Steuerberatung | 29.11.2016

Die Buchungssicherstellung

Verlangen Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Betriebe (UaB) eine Buchungssicherstellung (sog. Angeld), müssen sie in steuerlicher Hinsicht einige Regeln einhalten. Welche das sind, erklärt die Bauernbund-Steuerberatung.

Bei Bezahlung einer Buchungssicherstellung (caparra confirmatoria – sog. Angeld) wird normalerweise keine Steuerquittung an den Gast ausgestellt. Sollte der Gast jedoch bereits bei der Überweisung eine Steuerquittung verlangen, kann diese ohne Mehrwertsteuer mit dem Zusatz „MwSt.-frei laut Art. 2, DPR 633/72“ ausgestellt werden. Dieser Betrag wird im Tageseinnahmenregister eingetragen, jedoch nicht in der Buchhaltung registriert, da er nicht der Einkommenssteuer unterliegt.
Im Normalfall stellt der UaB-Betrieb eine Steuerquittung erst bei Abreise des Gasts und Bezahlung des Saldobetrages aus, d. h., zu diesem Zeitpunkt wird eine Steuerquittung über den Gesamtbetrag inklusive Buchungssicherstellung ausgestellt.

Merkmale
Damit es sich um eine Buchungssicherstellung handelt, ist dies auf dem Überweisungsbeleg anzuführen. So sollte dieser als Beschreibung beispielsweise „Buchungssicherstellung für Familie Schmidt für Aufenthalt von 29. 8.–5. 9.“ enthalten. Zudem sollte der vom UaB-Betrieb verlangte Betrag für die Buchungssicherstellung nicht mehr als ca. 20–30 Prozent des Gesamtbetrages ausmachen.

Einbehalt als Entschädigung
Wird eine Buchungssicherstellung geleistet und die Dienstleistung nicht beansprucht, kann der Vermieter als Entschädigung den Betrag behalten, sofern der Gast über diese Situation aufgeklärt wurde. Der Gast kann entweder im Katalog, auf der Homepage oder bei der schriftlichen Reservierungsbestätigung darauf hingewiesen werden. Ein solcher Hinweis kann beispielsweise mit dem Zusatz „bei Stornierung unter zwei Wochen wird die Buchungssicherstellung als Entschädigung einbehalten“ erfolgen.
Wenn nun ein Gast die Buchung in diesem Zeitraum storniert, behält der Betrieb die Buchungssicherstellung als Entschädigung ein und muss eine Steuerquittung ausstellen. Sie ist mit dem Vermerk „MwSt.-frei laut Art. 15, DPR 633/72“ auszustellen und dem Gast zuzuschicken. Die Steuerquittung wird im Tageseinnahmenregister unter „Steuerfrei oder nicht besteuerbare Umsätze“ eingetragen und dem Südtiroler Bauernbund mitgeteilt.

Beispiel Steuerquittung

Am 9. Juli überweist ein Gast eine Buchungssicherstellung von 100 Euro. Am 30. August storniert der Gast die Buchung. Der Beherbergungsbetrieb kann die Buchungssicherstellung als Entschädigung behalten, muss aber eine Steuerquittung ausstellen und dem Gast zukommen lassen. Die Entschädigung unterliegt zwar nicht der Mehrwertsteuer (MwSt.-frei laut Art. 15, DPR 633/72), sehr wohl aber der Einkommenssteuer, da es sich um eine Entschädigung aus entgangenem Einkommen handelt (siehe Bild).