Produktion | 15.02.2017

Ansuchen um Neupflanzungen jetzt möglich

Seit Jahresbeginn 2017 sind einige Neuerungen zu den staatlichen Zuweisungen von Pflanzgenehmigungen für Neupflanzungen im Weinbau in Kraft. Anträge sind nur zwischen 15. Februar und 15. März möglich. von Andreas Kraus, Landesamt für Obst- und Weinbau

Nicht geändert hat die dem Land Südtirol maximal zuweisbare Fläche: Sie beträgt nach wie vor ein Prozent der in Südtirol bestehenden Weinbaufläche des Vorjahres, das sind rund 54 Hektar.
Sonst kommen in der Abänderung des entsprechenden Ministerialdekretes aber einige neue Regelungen hinzu, die eine gerechtere Zuteilung und Verwendung  der Genehmigungen gewährleisten sollten.

Ohne LAFIS keine Zuweisung
Für die Zuteilung werden nur jene Anträge zugelassen, die im land- und forstwirtschaftlichen Informationssystem LAFIS zum Zeitpunkt der Gesuchstellung über eine landwirtschaftliche Fläche im Ausmaß der angesuchten Fläche verfügen. Diese Fläche muss laut agronomischer Formel die weinbauliche Eignung des Standortes zur Erzeugung von Stillwein oder Sektgrundwein aufweisen.
Jedem Antragsteller werden grundsätzlich bis zu  1000 Quadratmeter an beantragter Fläche bei der Zuweisung garantiert.
50 Prozent der verfügbaren Genehmigungen werden über Vorzugskriterien verteilt. Die restlichen 50 Prozent der zugewiesenen Flächen werden wie bisher im Pro-Rata-System aufgeteilt, das heißt proportional zum Bedarf.
In Südtirol werden 2017 in Absprache mit den Vertretern der Weinwirtschaft bei der Zuweisung der Genehmigungen jene Betriebe bevorzugt, die im LAFIS über eine landwirtschaftliche Nutzfläche von mindestens 0,5 und höchstens drei Hektar verfügen und zumindest bereits eine Erwerbsweinbaufläche eingetragen haben. Falls die Flächen, um die angesucht wurde, das Dreifache der insgesamt zuweisbaren Flächen überschreiten, wird voraussichtlich eine zuweisbare Flächenobergrenze je Gesuch festgelegt. 

Drei Jahre Zeit für Pflanzung
Nachdem die Genehmigung erteilt wurde, muss die Pflanzung innerhalb von drei Jahren verwirklicht werden. Ebenso muss die zugewiesene Fläche für mindestens fünf Jahre als Weinbau bewirtschaftet werden. Eine Ausnahme von der Verpflichtung, die Rebkultur beizubehalten, gibt es nur in Fällen höherer Gewalt und bei Rebflächen mit phytosanitären Problemen.
Die zugewiesene Fläche darf ausschließlich in jener Region bzw. Autonomen Provinz mit Reben bepflanzt werden, für die angesucht wurde. Eine Verlegung auch innerhalb des Betriebes in eine andere Region bzw. Provinz ist nicht zulässig.

Klare Frist für Anträge
Die Anträge um unentgeltliche Zuweisung aus dem nationalen Topf können in Südtirol ausschließlich von 15. Februar bis 15. März 2017 eingereicht werden.
Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass die definitive Zuweisung erst ab Juni 2017 abgeschlossen sein muss, sodass erst danach mit einer Genehmigung vonseiten des Amtes zu rechnen ist. Die betroffenen Bauern müssen unbedingt darauf achten, dass sie keinesfalls schon vor Erteilung der Genehmigung pflanzen dürfen. 

Sanktionen
Sanktionen werden in folgenden Fällen verhängt, wenn der Antragsteller vor Erteilung der Genehmigung pflanzt; wenn er ohne Genehmigung eine widerrechtliche Pflanzung vornimmt; wenn er eine größere Fläche bepflanzt, als ihm zugeteilt wird; wenn er nicht zugelassene Keltertraubensorten pflanzt; wenn er trotz Genehmigung auf die Pflanzung verzichtet, obwohl ihm mindestens 50 Prozent der beantragten Fläche zugewiesen worden sind und falls er nicht innerhalb von drei Jahren ab Zuteilung die zugewiesene Fläche realisiert.