Südtiroler Landwirt, Produktion | 14.04.2016

Stall bauen für Mutterkühe

Als extensive Haltungsform stößt die Mutterkuhhaltung auf zunehmendes Interesse bei vielen Landwirten. Wer Mutterkühe halten will, sieht sich aber bald mit einer Reihe von baulichen Anforderungen konfrontiert. von Michael Kuppelwieser und Josef Gräber, Bring

Die Mutterkuhhaltung bringt keine hohen Deckungsbeiträge und damit auch keine hohen Gewinne mit sich. Kostengünstig gebaute oder umgebaute Ställe sind entscheidend für den Erfolg dieses Betriebszweiges. In vielen Fällen werden Milchviehställe zu Mutterkuhställen umgebaut. Da Mutterkühe und ihre Kälber andere Ansprüche als Milchkühe haben, sind meist entsprechende Anpassungen nötig.

Kälberschlupf einplanen
Die Anbindehaltung ist für die Mutterkuhhaltung nicht geeignet. Aus diesem Grund sind kostengünstige Umbau- bzw. Zubaumöglichkeiten wichtig. Grundsätzlich können Mutterkühe auch in Boxenlaufställen gehalten werden. Wichtig ist die Errichtung eines Kälberschlupfes, zu dem nur die Kälber Zugang haben. Dieser muss so gestaltet werden, dass die Kälber dort Ruhe und Schutz finden können. Außerdem sollte es möglich sein, Futter gesondert vorzulegen. Die Liegefläche sollte trocken, eingestreut sowie zugfrei sein und sich in der Nähe der Muttertiere befinden. Der Platzbedarf pro Kalb beträgt je nach Alter 1,2 bis zwei Quadratmeter.
Neben Boxenlaufställen können beispielsweise auch Tiefstreuställe oder Tretmistställe eine Alternative darstellen. Zu beachten ist dabei jedoch der höhere Strohbedarf. Die Trennung in tragende, kalbende und laktierende Mutterkühe ist wie bei der Milchviehhaltung auch bei der Mutterkuhhaltung unbedingt erforderlich. Es sollte außerdem auf eine flexible Einteilung der einzelnen Bereiche geachtet werden, da der Platzbedarf in den Gruppen – entsprechend der Kalbehäufigkeit im Jahresverlauf – unterschiedlich ist.
Neben der kostengünstigen Bauweise bringt die Gestaltung als Außenklimastall auch Vorteile für das Tierwohl mit sich. Rinder sind an kalte Temperaturen besser angepasst als an heiße Sommertemperaturen. Ein ausreichender Luftaustausch sollte auf jeden Fall gewährleistet sein, um Stressfaktoren und Krankheiten zu vermeiden. Grundsätzlich sollen Mutterkuhställe aufgrund der niedrigen Deckungsbeiträge möglichst kostengünstig gebaut bzw. umgebaut werden. Gleichzeitig muss aber garantiert sein, dass die Bauten sowohl den Tieren ein optimales Lebensumfeld als auch dem Landwirt möglichst gute Arbeitsbedingungen bieten. Da Mutterkuhbetriebe fast ausschließlich im Nebenerwerb geführt werden, müssen alle Arbeitsgänge im Stall gut durchdacht werden. Nur so kann die Arbeit leicht und schnell von der Hand gehen und dem Landwirt auch Spaß machen.


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