Südtiroler Landwirt, Politik | 21.07.2016

Mehr für die (Berg-)Landwirtschaft

Berglandwirtschaft und Junglandwirte können aufatmen: Die Fördergelder fließen wieder und zwar stärker als in vergangenen Jahren: Heuer wurden laut Landesrat Arnold Schuler bereits 22 Millionen Euro ausbezahlt.

Landesrat Arnold Schuler zieht positive Bilanz über die Prämienauszahlungen.

Landesrat Arnold Schuler zieht positive Bilanz über die Prämienauszahlungen.

Die EU-Förderungen für die Landwirtschaft in Südtirol verteilen sich auf zwei Säulen: Die erste Säule bilden die Direktzahlungen an die Landwirte, die – falls die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden – je Hektar landwirtschaftlicher Fläche gewährt werden. Darüber hinaus werden in der ersten Säule gekoppelte Prämien ausbezahlt. Die zweite Säule umfasst die ländliche Entwicklung.

Schon über 90 Prozent ausbezahlt
Wie Landesrat Arnold Schuler auf Anfrage des „Südtiroler Landwirt“ vorrechnet, sind den Südtiroler Bauern im vergangenen Monat 14.304.000 Euro an Flächenprämien, 353.000 Euro an Junglandwirteprämien und 6.537.000 Euro für die tierbezogene Betriebsprämie überwiesen worden. Das sind über 95 Prozent der Beiträge.
Die Bergbauern können also aufatmen, denn es fließt nun nicht nur Geld auf ihr Konto, sondern es ist in Summe auch noch mehr als in den vergangenen Jahren. 2014 wurden den Landwirten über diese Schiene 14.145.000 Euro ausbezahlt, in diesem Jahr werden es knapp 22.000.000 Euro.

Es wird auf Hochdruck gearbeitet
Jene Landwirte, die ihren Beitrag zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht oder nur teilweise erhalten haben, werden die ihnen zustehende Förderung in den nächsten Wochen erhalten. „Bei wenigen Antragstellern müssen noch einige Voraussetzungen geprüft werden. Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, diese Probleme zu lösen“, erklärt der Landesrat. Auch die Gelder für die ländliche Entwicklung, das heißt die Ausgleichszulagen sowie die Agrar- & Umweltmaßnahmen, sollten in nächster Zeit ausbezahlt werden können.

Bis zu 36 Millionen Euro pro Jahr
In der Programmperiode von 2014 bis 2020 werden der Südtiroler Landwirtschaft über die erste Säule der EU-Förderungen insgesamt knapp 200 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, wie Landesrat Arnold Schuler sagt. Die Fördermittel seien im Vergleich mit der vergangenen Programmperiode 2007 bis 2013 also fast verdoppelt worden. „Die Beitragszahlungen werden in den kommenden Jahren stetig steigen, bis wir 2019 und 2020 pro Jahr jeweils 36,2 Millionen ausbezahlen können“, stellt Arnold Schuler in Aussicht (siehe Grafik).
Allein im Jahr 2014 waren rund 20 Verhandlungsrunden notwendig, um in Südtirol für die nächsten Jahre die zusätzliche Betriebsprämien zu sichern, betont Landesrat Schuler.

Schrittweise Angleichung
Mit der Anpassung der Zahlungsansprüche in Italien wird eine schrittweise Angleichung der Prämien unter den Regionen erreicht: Am Ende des Konvergenzzeitraumes 2019 darf die sogenannte Basisprämie für keinen Betrieb weniger als 60 Prozent des nationalen Durchschnitts betragen, aber auch niemand mehr als 30 Prozent verlieren. Außerdem werden in dieser Periode erstmals alle landwirtschaftlichen Flächen zur Berechnung der Zahlungsansprüche herangezogen, die vor allem in der Berglandwirtschaft mit den Weideflächen stark ins Gewicht fallen. Zuzüglich zu der Flächenprämie gibt es nun auch die gekoppelten Prämien. Einerseits gibt es eine tierbezogene Prämie pro Milch- bzw. Mutterkuh. Junglandwirte erhalten eine spezifische Förderung.

Tierbezogene Prämien
Derzeit steht eine weitere Änderung im Bereich der tierbezogenen Prämie im Raum. Man versucht diese Prämie einer größeren Zahl an Milchbauern zukommen zu lassen. Beabsichtigt ist, die Voraussetzungen für die tierbezogene Prämie für die Landwirte einfacher und zugänglicher zu gestalten: Der derzeitige Vorschlag lautet dahingehend, dass künftig nicht mehr die Erfüllung von drei Parametern der Milchinhaltsstoffe (Zellzahl, Keimzahl und Eiweißgehalt) als Zugangsvoraussetzung für diese Prämie gelten sollte, sondern lediglich die Eintragung der Tiere in das Herdebuch erforderlich ist. Dies würde für einige hundert Südtiroler Landwirte den Zugang zu dieser Prämie ermöglichen, die Gesamtsumme der Beiträge würde sich aber auf mehrere Tiereinheiten verteilen.