Südtiroler Landwirt, Bäuerlicher Notstandsfonds | 28.04.2016

Vergelt's Gott an BNF und alle Helfer

Als Maria Wolfsgruber aus dem Haus ging, war noch alles in Ordnung. Als sie zurückkam, stand das Wohnhaus des Kindlerhofes in Hofern/Kiens in Flammen. Was ihr in dieser Situation besonders geholfen hat, schilderte sie bei der Vollversammlung des BNF. von Michael Deltedesco

Nach dem Brand am Kindlerhof in Hofern/Kiens brachte der BNF schnell und unbürokratisch Hilfe.

Nach dem Brand am Kindlerhof in Hofern/Kiens brachte der BNF schnell und unbürokratisch Hilfe.

Wer plötzlich vor einem Trümmerhaufen steht, ist um jede Hilfe dankbar. Maria Wolfsgruber verlor im März ihr Wohnhaus durch einen Brand. Die Familie fand aber rasch und unbürokratisch Hilfe.

Südtiroler Landwirt: Frau Wolfsgruber, sie haben gesagt, dass die Hilfe sehr schnell anlief und Sie von der Hilfsbereitschaft überwältigt waren. Wer hat besonders geholfen?
Maria Wolfsgruber: Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten Nachbarn gekommen sind und uns angeboten haben, bei ihnen zu übernachten. Am nächsten Tag sind wir mit Essen und Kleidern versorgt worden, weil wir ja nichts mehr hatten. Das Feuer hatte alles zerstört. Wir waren und sind von der Hilfsbereitschaft überwältig. Viele Menschen – die ganze Gemeinde eigentlich – haben uns in dieser schweren Zeit wahnsinnig unterstützt.

Sehr bald war auch der Bäuerliche Notstandsfonds (BNF) involviert. Wer hat den BNF informiert?
Die bäuerlichen Organisationen von Kiens, allen voran der Ortsobmann und der Bürgermeister, sind aktiv geworden. Kurz darauf hat Walter Hintner, Bezirksleiter des Bauernbund-Büros in Bruneck, den Antrag um Unterstützung gestellt.

Wie hat Ihnen der Bäuerliche Notstandsfonds dann konkret geholfen?
Der BNF hat sofort das Spendenkonto eröffnet, das es immer noch gibt. Wir hoffen nun, dass wir ein Holzblockhaus bekommen, damit wir direkt am Hof wohnen können. Das ist natürlich unser größter Wunsch, weil wir unseren Hof ja weiterbewirtschaften. Der BNF ist uns eine sehr große Hilfe. Ich weiß nicht, wie es ohne den BNF weitergegangen wäre.
Wir wollen das Haus wieder aufbauen. Mit der Hilfe des Bäuerlichen Notstandsfonds ist das sicherlich leichter möglich.
Eine besondere Unterstützung ist die Beratung des BNF: Nach einem Brand hat man viele Fragen. Gott sei Dank steht der BNF in dieser Situation mit guten Ratschlägen zur Verfügung. Ich möchte dem Bäuerlichen Notstandsfonds und allen Spendern und Helfern ein ganz großes Vergelt’s Gott sagen: So eine Unterstützung ist nicht selbstverständlich!

Sie haben heute gesagt: Neben dem materiellen Schaden wiegt der Verlust der Erinnerungen besonders.
Das Materielle ist ersetzbar, die Erinnerungen nicht. Alte Fotos, Zeichnungen aus Kindertagen, Spielzeug, einfach die Erinnerung an früher: Das alles ist für immer weg. Das tut mir am meisten weh!

Wie geht es mit der Landwirtschaft weiter?
Wir haben das Glück, dass wir derzeit nicht weit weg vom Hof wohnen können. Wir sind jeden Tag am Hof, weil die Tiere versorgt werden müssen und es viel zu tun gibt. Wir wollen, dass es mit dem Hof weitergeht! Und es wird weitergehen.

