Politik | 20.01.2017

Bewirtschaftung ermöglichen

Neue Kriterien und Vorgutachten durch eine Expertengruppe soll es künftig bei Almerschließungen geben. Kürzlich wurden die neuen Kriterien in Bozen vorgestellt. von LPA – Landespresseamt

Planungssicherheit soll die neue Vorgangsweise für die betroffenen Bauern bringen.

Planungssicherheit soll die neue Vorgangsweise für die betroffenen Bauern bringen.

Mitarbeiter der Landesabteilungen Forstwirtschaft und Natur, Landschaft und Raumentwicklung haben einen Katalog mit Kriterien für die Erschließung von Almen erstellt. Auch der Dachverband für Natur und Umwelt, der Heimatpflegeverband, der Alpenverein Südtirol (AVS) und der Südtiroler Bauernbund waren an dem Runden Tisch beteiligt.
Vergangene Woche wurden die neuen Kriterien vorgestellt. Land- und Forstwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler unterstrich dabei: „Es ist im Interesse der Almbesitzer, der Landesämter, der betroffenen Vereine und Verbände und der politischen Entscheidungsträger, bereits im Vorfeld einen Konsens zu finden, bevor Entscheidungen getroffen werden.“

Wirtschaftliche Bewertung der Alm
Eines der Hauptthemen bei der Förderung der Almwirtschaft war und ist die Erschließung der Almen, die ein wichtiger Faktor für eine langfristig gesicherte Bewirtschaftung sind.
Die Kriterien für eine Erschließung stellten vergangene Woche der Direktor der Landesabteilung Forstwirtschaft, Paul Profanter, und der Direktor des Landesamtes für Landschaftsökologie, Peter Kasal, vor: Vorgesehen sind eine wirtschaftliche Bewertung der Alm (Bewirtschaftungsform, Größe, Anzahl der aufgetriebenen Großvieheinheiten), eine hydrogeologische (Hangneigung, Beschaffenheit des Geländes) und eine technische Bewertung des Eingriffs (Kunstbauten, Lawinenstriche, Steigung, zu überwindender Höhenunterschied) sowie eine landschaftlich-ökologische Bewertung (Einsehbarkeit, vom Eingriff betroffene Lebensräume).
Auf der Grundlage dieser Kriterien erstellt eine Gruppe von Technikern, die sich aus Vertretern der beiden Landesabteilungen Forstwirtschaft sowie Natur, Landschaft und Raumentwicklung zusammensetzt, auf Anfrage ein Vorgutachten mit Begehungsprotokoll, aus dem hervorgeht, ob und unter welchen Bedingungen eine Erschließung möglich ist. 

Bauernbund mit Neuregelung zufrieden
Der Bauernbund ist mit der Neuregelung zufrieden. Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner erklärt: „Wir wollen eine zeitgemäße Bewirtschaftung der Almen sicherstellen. Nicht für jede Alm ist eine Erschließung sinnvoll, doch wo sie verträglich ist und der Grundeigentümer Interesse hat, darf es kein generelles Veto geben. Die neue Vorgehensweise ist bürgerfreundlich und transparent und daher begrüßen wir sie.“