Südtiroler Landwirt, Förderungen | 27.10.2016

Klarheit bei GVE-Berechnung

Nun wissen die Bauern endlich, wie sie ihre Großvieheinheiten für die EU- und Landesförderungen berechnen können. Die Landesverwaltung stellt die von der EU-Kommission genehmigten Umrechnungstabellen im „Südtiroler Landwirt“ vor. von Landesabteilung Landwirtschaft

Wie viel Kühe man pro Hektar halten darf, hängt von der Art der Förderung und den Gewässerschutzbestimmungen ab. (Foto: Andreas Agne/www.pixelio.de)

Wie viel Kühe man pro Hektar halten darf, hängt von der Art der Förderung und den Gewässerschutzbestimmungen ab. (Foto: Andreas Agne/www.pixelio.de)

Lange waren sich das Land Südtirol und die EU-Kommission nicht über die Koeffizienten für den durchschnittlichen GVE-Besatz einig gewesen. Nun endlich hat die EU grünes Licht gegeben. Das System ist zwar noch immer etwas komplex. Aber immerhin herrscht nun Klarheit.

Was eine gute Agrarpraxis ausmacht
Zur Grundlage einer guten landwirtschaftlichen Praxis gehört einerseits die Einhaltung der Bestimmungen zum Gewässerschutz, andererseits aber auch eine flächenbezogene und standortangepasste Landwirtschaft. Daher wurden für die EU-Förderungen und Landesförderung Viehbesatzdichten definiert. Sie sind gestaffelt nach Höhenlage und je nach Förderung strenger oder weniger streng.

Hin und zurück bei der GVE-Berechnung
Bei der Vorlage des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (ELR) 2014–2020 hatte das Land diesbezüglich dieselben GVE-Umrechnungskoeffizienten (Großvieheinheiten) wie im „alten“ ELR 2007–2013 angegeben. Die EU-Kommission hatte diesen Vorschlag aber abgelehnt. Die Folge waren langwierige Verhandlungen. Erst mit einer Änderung der entsprechenden EU-Verordnung können seit Kurzem wieder die alten GVE-Koeffizienten angewandt werden.
Dennoch gibt es – verglichen mit dem alten ELR – einen wesentlichen Unterschied: Im alten Entwicklungsprogramm war für die Maßnahmen „Ausgleichzulage“ und „Zucht vom Aussterben bedrohter Tierrassen“ keine GVE-Obergrenze vorgesehen. Jetzt dagegen sind für diese Maßnahmen („Ausgleichzulage“ und „Haltung von bedrohten Tierrassen“) GVE-Obergrenzen vorgesehen, und zwar je nach Maßnahme in unterschiedlicher Höhe (s. Tab. „Zulässiger GVE-Besatz“).
Im Gegensatz dazu galten für die Einhaltung der „Anderweitigen Verpflichtungen“ (Cross Compliance) schon immer GVE-Obergrenzen – und zwar für alle betroffenen Maßnahmen, also auch für die oben genannten.

Geltende gesetzliche Bestimmungen


Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (ELR) 2014–2020

Laut Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005

Gewässerschutz
Landesgesetz vom 18. Juni 2002, Nr. 8 und Dekret des Landeshauptmanns vom 21. Jänner 2008, Nr. 6, in geltender Fassung

Landesförderung
Landesgesetz vom 14. Dezember 1998, Nr. 11, in geltender Fassung, mit den entsprechenden Kriterienbeschlüssen (weitere Informationen auf der Webseite der Abteilung Landwirtschaft)

 

Übersicht in Berechnungstabellen

Zum besseren Verständnis zeigen verschiedene Tabellen auf, welche Besatzobergrenzen für die einzelnen Maßnahmen gelten und wie sie berechnet werden. 

Hier gibt es die Tabellen zum Download