Südtiroler Landwirt | 09.06.2016

Neue Rebflächen für Südtirol

Insgesamt 54 Hektar: So viel Rebflächen hat Südtirol aus der staatlichen Zuweisung für Neupflanzungen erhalten. Lesen Sie hier die Details. von Landesamt für Obst- und Weinbau

Rebflächen dürfen in jedem Mitgliedsland der Europäischen Union jährlich um einen Prozent ihres Altbestandes wachsen. Dies sieht die neue EU-Weinmarktordnung vor.

Verhandlungserfolg für Südtirol
Italien hatte am 31. Juli 2015 eine Gesamtfläche von rund 637.000 ha. Daher konnte es heuer insgesamt 6376 ha an Neuanpflanzungen vergeben. Auf gesamtstaatlicher Ebene wurde heuer von Jänner bis März aber um rund 67.000 ha angesucht; in Südtirol um 122 ha, im Friaul um 11.000 ha, im Venetien gar um ca. 35.000 ha. Südtirol hat aber erreicht, dass auf regionaler Ebene ein Zuwachs von einem Prozent der regionalen Fläche als Zuweisung garantiert wurde.
Daher hat auch Südtirol in etwa 54 ha zugewiesen bekommen. Da aber die Südtiroler Produzenten insgesamt für 122 ha angesucht haben, wurde für Südtirol von staatlicher Seite eine Kürzung im Ausmaß von rund 55 Prozent aller ursprünglich beantragten Flächen für die Genehmigung vorgenommen. Im Vergleich zum Beispiel zu den Regionen Venetien oder Friaul, die nur rund 2,5 Prozent der beantragten Flächen zugewiesen bekommen haben, hat Südtirol mit ca. 45 Prozent relativ gut abgeschnitten.
Eine hundertprozentige Zuweisung haben nur die Regionen Latium, Piemont und Umbrien bekommen.
Die staatliche Regelung erlaubt es den betroffenen Antragstellern bei einer Kürzung von mehr als 50 Prozent der beantragten Fläche, auf die Verwirklichung zu verzichten. Wollen sie das in Anspruch nehmen, müssen sie dem Landesamt für Obst- und Weinbau innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Erhalt des Schreibens eine entsprechende Verzichtserklärung auf die Zuweisung übermitteln.
Die genehmigte Pflanzung muss innerhalb von drei Jahren ab Zuweisung erfolgen, ansonsten sind Sanktionen vorgesehen. Es ist auch möglich, im nächsten Jahr (2017) um die heuer nicht zugewiesenen 55 Prozent anzusuchen und im Jahr 2018 die gesamte zugewiesene Fläche zu realisieren.