Produktion | 12.10.2016

Blauzungenkrankheit: Wiederkäuer unbedingt impfen

Die Blauzungen-Krankheit greift weiter um sich. Alle Tierhalter sollten umgehend dafür sorgen, dass ihre Rinder, Schafen und Ziegen geimpft werden, betonen Landestierarzt Zambotto und Stellvertreter Stifter. von Landespresseamt

Der Virus, der jüngst im Trentino aufgetreten ist, gefährdet vor allem Schafe.

Der Virus, der jüngst im Trentino aufgetreten ist, gefährdet vor allem Schafe.

Im Veneto werden bereits über 340 Seuchenherde gezählt, im Friaul zieht die Viruserkrankung ebenso Kreise, neue Fälle sind in der Lombardei (Brescia) und in der Nähe von Cremona aufgetaucht, berichtet der stellvertretende Landestierarzt Ernst Stifter. Bei diesen Temperaturen, erläutert er, sind die virusverbreitenden Mücken weiterhin aktiv, die Blauzungenkrankheit breitet sich also aus.

Umgehend Betriebstierarzt kontaktieren
Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist in Südtirol verpflichtend. Die Halter von Wiederkäuern werden deshalb aufgefordert, umgehend den Betriebstierarzt kontaktieren und ihre Tiere zur Impfung anzumelden. Rinder müssen zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen geimpft werden; zehn Tage nach der zweiten Impfung können sie bewegt werden. Schafe und Ziegen werden nur einmal geimpft.
Die Kosten für Impfstoff und Injektion werden von der öffentlichen Verwaltung getragen, die den Ankauf tätigt und den beauftragten Betriebstierärzten die für die Verabreichung vorgesehene Vergütung bezahlt. Die Standardzufahrt – also die Anfahrt des Tierarztes zur ersten Impfung und zur Wiederholung nach einem Monat bei den Rindern – ist ebenso kostenlos. Sollten jedoch zusätzliche Visiten erforderlich sein, tragen die jeweiligen Bauern die Kosten für die Anfahrt.

Auch junge Tiere kennzeichnen lassen
Tierärzte kommen zu Rindern, Schafen und Ziegen in den Stall und impfen alle Tiere, die älter als einen Monat sind. Deshalb ist es wichtig, dass alle - auch die ganz jungen Tiere - eine Kennzeichnung durch eine Ohrmarke haben, da die Impfung in einer Datenbank registriert werden muss. Zambotto und Stfiter ersuchen alle Bauern, alle ihre Rinder, Schafe und Ziegen schnell und sehr jung kennzeichnen zu lassen, zu diesem Zweck sollen sie mit den Kennzeichnern Kontakt aufnehmen. Die Impfungen können zeitnah vorgenommen werden, es gibt keine Wartezeiten. Außerdem sind keine wesentlichen Nebenwirkungen der Impfung bekannt.

Nur geimpfte Tiere zu Versteigerungen
Ab dem 1. April 2017 können nur mehr jene Tiere der für die Blauzungenkrankheit anfälligen Tierarten auf Versteigerungen, Messen, Märkte und Ausstellungen verlegt werden, die vorher geimpft wurden oder von geimpften Muttertieren geboren wurden und jünger als 90 Tage sind. Der Süden Südtirols ist derzeit Sperrgebiet mit Restriktionen für Tierbewegungen. Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist auch von grundlegender Bedeutung für die Alpung im kommenden Jahr in den Nachbarprovinzen Trient und Belluno, die jetzt schon Sperrgebiete sind.
Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue Disease) ist eine Viruserkrankung von Wiederkäuern. Von diesem Virus sind bislang mindestens 25 verschiedene Serotypen bekannt, die jeweils eine unterschiedliche Virulenz aufweisen. Die Bezeichnung leitet sich von der blauen Farbe der Zunge ab, einem der Symptome bei Krankheitsausbruch. Die Erkrankung ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Übertragung erfolgt durch sehr kleine Stechmücken. Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen ungefährlich.