Steuerberatung | 09.12.2016

Befreite Landwirtschaftsbetriebe

Sind Landwirtschaftsbetriebe von der MwSt.-Registerführung befreit, müssen sie jetzt prüfen, ob sie die Voraussetzungen noch erfüllen. Andernfalls müssen sie die Registerführung nachholen und die Steuern zahlen.

Landwirtschaftsbetriebe, die von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit sind, genießen zahlreiche Erleichterungen: Befreiung von Rechnungslegung und von Registrierung der Verkaufsrechnungen, Tageseinnahmen und Eingangsrechnungen, Befreiung von der Abfassung der Mehrwertsteuer-Jahres­erklärung und der Einzahlung der Mehrwertsteuer.

Voraussetzungen für 2017
Befreite Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei Verkäufen eine Eigenrechnung und müssen diese Eigenrechnung zusammen mit den erhaltenen Einkaufsrechnungen fortlaufend nummerieren und aufbewahren.
Damit ein Landwirtschaftsbetrieb von der Mehrwertsteuer-Registerführung befreit ist, muss zum einen der Vorjahresumsatz (im Jahr 2017 ist das somit der Umsatz von 2016) unter 7000 Euro liegen.
Zum anderen muss der Vorjahresumsatz zu zwei Dritteln aus dem Verkauf von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten bestehen. Das sind Produkte, die einen Kompensierungssatz aufweisen (z.B. der Verkauf von einem Rind oder Milchlieferungen an die Genossenschaft).

Kontrollen zum Jahresende für Befreiung 2016
Damit die Befreiung für 2016 nicht rückwirkend verloren geht, muss der Betrieb überprüfen, ob sämtliche Verkäufe im laufenden Jahr (einschließlich der Veräußerung von Anlagegütern) zu zwei Dritteln aus dem Verkauf von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkten bestehen. Andernfalls müssen die Mehrwertsteuerregister nachgeholt und die geschuldete Mehrwertsteuer auf nicht-landwirtschaftliche Produkte eingezahlt
werden.


Zum Thema

Was zählt zum Umsatz?
Zum Umsatz zählen:
- Verkauf landwirtschaftlicher Produkte und Verkauf nicht-landwirtschaftlicher Produkte,
- Anlieferungen an Genossenschaften,
- Verkäufe an befreite Landwirtschaftsbetriebe,
- Dienstleistungen,
- Tageseinnahmen bei Verkäufen an Endverbraucher.

Nicht zum Umsatz zählen:
- die Mehrwertsteuer (IVA),
- Anlagegüter,
- Umsätze aus anderen Tätigkeiten (z.B. UaB).