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108 Mal Hilfe



Der „Bäuerliche Notstandsfonds – Menschen helfen“ unterstützt unverschuldet in Not geratene Familien. Im letzten Jahr waren es ganze 108. Möglich gemacht haben das 3280 Spender. Von „Südtirol hilft“, der Stiftung Südtiroler Sparkasse und dem Hahnenkamm-Charityrennen kam weitere Unterstützung.

Ein Krankheits- oder Todesfall, ein Brand oder eine andere Katastrophe – und plötzlich steht man vor dem Nichts. Wenn das Schicksal zuschlägt, kommt Hilfe vom Bäuerlichen Notstandsfonds. „2015 konnten wir über
50 Familien helfen, die einen Todes- oder Krankheitsfall in der Familie hatten. Etwa
20 Familien haben nach einer betrieblichen Notsituation unsere Unterstützung erhalten“, berichtete Obmann Sepp Dariz bei der
Vollversammlung des „Bäuerlichen Notstandsfonds – Menschen helfen“ in der Kellerei St. Pauls. Deutlich  seltener brauchte es nach Bränden und anderen Katastrophen eine Hilfe. Insgesamt konnten im letzten Jahr 108 Familien unterstützt werden. Möglich gemacht haben diese Hilfe 3280 Spender und verschiedene Aktionen, die 877.000 Euro zur Verfügung gestellt haben. Von „Südtirol hilft“, der
Stiftung Südtiroler Sparkasse und dem Hahnenkamm-Charityrennen kamen dem Bäuerlichen Notstandsfonds (BNF) weitere 268.000 Euro zu.

Dank an alle Spender
Ohne die Unterstützung von Privaten, Unternehmen und Organisationen wäre keine Hilfe möglich. Daher dankte Sepp Dariz in erster Linie allen Spendern, großen wie kleinen, die den BNF auch im letzten Jahr unterstützt haben. „Die Spenden, Spendensammlungen und Erlöse aus Benefizaktionen brachten insgesamt 1.145.000 Euro ein. Den größten Anteil machen mit etwa 60 Prozent die privaten Spenden aus, etwa ein Viertel der Gelder kommt von Partnern und anderen Einrichtungen, der Rest kommt von meist privaten Aktionen und aus dem Verkauf der Weihnachts- und Glückwunschkarten.“

Flugretter übergeben Scheck

Seit einigen Jahren unterstützen die Südtiroler Flugretter mit dem Verkauf des Kalenders „Flugretter helfen“ den BNF. Auf der Vollversammlung konnten sie einen Scheck über 16.500 Euro überreichen. Es sind aber auch viele andere Private und Vereine, die den BNF seit Jahren unterstützen, wie etwa die Südtiroler Freizeitmaler und weitere Künstler, die Bilder unentgeltlich zur Verfügung stellen. Seit Jahren werden beim Advent im Schloss Rametz ebenso Spenden gesammelt wie beim Weihnachtskeller der Geschwister Kössler im Ansitz Altenburg in St. Pauls.
Besonders spendenfreudig zeigen sich die Besucher von „Austern und Sekt“, dem Silvesterevent der Gärtner am Grieser Platz in Bozen. Ein Erfolg ist auch die Postkartenaktion der Berufsfotografen Südtirols. Ein Teil der Gelder kommen von Aktionen wie „Südtirol hilft“ oder dem Charity-Rennen am Hahnenkamm in Kitzbühel.
Mit den Geldern werden auch verschiedene Hilfsprojekte finanziert. So wird ein neues Holzblockhaus angekauft, das im Bedarfsfall verliehen wird, oder Kindern und Jugendlichen Schul- und Studienbeihilfen gewährt. Ethical Banking der Raiffeisenkassen vergab Förderkredite für über 1,95 Millionen Euro. „Viele weitere kleine und große Aktionen tragen dazu bei, dass wir in Not geratenen Menschen helfen können. Diesen Auftrag werden wir auch heuer weiterführen“, versprach Dariz, dem die vielen Erschienenen selbst ein großes Dankeschön aussprachen.


Kontakt

Bäuerlicher Notstandsfonds

Leegtorweg 8/A
39100 Bozen - Postfach 421
Tel. 0471 999330/31

www.menschen-helfen.it