Südtiroler Bauernjugend | 02.12.2016

Klare Antworten auf brennende Fragen

Die Landesräte Richard Theiner, Waltraud Deeg und Philipp Achammer stellten sich bei der „Gesprächsarena der Jungen Wirtschaft“ den Fragen der Jugendlichen.

Die Vorsitzenden der Jugendorganisationen mit (von links) Moderator Christian Pfeifer sowie den Landesräten Richard Theiner, Waltraud Deeg und Philipp Achammer.

Die Vorsitzenden der Jugendorganisationen mit (von links) Moderator Christian Pfeifer sowie den Landesräten Richard Theiner, Waltraud Deeg und Philipp Achammer.

Drei Themen, 30 Fragen und drei Minuten Redezeit je Antwort: Bei der „Gesprächsarena der Jungen Wirtschaft“ am 28. November im Theater in der Altstadt in Meran standen die Landesräte Richard Theiner, Waltraud Deeg und Philipp Achammer den über 30 Vertretern der Hoteliers- und Gastwirtejugend (HGJ), Junghandwerker im lvh, Junge im hds, Südtiroler Bauernjugend (SBJ) und Jungunternehmer im Unternehmerverband Rede und Antwort.

Ein immer wieder diskutiertes Thema bei der Raumordnung ist die Aufwertung der Ortszentren. Laut Landesrat Richard Theiner ziele auch das neue Gesetz darauf ab schonend mit Kulturgrund umzugehen. „Deshalb muss eine Gemeinde zukünftig zuerst nachweisen, dass innerhalb der Siedlungsgrenze keine Möglichkeit mehr besteht Wohnraum zu schaffen, bevor eine neue Zone ausgewiesen wird. Damit soll auch leere Bausubstanz in Ortskernen wieder neu belebt werden“, betont der Landesrat. Der Handel sollte sich in Zukunft vor allem in den Ortszentren konzentrieren, in den Gewerbegebieten hingegen vorwiegend die Produktion sperriger Güter. „Die neue Gemeindekommission für Raum und Landschaft wird mit planerischen Aufgaben betraut. Bagatelleingriffe wird es auch in Zukunft geben“, verspricht Theiner.

Familienfreundliche Betriebe wie Leuchttürme sichtbar machen

Um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ging es in der zweiten Diskussionsrunde mit Landesrätin Waltraud Deeg. Laut Jugendvertretern seien nordische Länder bei diesem Thema schon sehr viel weiter als Südtirol. Deeg ist sich dessen bewusst. In Südtirol haben von 116 Gemeinden etwa 70 ein Kinderbetreuungsangebot. Die restlichen sind gefordert Betreuungsplätze zu schaffen.
„Auch einige größere Betriebe gehen bereits mit gutem Beispiel voran und unterstützen Familien, etwa durch eine eigene Betreuungsstätte oder anderen Dienstleistungen für die Mitarbeiter“, sagt die Landesrätin. Diese Form der Unterstützung hat positive Nebeneffekte: Die Mitarbeiter sind motiviert und leistungsfähig und Fachkräfte bleiben in Südtirol und wandern nicht ab.

Über Zukunftsperspektiven aufklären

Um den Themenbereich Schule ging es hingegen in der dritten Runde mit Landesrat Philipp Achammer. Unter anderem wurde über das Lehrlingswesen diskutiert, das im Bereich der Arbeitssicherheit strengen Vorschriften unterworfen ist. Achammer berichtet, dass über 90 Prozent aller Lehrlinge Italiens in Südtiroler Betrieben angestellt werden. Italien kenne somit die duale Ausbildung und damit auch seine Anforderungen nicht. Die Arbeitssicherheit liegt allerdings in staatlicher Kompetenz. Südtirol könne hier nur über Bewusstseinsbildung versuchen bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.
Bei der Mehrsprachigkeit besteht laut Achammer noch Aufholbedarf. Es gelte den natürlichen Sprachaustausch auszubauen. „Derzeit plant das Land eine Erhebung in welchen Berufsfeldern Schulabgänger nach zehn Jahren tätig sind. Damit will man die Berufsbildung zukünftig noch stärker auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausrichten“, erklärt der Landesrat.

Für jede Frage des Publikums hatten die drei Landesräte jeweils drei Minuten Zeit zu antworten.

Für jede Frage des Publikums hatten die drei Landesräte jeweils drei Minuten Zeit zu antworten.