Produktion | 18.04.2016

EU-Parlament sagt Ja zu Glyphosat

Der Neuzulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Das Europaparlament hat am Mitte April unter Auflagen und mit einer kürzeren Frist dem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt, die Zulassung für diesen Herbizidwirkstoff zu verlängern. von AgraEurope und AIZ

Der Einsatz von Herbiziden ist sehr umstritten. Nun scheint eine Neuzulassung des Wirkstoffes Glyphosat beschlossene Sache. (Foto: Andreas Gschleier)

Der Einsatz von Herbiziden ist sehr umstritten. Nun scheint eine Neuzulassung des Wirkstoffes Glyphosat beschlossene Sache. (Foto: Andreas Gschleier)

Die Mehrheit des Parlaments folgte damit nicht dem Vorschlag der Grünen/EFA-Fraktion, die Verlängerung vollständig abzulehnen, setzte sich aber für eine Verkürzung der Neuzulassung auf sieben Jahre und zahlreiche Beschränkungen bei der Anwendung von Glyphosat ein. Das Straßburger Abstimmungsergebnis ist rechtlich nicht bindend.
Die EU-Kommission hatte eine Verlängerung um 15 Jahre vorgeschlagen. Die Regierungen der Mitgliedstaaten müssen der Zulassung zustimmen. Bisher war dies noch nicht der Fall.
Konkret stimmten 374 Abgeordnete für die Erklärung von Glyphosat, 225 dagegen und 102 enthielten sich der Stimme. Der Umweltausschuss des Europaparlaments hatte sich vor kurzem für ein sofortiges Verbot ausgesprochen. Im Plenum konnten dagegen die Christdemokraten ihren Änderungsantrag durchsetzen, nach dem die Wiederzulassung auf sieben Jahre beschränkt werden soll. In diesen Jahren gelte es, nach Alternativen für Glyphosat zu forschen. Sollten sich neue Erkenntnisse über mögliche Krebsrisiken ergeben, könnte der Wirkstoff ohnehin jederzeit die Zulassung verlieren, argumentieren die Christdemokraten.
Das nächste Treffen des zuständigen Brüsseler Gremiums für die Zulassung des Wirkstoffs steht an diesem Montag an. Mit einem Beschluss sei aber erst Mitte Mai zu rechnen, hieß es in Straßburg.