrwertsteuer kosten und neu sein. (Foto: www.caron.it)

Die angekaufte Maschine oder das Gerät muss mindestens 20.000 Euro ohne Mehrwertsteuer kosten und neu sein. (Foto: www.caron.it)

Die Förderung kann zum Ankauf neuer Maschinen oder Geräte für den landwirtschaftlichen Betrieb in Anspruch genommen werden. Vo­raussetzung für die Gewährung des Zinsbeitrages ist die Aufnahme eines Darlehens, das eine maximale Laufzeit von fünf Jahren nicht übersteigen darf. Auf dieses Darlehen gewährt der Staat einen Zinsbeitrag in der Höhe von 2,75 Prozent – unabhängig von der Höhe der tatsächlich zu bezahlenden Bankzinsen.
Die finanzierende Bank des Antragstellers muss am Abkommen zum sogenannten Sabatinigesetz beteiligt sein. In Südtirol sind das beispielsweise die Raiffeisenbanken oder die Südtiroler Volksbank.
Bei einer Investition von beispielsweise 50.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) beläuft sich der Zinsbeitrag auf insgesamt 3859 Euro, das entspricht etwa acht Prozent der Investition. Allerdings sind dabei die tatsächlichen Finanzierungskosten (Bankzinsen und Nebenkosten für das Darlehen) sowie die Spesen im Zusammenhang mit der Gesuchstellung gegenzurechnen.  

5 Jahre Laufzeit, 6 Gesuche
Der Zinsbeitrag wird nicht als einmalige Summe, sondern einmal pro Jahr ausgezahlt, wobei der Landwirt Jahr für Jahr ein Auszahlungsgesuch machen muss. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren sind also neben dem Beitragsgesuch noch weitere fünf Liquidierungsgesuche zu stellen.
Die Abwicklung des Gesuchantrages ist mit einem bestimmten Aufwand verbunden.
Da der Antrag digital unterschrieben werden muss, ist dafür ein sogenannter Stick bei der Handelskammer zu erwerben. Dafür wird ein gültiger Ausweis, eine Steuernummerkarte und E-Mail-Adresse benötigt; die Kosten belaufen sich auf 60 Euro. Das Gesuch kann ausschließlich digital über die PEC-E-Mail eingereicht werden.
Die angekaufte Maschine oder das Gerät muss mindestens 20.000 Euro ohne Mehrwertsteuer kosten und neu sein.
Bei der Sabatini-Förderung handelt es sich um eine sogenannte De-minimis-Förderung, d. h. ein landwirtschaftlicher Betrieb darf in den letzten drei Jahren maximal 15.000 Euro an derartigen Förderungen erhalten haben.

Landes- oder Sabatiniförderung?
Der Ankauf bestimmter landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte wird bekanntlich auch über eine Landesförderung mittels zinsbegünstigtem Darlehen unterstützt. Dabei wird auf 90 Prozent der anerkannten Kosten ein Zinssatz von 0,75 Prozent gewährt. Die Laufzeit liegt bei fünf Jahren, im Falle von Viehbetrieben mit einer Investition von über 40.000 Euro steigt die Laufzeit auf zehn ­
Jahre.
Der Vorteil der Landesbeihilfe gegenüber der „Sabatiniförderung“ ist zum einen der deutlich geringere bürokratische Aufwand, zum anderen die niedrigere Grenze bezüglich der Mindestinvestition, welche bei 5000 Euro gegenüber 20.000 Euro liegt.
Direkte Vergleiche der beiden Fördermöglichkeiten zeigen, dass in den meisten Fällen die Inanspruchnahme der Landesförderung vorteilhafter ist. Die Sabatiniförderung bringt vor allem dann einen Vorteil, wenn das Bankdarlehen zu sehr günstigen Zinskonditionen gewährt wird. In diesem Fall wirkt sich der fixe Zinsbeitrag von 2,75 Prozent der Sabatinibeihilfe positiv auf das Gesamtergebnis aus und kann unterm Strich sogar einen bescheidenen Nettobetrag zugunsten des Antragstellers bewirken.

Beide Fördermöglichkeiten prüfen
In jedem Fall sollten beim Ankauf neuer Maschinen und Geräte beide Fördermöglichkeiten geprüft und dabei die jeweiligen Vor- und Nachteile gut abgewogen werden.
Die Abteilung Betriebsberatung im Südtiroler Bauernbund bietet Hilfe beim Ausfüllen und Verschicken des Gesuches an. Die Kosten für die Gesuchabwicklung liegen bei 150 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.

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Weitere Informationen
Detaillierte Informationen erhält man im Internet-Beitragsfinder des Südtiroler Bauernbundes (http://bit.ly/Sabatinigesetz) oder telefonisch bei Stephan Mutschlechner (Tel. 0471 999421), Bauernbund-Betriebsberatung in Bozen.