Produktion | 11.10.2016

Alpkäse auf hohem Niveau

Bei der fünften Südtiroler Alpkäseverkostung Anfang Oktober hatten die Obervinschgauer Almen und die Frauen die Nase vorn. Allgemein legten die 32 teilnehmenden Almen ein hohes Niveau an den Tag.

Freude bei der Verleihung: (v.l.) Annemarie Kaser, Direktorin Sennereiverband Südtirol, Landesrat Arnold Schuler, die Erstplatzierte Käserin der Plawenner Alm Irmgard Strobl mit Tochter.

Freude bei der Verleihung: (v.l.) Annemarie Kaser, Direktorin Sennereiverband Südtirol, Landesrat Arnold Schuler, die Erstplatzierte Käserin der Plawenner Alm Irmgard Strobl mit Tochter.

Den ersten Platz belegte die Plawenner Alm, Plawenn mit Sennin Irmgard Strobl, den zweiten Platz die Oberdörfer Alm, Burgeis mit Sennin Petra Reuter und den dritten Platz die Schleiser Alm mit Senn Josef Abertegger. Der Publikumspreis ging ebenfalls an die Plawenner Alm. Damit wurde das Juryergebnis klar bestätigt. Vom Publikum an die zweite und dritte Stelle gereiht wurden die Tarscher Alm, Tarsch mit Senn Roland Pirhofer und die Äußere Schwemmalm, Ulten mit Senn Norbert Zöschg.

Fünf Mal „ausgezeichnet“
32 Almen aus Südtirol waren am 8. Oktober in der Fachschule für Landwirtschaft Fürstenburg, Burgeis mit ihren Almkäsen vertreten. Eine zwölfköpfige Fachjury mit Käsefachleuten aus dem In- und Ausland unter der Leitung des Sennereiverbandes Südtirol hat das Äußere, das Schnittbild, die Konsistenz und vor allem das Aroma der Käse anhand eines 20-Punkte-Schemas beurteilt. „Auffallend ist heuer das besonders hohe Durchschnittsniveau der eingereichten Käse“, lautete das einhellige Fazit der Jurymitglieder.
Die außerordentliche Qualität des Almkäsejahrgangs 2016 lässt sich durch Zahlen verdeutlichen: Von den 32 Almschnittkäsen wurden fünf mit der Note „ausgezeichnet“, neun mit der Note „sehr gut“ und 14 mit der Note „gut“ bewertet. Unter die „gut“-Marke rutschten nur vier Käse. Auch die vier „außer Konkurrenz“ eingereichten Ziegenalpkäse erreichten die Bewertung „gut“ oder „sehr gut“.

Außergewöhnliches Alm-Debüt
Für die Tagessiegerin Irmgard Strobel war es der erste Almsommer als Käserin; im April dieses Jahres hatte sie den dreiwöchigen Alpsennenkurs an der Fachschule für Landwirtschaft Fürstenburg besucht. Von Anfang Juni bis Mitte September war sie mit ihrer Familie und den rund 40 Milchkühen auf der Plawenner Alm – ein außergewöhnliches Alm-Debüt.

Die Alpkäseverkostung präsentierte sich heuer in einem ganz neuen Kleid: Zum ersten Mal war die Veranstaltung öffentlich zugänglich. Die Besucher konnten alle 36 Käse nach Herzenslust verkosten und bewerten. Die Fachschule lud zu Getränken ein und es gab einen Alpkäsestand mit Käseverkauf. Wer einmal tiefer hinter die Mauern und in die Geschichte der Fürstenburg blicken wollte, konnte sich einer der angebotenen Burgführungen anschließen. Ein kleiner Markt im Innenhof der Fürstenburg rundete das Programm ab. Rund 300 Personen, darunter zahlreiche Feriengäste sind gekommen - die Erwartungen der Veranstalter wurden damit weit übertroffen.

Auch das Veranstalterteam hat sich erweitert: die „Tourismusregion Obervinschgau“ hat die Organisation des Rahmenprogramms im nahegelegenen Kulturhaus Burgeis übernommen. Dort fand am Abend die feierliche Preisverleihung statt.