Südtiroler Landwirt, Produktion | 02.03.2017

Gut versichert ins Landwirtschaftsjahr

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Bald schon können sich Südtirols Bauern für das Landwirtschaftsjahr 2017 gegen Hagel, Frost und andere Schäden in der Landwirtschaft versichern. Aller Voraussicht nach geht die Kampagne von 13. März bis 30. April. Lesen Sie hier die Details. von Manfred Pechlaner, HSK

Nicht immer reicht die Frostberegnung. Eine Frostschutzversicherung ist nur mit der sogenannten MULTI-Versicherung möglich.

Nicht immer reicht die Frostberegnung. Eine Frostschutzversicherung ist nur mit der sogenannten MULTI-Versicherung möglich.

Die Vorbereitungen für die Hagelversicherungskampagne 2017 laufen auf Hochtouren. Versichert werden kann voraussichtlich ab 13. März 2017, wie das Südtiroler Hagelschutzkonsortium mitteilt.

Polizzen müssen innerhalb 30. April abgeschlossen werden
Der Geschäftsführer des Hagelschutzkonsortiums, Heinrich Huber, erklärt: „Um eine korrekte und erfolgreiche Beitragsgewährung für die abgeschlossene Versicherungspolizze gewährleisten zu können, müssen die Polizzen innerhalb 30. April 2017 abgeschlossen werden.“
Auch in diesem Jahr können wieder Mittel der Europäischen Union zur Förderung der Hagelversicherung beansprucht werden. Sie betragen für alle Versicherungsmodelle maximal 65 Prozent der anerkannten Kosten – ausgenommen für Strukturen: Hier sind es maximal 50 Prozent.
Die diesbezüglichen Gesuche bzw. Interessenerklärungen werden über das zuständige Dienstleistungszentrum (CAA-Büro), sprich „Förderungsbüro“ der Bauernbund Service GmbH vor Versicherungsabschluss eingereicht.
Allerdings müssen sich die meisten Landwirte vorerst nicht dort melden. Dies gilt für alle, die in einem der Jahre 2014, 2015 oder 2016 über das Hagelschutzkonsortium versichert hatten und aktuell noch Mitglied des Südtiroler Hagelschutzkonsortiums sind. Für sie wird automatisch eine Interessenerklärung zum Beitragsgesuch eingereicht. Die Bauernbund Service GmbH lädt sie später zu einem Termin in den Bauernbund-Bezirksbüros ein.
Alle übrigen Landwirte, die für 2017 einen Versicherungsabschluss planen, müssen sich vor Abschluss der Polizze erst an das Hagelschutzkonsortium und dann an die Bauernbund Service GmbH wenden. Gleichzeitig bitten wir jene Mitglieder, die ihren Betrieb 2016 übergeben haben, rechtzeitig auch die Mitgliedschaft im Konsortium umzuschreiben.

Erforderliche Unterlagen
Für die diesbezügliche Gesuchstellung ist die Angabe einer zertifizierten E-Mail-Adresse PEC sowie die Eintragung in das Handelsregister (REA) notwendig. Stehen diese Daten nicht zur Verfügung, kann die abgeschlossene Versicherungspolizze nicht mehr zur Förderung zugelassen werden und die Versicherungsprämie geht 100 Prozent zu Lasten des Versicherten.

Versicherbare Höchstmengen
Zudem sind die versicherbaren Höchstmengen zu beachten, die zur Förderung zugelassen sind. Sie gehen aus dem persönlichen Versicherungsplan (PAI – Piano Assicurativo Individuale) hervor.
Werden diese Höchstmengen bei Abschluss der Polizze überschritten, wird auf den Anteil der zu viel versicherten Menge kein Beitrag gewährt.
Im Obstbau werden diese durchschnittlichen Höchstmengen aus den versicherten Mengen der Jahre 2012–2014 und der effektiven Erntemengen der Jahre 2015 und 2016 berechnet. Eventuelle Werte aus jenen Jahren, in denen keine Versicherung abgeschlossen wurde, werden durch Durchschnittswerte (sog. Benchmarks) ersetzt. Diese Benchmarks werden vom ISMEA (Ministerium) vorgegeben.
Im Weinbau werden diese durchschnittlichen Höchstmengen anhand der amtlichen Erntemeldungen der vergangenen fünf Jahre errechnet.
Da sich die Erstellung des individuellen Versicherungsplans „PAI“ für 2017 und die darin enthaltenen individuellen versicherbaren Höchstmengen über das Nationale Informationssystem der Landwirtschaft – SIAN – wie bereits im vergangenen Jahr verzögert, geht das Hagelschutzkonsortium folgendermaßen vor: Sofern die notwendigen Daten zur Verfügung gestellt werden, wird das Konsortium die versicherbaren Höchstmengen inzwischen provisorisch berechnen, sodass die Versicherungspolizzen weitestgehend korrekt abgefasst werden können.

Frostversicherung nur mit „MULTI“
Wenn Landwirte ihre Anlagen auch gegen Frostschäden versichern möchten, können sie dies ausschließlich mit der „Globalen Mehrgefahrenversicherung – MULTI“ tun. In diesem Versicherungsmodell sind zum einen Frost, Trockenheit und Überschwemmung enthalten. Sie wurden als „katastrophale Schadensereignisse“ eingestuft.
Enthalten sind darüber hinaus auch folgende weitere Schadensereignisse: Hagel, Starkwind, Starkregen, Schneedruck, Sonnenbrand und Temperaturschwankung.
Das bedeutet: Landwirte, die sich auch gegen Frostschäden versichern möchten, müssen eine „MULTI“ abschließen.
Das Hagelschutzkonsortium hat in Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung, dem Konsortium für Trient – CODIPRA – und dem Nationalverband der Konsortien – ASNACODI eine maßgeschneiderte MULTI-Versicherung ausgearbeitet. Dadurch wird eine optimale Absicherung der Ernte erzielt!

Modell „PLURI“ und „Privater Zusatzvertrag“
Das Versicherungsmodell „PLURI“ enthält im Vergleich nur die Risikoabdeckung für Hagel, Starkwind, Starkregen und Schneedruck.
Hinweis: Der im Apfelanbau mögliche „Private Zusatzvertrag“ für die Absicherung von Schäden zwischen zehn und 30 Prozent kann allerdings nur für die Risiken Hagel und Starkwind abgeschlossen werden.


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Informationen
Südtiroler Hagelschutzkonsortium
Persönliches Beratungsgespräch im Sitz Terlan, Jakobistraße 1/A
Tel. 0471 256028
E-Mail und Internet: info@hagelschutzkonsortium.comwww.hagelschutzkonsortium.com