Innovation, Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 23.06.2016

Neuen Erwerbszweigen auf der Spur

Welches Potential in neuen Erwerbszweigen für die Südtiroler Landwirtschaft steckt, haben knapp 50 Studierende der Freien Universität Bozen untersucht. Zwei der vier Projekte erhielten dafür den SBB-Preis, den der Bauernbund jährlich an der Universität vergibt.

Alle glücklich mit der Forschungsarbeit: SBB-Preis-Sieger mit Jurymitgliedern und Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler

Alle glücklich mit der Forschungsarbeit: SBB-Preis-Sieger mit Jurymitgliedern und Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler

Im Rahmen des Südtiroler-Bauernbund-Preises (s. dazu Infokasten unten) haben sich Studentinnen und Studenten des Studiengangs „Agrarwissenschaften und Umweltmanagement“ der Freien Universität Bozen mit vier Ideen für innovative Erwerbsalternativen in der Südtiroler Landwirtschaft auseinandergesetzt.
Die Ideen wurden diesmal von der Bauernbund-Abteilung Innovation&Energie vorgegeben: Sie umfassten die Themen bäuerliche Aquakultur, landwirtschaftliche Bierproduktion, Weideganshaltung und bäuerliche Pilzzucht.

Wirtschaftliches Potenzial
Unter der Leitung von Prof. Christian Fischer und Tutorin Gesa Busch haben die Studierenden die einzelnen Ideen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Das Ziel war vor allem, das zukünftiges Erwerbspotential für Landwirtschaftsbetriebe zu untersuchen – sprich zu schauen, ob die genannten Ideen auch das Zeug haben, den Bauern tatsächlich ein Einkommen zu sichern.
Dazu haben die Studierenden unter anderem landwirtschaftliche Betriebe in Südtirol besucht, die bereits Erfahrung im jeweiligen Erwerbszweig haben. Zudem haben sie Konsumenten, Gastronomie- und Hotelbetriebe sowie Fachexperten aus dem In- und Ausland befragt. Auf Basis ihrer Recherchen und Befragungen haben die Studierenden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Idee von der Produktion bis hin zur Vermarktung ausgelotet.
Die Arbeiten zu den vier Ideen für neue landwirtschaftliche Erwerbszweige wurden einer Jury, bestehend aus Vertretern des Südtiroler Bauernbundes, der Südtiroler Bäuerinnenorganisation und Südtiroler Bauernjugend sowie der Freien Universität Bozen, präsentiert. Am meisten überzeugt haben die beiden Studentengruppen, die sich mit der bäuerlichen Aquakultur und der Weideganshaltung auseinandergesetzt hatten.

Aufschlussreiche Ergebnisse
Bei der Preisverleihung dankte Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler den Verantwortlichen der Freien Universität Bozen, Prof. Fischer und Frau Busch sowie den Studierenden: „Die Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen ist für den Südtiroler Bauernbund sehr wichtig.“ Irene Unterkofler, Leiterin der Bauernbund-Abteilung Innovation&Energie und Jurymitglied ergänzte: „Die Ergebnisse der jeweiligen Erhebungen auf Produzenten- und auf Marktseite sind besonders für den Bauernbund-Innovationsschalter interessant und aufschlussreich.“
Auch für die Freie Universität Bozen bot der SBB-Preis wieder die Gelegenheit, Fragestellungen zur Zukunftsfähigkeit der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe und zur Aufwertung des Territoriums zu bearbeiten. Auch Prof. Fischer zeigte sich erfreut. Laut ihm „hat das diesjährige Thema Innovation in der Landwirtschaft die Inhalte des Studiengangs Agrarwissenschaften und Umweltmanagement hat sehr gut ergänzt.“ Den Studierenden selbst war bei der Präsentation ihrer Projekte und bei der Preisverleihung die Aufregung und Freude an diesem Wettbewerb anzusehen.

SBB-PREIS 2016

Träger, Jury, Preisträger

Der Südtioler-Bauernbund-Preis wurde heuer zum fünften Mal an Studierende der Freien Universität Bozen vergeben.
In ihren Studentenarbeiten haben sich die Studentinnen und Studenten diesmal mit dem Thema „Bewertung bäuerlicher Innovationsideen“ auseinandergesetzt.
Die Bewertung der Arbeiten nahm eine mehrköpfige Jury vor. Sie bestand aus Irene Unterkofler, Leiterin der Bauernbund-Abteilung Innovation & Energie; Christoph Falkensteiner, Bauernbund-Verbandsmanagement; Hiltraud Erschbamer, Landesbäuerin; Hannes Pirhofer, Landesobmann-Stellvertreter der Südtiroler Bauernjugend; Prof. Christian Fischer und Tutorin Gesa Busch, beide von der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik der Freien Universität Bozen.
„Bäuerliche Aquakultur“ war das erste Siegerprojekt. Folgende Studierende haben es bearbeitet: Sofia Thargetta, Johanna Tappeiner, Giulia Visat Susat, Alessia Castellan, Verena Geiser, Lukas Öttl, Adna Steinmann und Martin Ladurner.
Am zweiten Siegerprojekt „Weideganshaltung“ haben mitgewirkt: Francesca Mura, Magdalena Egger, Anika Degasperi, Melanie Graf, Xaver Hauss, Theresa Sicher, Francesco Fasano und Andrea Dori.