Südtiroler Landwirt, Arbeitssicherheit | 10.11.2016

INAIL fördert nun Maschinen-Kauf

Das nationale Unfallinstitut INAIL fördert seit Kurzem auch den Ankauf von neuen landwirtschaftlichen Maschinen. Das Ziel der Förderung: die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu erhöhen und die betriebliche Leistung zu verbessern.

Die angekauften Land- oder Forstmaschinen müssen neu sein und die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen am Hof verbessern. (Foto: www.agrarfoto.at)

Die angekauften Land- oder Forstmaschinen müssen neu sein und die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen am Hof verbessern. (Foto: www.agrarfoto.at)

Auf gesamtstaatlicher Ebene steht für das heurige Jahre ein Budget von rund 45 Millionen Euro ausschließlich für die landwirtschaftlichen Betriebe zur Verfügung. Es wird auf die einzelnen Regionen und Provinzen aufgeteilt.

Voraussetzungen
Für die Südtiroler Betriebe sind 473.859 Euro vorgesehen, die wiederum auf folgende zwei Schienen aufgeteilt werden:
- Schiene 1: 134.978 Euro für Junglandwirte (s. Infokasten).
- Schiene 2: 338.881 Euro für alle anderen landwirtschaftlichen Betriebe.
Die Förderung ist ausschließlich für landwirtschaftliche Betriebe vorgesehen. Beim Ausfüllen des Online-Gesuchs müssen sie eine Mindestpunktezahl erreichen. Da diese Förderung in diesem Ausmaß zum ersten Mal ausgeschrieben wurde, ist von Fall zu Fall zu prüfen, ob die Mindestpunktezahl erreicht wird. Diese dürfte der klassische landwirtschaftliche Betrieb in Südtirol aber trotzdem erreichen. Für das Ansuchen muss der Betrieb bestimmte Anforderungen erfüllen, u.a.:
- Produktionstätigkeit in der Autonomen Provinz Bozen;
- Eintragung in der Sondersektion Landwirtschaft beim Handelsregister;
- Inhaber einer aktiven landwirtschaftlichen MwSt.-Position;
- alle Sozialbeitragspflichten erfüllen.
Beim Ankauf von Maschinen gilt: Sie dürfen nicht gebraucht sein und müssen den geltenden Bestimmungen (CE-konform) entsprechen. Ein eventueller Verkauf oder Eintausch der alten Maschine im Rahmen des Investitionsprojektes muss berücksichtigt werden.

Förderbare Projekte
Förderungswürdig ist ausschließlich der Ankauf neuer land- oder forstwirtschaftlicher Maschinen mit dem Ziel, die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu erhöhen sowie auch die betriebliche Leistung zu verbessern. Jeder Antragsteller kann bis zu maximal zwei neue Arbeitsmittel ankaufen. Beim Ankauf von zwei Arbeitsmitteln stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
- Ein land- oder forstwirtschaftlicher Traktor und eine landwirt- oder forstwirtschaftliche Maschine mit oder ohne eigenen Motor (z.B. landwirtschaftlicher Traktor und eine Obsterntemaschine oder ein Mulcher).
- Eine landwirt- oder forstwirtschaftliche Maschine mit eigenem Motor und eine landwirt- oder forstwirtschaftliche Maschine ohne eigenen Motor (z.B. eine Mähmaschine und ein landwirtschaftlicher Anhänger).
- Zwei landwirt- oder forstwirtschaftliche Maschinen ohne eigenen Motor (z.B. Sprüher und Hubstapler).

Beitragshöhe
Der Förderbeitrag beläuft sich auf 50 Prozent für die Schiene 1 (Junglandwirte) und 40 Prozent für die Schiene 2 (für alle anderen landwirtschaftlichen Betriebe) anhand der Anschaffungskosten.
Die Beitragsuntergrenze beläuft sich auf 1000 Euro, die Beitragsobergrenze auf 60.000 Euro. Die Kosten (ohne MwSt.) für den Ankauf werden anhand des günstigsten von drei Kostenvoranschlägen berechnet und liegt auf jeden Fall bei maximal 80 Prozent der geltenden Preislisten.

Zeitrahmen
Das Ansuchen kann vom 14. November bis zum 20. Jänner 2017 im Online-Portal ausgefüllt werden. Anschließend erhält der Antragsteller einen Identifizierungskodex für das Abschicken des Gesuches.
Ab 30. März 2017 wird dann das Datum mitgeteilt, an dem das Online-Gesuch (Identifizierungskodex) abgeschickt werden kann. Auch heuer können die Gesuche nur Online über das Portal des INAIL eingereicht werden und die Beitragsvergabe erfolgt nach dem bereits bekannten „Click-day“-Verfahren. Das heißt: Der Schnellere kommt zum Zug.

Weitere Gesuchsabwicklung und Projektabschluss
Betriebe, die in der Rangliste zum weiteren Verfahren zugelassen werden, haben anschließend 30 Tage Zeit, die verschiedenen Unterlagen ans INAIL zu übermitteln. Anschließend erfolgt die technische/verwaltungsmäßige Überprüfung der Dokumentation durchs INAIL und innerhalb von 120 Tagen ab der Fälligkeit der Einreichfrist erfolgt die Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag.
Wird das Gesuch positiv beurteilt, muss das Projekt innerhalb von 180 Tagen ab Datum des Erhalts der Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag umgesetzt und abgerechnet werden.
Der Ansuchende erhält eine Mitteilung vonseiten des INAIL, sobald er die Maschine kaufen darf.

SBB hilft und berät
Selbstverständlich berät der Südtiroler Bauernbund seine Mitglieder beim Online-Ausfüllen der Projekte. Interessierte Bauern können sich ab
14. November im jeweiligen Bezirksbüro beraten lassen und erhalten dort alle notwendigen Informationen.
Um die vollständige Abwicklung des Gesuches gewährleisten zu können, ist es ratsam, sich frühzeitig im Bezirksbüro zu melden.

INAIL Förderung Landwirtschaft 2016 – Fälligkeiten

14.11.2016 bis 20.1.2017

Ansuchen und Online-Ausfüllen der Gesuche

ab 1.2.2017

Erhalt des Identifizierungskodex für das Abschicken des Gesuches

ab 30.3.2017

Mitteilung des Datums an welchem das Online-Gesuch abgeschickt werden kann


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Definition

Junglandwirt
Für das INAIL ist jene Person ein Jung­landwirt, die zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens 40 Jahre alt ist, über ange-
messenes fachliches Können und Wissen verfügt und sich erstmals in einem landwirtschaftlichen Betrieb als Betriebsinhaber niederlässt – Verordnung EU Nr. 702/2014 Art. 2 (34).